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Mittwoch, 11. Dezember 2019
Die Wagen Ihrer Majestät Queen Elizabeth II Drucken E-Mail
Geschrieben von Christian Vanik   

Heft bestellen - Die Wagen Ihrer Majestät - 85 Jahre königlicher Automobilität

Ihre Majestät Queen Elizabeth II feiert am 21. April 2011 Ihren 85. Geburtstag und wird dabei im Blickpunkt der weltweiten Aufmerksamkeit stehen, da die Monarchin des Vereinigten Königreichs mehr Aufmerksamkeit erfährt als alle anderen regierenden Monarchen zusammen. Ihrer Majestät Leben und Ihre Regentschaft ist bemerkenswert genug, um Bücher zu füllen, dieser Artikel hat nur die Fahrzeuge im Auge, die Ihre Majestät im Laufe Ihres bisherigen Lebens erfahren hat - sei es im Fond, sei es hinter dem Steuer. Ein Bericht von Christian Vanik.

 

ImageObwohl ohne Rücksicht auf Zeit und Mühe sowie mit Liebe zum Detail recheriert, erhebt diese Darstellung keinen Anspruch auf Perfektion, da die meisten Hersteller auch über zwanzig Jahre später Lieferungen an das Königshaus weder bestätigen noch dementieren. Aber allein das, was gesichert ist, ist mitreißend - auch für Republikaner.
Diese Geschichte wäre nicht möglich ohne das Werk namhafter Autoren, allen voran Brian Smith. Er hat mit einer Akribie, zu der nur Juristen fähig sind, Fakten zusammen getragen, von denen noch viele Generationen profitieren werden. Auch den Werken von Brian Long, Lord Montagu, Heiner Stertkamp sowie Martin Bennett sei hier Referenz erwiesen und Anders Ditlev Clausager, Tom Lambkin, Ivan Ford sowie Gottfried Kern für Bildmaterial gedankt.
Bei namentlicher Bezugnahme auf Personen verwende ich in der Folge die in ihrem Mutterland korrekte Anrede (HRH für His/Her Royal Highness bzw. HM für Her Majesty) und übersetze weder Titel noch Namen. Da diese Darstellung respektvoll HM Queen Elizabeth II gewidmet ist, folgen Text wie Bilder dem Lauf Ihres Lebens. Wenn Fahrzeuge datiert werden, dann mit ihrem Baujahr auch wenn sie erst zu einem späteren Zeitpunkt in die Dienste Ihrer Majestät traten. Die genauere Darstellung von Modellen war bisweilen nur mit akribischen und zeitraubenden, aber dennoch unterhaltsamen, eigenen Recherchen möglich, ob nicht etwa die Größe des Blinkerglases oder die Höhe des Türgriffs eine nähere Bestimmung des Modells zulassen - meist erfolgreich.
Bei den Bezeichnungen der Karosserie wird auf die englische Terminologie zurückgegriffen. Dabei bezeichnet ein Brougham einen Sedanca de Ville, ein Allweather ein viertüriges Cabriolet, ein Saloon einen Viertürer mit zwei Sitzreihen, eine Limousine einen Viertürer mit drei Sitzreihen, wobei bei der zuletzt angesprochenen Kategorie die zusätzlichen Sitze meist nur bei Bedarf durch Hervorklappen aktiviert werden und ein Shooting Brake einen Jagdwagen mit im Fond quer angeordneten Sitzreihen für mehr als 8 Personen.
Zum besseren Verständnis der Bedeutung des Anlasses in welcher die Fahrzeuge in der Folge abgebildet sind, vorab die folgende Orientierung:
I - Die Führung einer Standarte und des Königlichen Wappens signalisiert die höchste Stufe der Feierlichkeit - dazu gehören etwa Besuche bei den Truppen, das Abschreiten einer Ehrengarde oder Anlässe mit großer Anteilnahme durch die Bevölkerung.
II - Das Königliche Wappen allein wird für alle anderen offiziellen Anlässe geführt.
III - Eine Tafel mit einer roten Krone am Fahrzeug kommt dann zum Einsatz, wenn ein anderes Mitglied der Königlichen Familie oder jemand, der die Königin vertritt, sich im Wagen befindet, sowie bei allen Fahrzeugen die im Konvoi der Königin folgen.
ImageIV - Keinerlei Zeichen am Fahrzeug lassen auf eine rein private Fahrt schließen.  Fahrzeuge der Königin sind in jedem Fall vom Führen eines Kennzeichens befreit und meist mit Blaulicht am Dach und/oder hinter dem Kühlergrill ausgestattet.
Monarchen konnten zu jeder Zeit und überall auf der Welt auf Privilegien bei der Fortbewegung setzen - die besten und schnellsten Optionen standen zuerst ihnen zur Verfügung. Deswegen mögen neue Methoden der Fortbewegung für sie nicht diese Faszination gehabt haben wie für andere Bevölkerungsgruppen. Dessen ungeachtet gab es noch immer eine Präferenz für das Pferd sowohl bei Paraden als auch bei der Freizeitgestaltung.  Die britische Monarchie war aber schon frühzeitig neuen Methoden des Transports gegenüber aufgeschlossen und der Prince of Wales und spätere King Edward VII machte seine ersten Erfahrungen mit dem Automobil bereits 1896 und 1897 ehe er einen Daimler 6HP erwarb. Dabei ist selbstverständlich von einem Daimler aus Coventry und nicht Cannstadt die Rede, obwohl die Patente aus Deutschland anfangs eine Rolle spielten.
Die Begeisterung des Königs für Produkte von Daimler aus Coventry schlug sich schon bald in der Auszeichnung als Hoflieferant nieder und übertrug sich auf andere Mitglieder des Königshauses sowie allgemein des britischen Hochadels.  Daimler hatte in diesen Kreisen eine monopolartige Stellung - die Zeit bis zum zweiten Weltkrieg wurde sogar vom Rolls-Royce-Fachautor W. J. Oldham ("The Rolls-Royce 40/50 HP - Silver Ghosts, Phantoms and Spectres", 1974) mit dem Spruch charakterisiert "Gentlemen purchased Daimler, Industrialist bought Rolls-Royce".
Die markante Selbstdarstellung von Rolls-Royce als bestes Auto der Welt und der ostentative Luxus den die Aufbauten für Fahrzeuge von Maharadschahs oder Neureichen zur Schau trugen, war offensichtlich abstoßend für die Königliche Familie, die sogar das Chrom am Kühlergrill ihrer Daimler ablehnte und in dezentem Schwarz übermalen ließ.
Am 21. April 1926 fuhr so ein königlicher Daimler, die 45HP Hooper Limousine von HM Queen Mary, vor dem Haus des Earl of Strathmore in der Londoner Bruton Street vor, dessen Tochter, HRH the Duchess of York soeben eine Tochter zur Welt gebracht hatte. Die frisch geborene Tochter von HRHs the Duke and Duchess of York hatte den Rang einer Prinzessin und erhielt den Namen Elizabeth Alexandra Mary.
Aber es gab noch eine dritte Spitzenmarke auf der britischen Insel, die von Individualisten und Kennern sehr geschätzt wurde - Lanchester.  Frederick William Lanchester war für das erste benzingetriebene britische Automobil im Jahre 1896 verantwortlich, ein auf die Herstellung von Automobilen gerichtetes Unternehmen gründete er mit seinen Brüdern freilich erst 1899.  Beginnend mit 2-Zylinder-Motoren wechselte Lanchester 1905 auf 4-Zylinder-Motoren um bereits zwei Jahre später den ersten 6-Zylinder-Motor ins Programm zu nehmen. Nach dem ersten Weltkrieg bot Lanchester ausschließlich Modelle mit 6-Zylinder-Motor an, wobei der 40HP das Spitzenmodell war mit fast 100 PS aus dem großvolumigsten Motor, der jemals in einem Lanchester Verwendung fand.
ImageHRH Prince Albert the Duke of York, zweitältester Sohn von HM King George V und damit nicht Thronerbe genoss offenbar die damit verbundene größere Freiheit und setzte sich über die bereits über ein Vierteljahrhundert währende scheinbar zwingende Verbindung Adel & Daimler hinweg und bestellte 1925 einen solchen 40HP, dem bald ein weiterer folgen sollte. Es war daher mit größter Wahrscheinlichkeit sein Lanchester 40HP in dem die junge Prinzessin ihre ersten automobilen Eindrücke gewann. Die beiden großen Lanchester wurden später um zwei 21HP mit 3,3 Liter Motor ergänzt.
Das erste Bild der kleinen Prinzessin in einem Automobil entstand im November 1929, als sie mit Ihren Großeltern, dem Königspaar, von Sandringham House, dem privaten Landsitz der Königsfamilie in Norfolk, in deren Daimler Double Six 30 Brougham in den Buckingham Palace zurückkehrte. Besonders warmherzig erscheint dabei, dass der König der kleinen Prinzessin in seinem privaten Daimler den Platz in der mittleren Sitzreihe überließ, der in den Staatswagen ihm vorbehalten war. Somit war die kleine Prinzessin schon früh mit dem Gefühl konfrontiert, im Zentrum des öffentlichen Interesses zu stehen. Zu diesem Zeitpunkt ahnte niemand, dass dies später für mittlerweile fast 60 Jahre Ihre Bestimmung sein sollte.
Ihre junge Hoheit kam bei den Fahrten in den Double Sixes des Königspaares in den Genuss der komfortabelsten Fortbewegung, die vor dem zweiten Weltkrieg nur vorstellbar war. Daimler war mit dem Double Six der zweite Hersteller eines V12 weltweit und der erste in Europa. In der Kombination mit dem einzigartigen Vorwahlgetriebe von Daimler waren die Double Sixes allen Mitbewerbern haushoch überlegen.
In den frühen Dreißigerjahren erwarb HRH the Duke of York zwei Lanchester 10, die dazu bestimmt waren, HRHs Princess Elizabeth und Ihre jüngere Schwester Princess Margaret zu befördern. Der Lanchester 10 war der kleinste Lanchester mit lediglich einem 4-Zylinder-Motor mit 1,2 Liter Hubraum. Zum Selbstfahren erwarb HRH the Duke of York noch einen Lanchester 15/18, der später von einem Lanchester 18 Sports Saloon mit 2,4-Liter-Sechszylinder- Motor abgelöst wurde. Zu dieser Zeit war Lanchester bereits Teil des British Small Arms (BSA) - Konzerns und unter Führung von Daimler, nachdem die älteste Britische Automobilmarke bereits 1910 nach nur 15 Jahren Unabhängigkeit bei BSA gelandet war.
Daimler nutzte diese Gelegenheit den früheren Rivalen der Double Sixes, den Lanchester 30HP mit einem 8-Zylinder-Reihenmotor 1932 aus dem Programm zu nehmen und die Marke Lanchester künftig für kleinere Modelle zu verwenden.  Der Reihen-8-Zylindermotor sollte freilich in veränderter Form fortbestehen. Denn in einer Zeit, als die Mitbewerber noch versuchten den Double Six zu kopieren, hatte Daimler die Zeichen der Wirtschaftskrise rechtzeitig erkannt und nach einer ökonomischen Alternative für die Double Sixes gesucht, die das gleiche Maß an Komfort bieten würde. Das Lanchester Konzept eines Reihen-Achtzylinders mit obenliegender Nockenwelle wurde dabei aufgegriffen und es entstand ein neuer Motor, dessen Name in unterschiedlichsten Größen für fast 20 Jahre legendär werden sollte - der Straight Eight.
HRH the Duke of York wollte als Lanchester Enthusiast aber auf ein Spitzenmodell seiner Lieblingsmarke nicht verzichten und bestellte zwei Daimler Straight Eight mit Lanchester-Kühlergrill. Natürlich wurde dem Wunsch Ihrer Hoheit Rechnung getragen und bei Hooper, dem traditionellen Karosseriebauer des Königshauses, entstanden eine Limousine und eine Landaulette. In diesen Fahrzeugen genoss HRH Princess Elizabeth mit Ihrer Schwester Princess Margaret Ausflüge mit Ihren Eltern.
Dies sollten die letzten Fahrzeuge sein, die HRH the Duke of York in diesem Rang orderte, denn er war sehr bald mit einer viel größeren Rolle konfrontiert. Nach dem Tod seines Vaters HM King George V Anfang 1936 und nachdem sein Nachfolger HM King Edward VII Ende desselben Jahres seinen Thronverzicht erklärte wurde HRH Prince Albert Duke of York am 11. Dezember 1936 zum König proklamiert. Er entschied sich für die Krönungszeremonie den Termin zu wählen, der ursprünglich für seinen Bruder festgesetzt war. Bei dieser Gelegenheit konnte die junge Prinzessin Elizabeth die größte Ansammlung von Fahrzeugen der Marke Daimler in der Geschichte erleben. Der in England ansässige Adel kam mit dem eigenen Daimler, gekrönte Häupter aus aller Herren Länder wurden von Straight Eights von Daimler Hire befördert, was in Summe eine Prozession von über 1.000 Daimler am 12. Mai 1937 bedeutete!
ImageBei der auf die Krönungszeremonie folgenden Tour kam ein außergewöhnliches Fahrzeug zum Einsatz, das nicht zu den Königlichen Hofstallungen gehörte, denen auch die Betreuung der pferdelosen Kutschen obliegt. Ein viertüriges Cabriolet wurde als die beste Wahl erachtet, um der Bevölkerung einen Blick auf die Königsfamilie zu ermöglichen. Es dürfte das erste Mal in fast fünf Jahren Ihres noch jungen Lebens gewesen sein, dass HRH Princess Elizabeth in einem Daimler saß, der nicht vom königlichen Karosseriebauer Hooper gefertigt wurde, denn die Karosserie des Straight Eight Allweather stammte von Martin Walter aus Folkestone.
Von einem Tag auf den anderen hatte damit der frühere Herzog und mit Ihm seine Familie die besten Daimler zu seiner Verfügung. An der Spitze der königlichen Flotte standen zwei Double Six 50, die King George V. und Queen Mary zum Kronjubiläum 1935 übergeben wurden.  Diese bildeten den Höhepunkt der Vorkriegstechnik und waren durch erstmals verwendete Gummilager für den Motor noch geräusch- und vibrationsärmer.
Zum Königlichen Fuhrpark gehörte auch das einzige Fahrzeug, das HM King Edward VIII während seiner kurzen Regentschaft bestellt hatte, eine Straight Eight Hooper Limousine.
Diese diente der jungen Königsfamilie in den ersten Monaten als Fahrzeug für offizielle Anlässe.  Mit Ihr hielten die junge Prinzessin und Ihre Eltern auch Einzug bei der prominentesten Privatadresse, die man sich nur vorstellen kann - Windsor Castle.
Der neue König entschied sich, die Tradition seines Vaters fortzuführen, sowohl bei der Wahl des Königsnamens als auch bei der Wahl der Automobilmarke. HM King George VI erweiterte die Königliche Flotte um eine Limousine, zwei Landauletten und einen Shooting Brake für seinen eigenen Gebrauch und eine Limousine für seine Mutter HM Queen Mary. Alle Fahrzeuge hatten Karosserien von Hooper auf Daimler Straight Eight Basis. In all diesen Fahrzeugen war auch die junge Prinzessin unterwegs, die nun mit dem Umstand konfrontiert war, eines Tages die Königin des Vereinigte Königreichs zu sein.
Für den Privatgebrauch entschied sich HM King George VI für ein Daimler 2½litre Drop Head Coupé. Es war im Großen Park von Windsor untergebracht und hat daher sicher des öfteren HRH Prinzess Elizabeth befördert.
HM King George VI setze aber auch seine Tradition mit Lanchester als Privatwagen fort und bestellte ein weiteres Paar auf Basis des Daimler Straight Eight - erneut mit Lanchester Kühlergrill.  Es bereitete dem König Vergnügen, mit seiner Familie selbst sowohl mit der Landaulette als auch der Limousine zu fahren. Deshalb wurde bei diesen Wagen auch hochwertiger Stoff für die Bezüge im Fahrerabteil verwendet.
Der Zweite Weltkrieg brachte gravierende Einschränkungen auch für den Königlichen Transport.  Sogar die Fahrzeuge des Königshauses mussten mit Abdeckungen der Scheinwerfer fahren und einige trugen sogar weiße Streifen auf den Kotflügeln, die dazu dienten die Wahrnehmung der Fahrzeuge im Fall von Verdunkelungen zu erhöhen. HM King George VII zeigte auch Interesse an gepanzerten Fahrzeugen auf Basis einer Entwicklung von Malcolm Campbell, dem Rekordhalter von Geschwindigkeitsrekorden zu Wasser, zu Luft und zu Lande. Das Kriegsbüro ließ dementsprechend zwei Fahrzeuge adaptieren - nicht überraschend auf Basis einer Straight Eight Hooper Limousine.
ImageAbgesehen von den bereits erwähnten Modellen, dienten folgende weitere Fahrzeuge dem Königlichen Haushalt: eine Daimler EL 24 Limousine, ein Lanchester 14HP Roadrider, drei Ford Nutzfahrzeuge und ein Leyland Cub Van.
Bislang war von Fahrzeugen die Rede, die HRH Princess Elizabeth befördert haben, aber nicht von Ihr selbst gelenkt wurden. Das sollte sich aber bald ändern, denn der Krieg machte Ihre Solidarität mit dem britischen Volk offenkundig.  Als erstes weibliches Mitglied des Königshauses leistete Sie Miltärdienst beim Auxiliary Territorial Service sobald Sie 18 Jahre alt war. Sie unterzog sich einer Ausbildung, die sie befähigte, Fahrzeuge unterschiedlicher Größenklassen zu lenken und auch zu reparieren. Sie hätte sich für jede andere Form von Dienst entscheiden können, aber es scheint so, als hätte Ihr Vater Ihr Interesse an Automobilen geweckt und Sie wäre entschlossen, Ihre eigenen Erfahrungen mit Automobilen zu sammeln. Jedenfalls ist Ihr Verständnis wie Automobile funktionieren und wie man Defekte beheben kann, seit dieser Zeit weit über dem Durchschnitt angesiedelt.
Es war dies die erste Ausbildung, die HRH Princess Elizabeth zusammen mit Anderen absolvierte, zuvor war Sie nur Privatunterricht gewohnt.  Dieses Zusammenwirken in der Gruppe für ein gemeinsames Ziel hat Ihr aber so gut gefallen, dass Sie sich entschloss, eines Tages Ihre Kinder auf eine öffentliche Schule zu schicken.  Elizabeth Windsor, Dienstnummer 230873 war die einfache Anrede die die spätere Oberbefehlshaberin sowohl der Britischen wie der Kanadischen Streitkräfte in diesen Tagen trug und am Tag des Kriegsendes feierten Sie und Ihre Schwester HRH Princess Margaret in London weit nach Mitternacht noch mit der Bevölkerung.
Zur gleichen Zeit als HRH Princess Elizabeth den Umgang mit Fahrzeugen der Britischen Streitkräfte erlernte, durfte Sie auch Erfahrungen mit Ihrem ersten eigenen Auto machen, das Ihr HM King George VI zum 18. Geburtstag geschenkt hatte. Es war dies ein Daimler 2½litre Saloon, von dem leider kein Bild erhalten ist, obwohl er seiner Besitzerin acht Jahre verlässlich seine Dienste leisten sollte. Das auch als DB18 bekannte Modell war der kleinste Daimler des Jahres 1944, hatte aber selbstverständlich auch einen 6-Zylinder-Motor. Er war von Prestige und Komfort weit über dem Durchschnitt angesiedelt und dennoch von eher dezenter Erscheinung.  Dieser Wagen kann als Vorgabe des Königs an seine Tochter gesehen werden, sich an Werten und nicht an Glanz zu orientieren.
Ihre ersten Unterweisungen betreffend das neue Fahrzeug erteilte Mr. Cracknell von der Firma Stratstone, jenem Daimler-Händler, dem die unmittelbare Betreuung des Königshauses oblag, Ihrer Hoheit im Großen Park von Windsor. Eine Fahrprüfung, um in den Besitz Ihres Führerscheins zu gelangen, musste Sie als Thronfolgerin freilich nicht ablegen. Den 2½litre behielt HRH Princess Elizabeth als Ihren Privatwagen auch als Sie später einen größeren Daimler zur Verfügung gestellt erhalten sollte und nahm den Wagen auch mit bei längeren Aufenthalten auf Malta zwischen 1949 und 1951.
Unmittelbar nach dem Krieg gab es nicht gerade einen Überfluss an repräsentativen Fahrzeugen.  Aber HRH Princess Elizabeth waren nach dem Sie auf militärischen Nutzfahrzeugen Ihre ersten praktischen automobilen Erfahrungen gesammelt hatte auch in ihrem weiteren Leben spartanische Militärfahrzeuge nicht zu minder - was bei offiziellen Anlässen manchmal freilich herrliche Kontraste ergab.
Daimler hatte im Krieg die britischen Streitkräfte mit kleinen wendigen Spähfahrzeugen und einem leichten Radpanzer inklusive des entsprechenden Motors versorgt. Schwer und zuverlässig waren auch die neuen Automobile, die Daimler nach dem Krieg präsentieren sollte.  Der neue Straight Eight, auch unter der Bezeichnung DE36 bekannt, war das luxuriöseste Automobil der unmittelbaren Nachkriegszeit.  Er war das bis dahin größte britische Auto und das erste, bei dem Fensterheber wie Trennscheibe serienmäßig elektrisch betätigt wurden. Die Nachkriegsmodelle von Daimler hatten alle einen in drei Dimensionen gewölbten Kühlergrill wie er erstmals am Modell ES24 von 1938 zu bewundern war. Diese Kühlerform war in perfekter Harmonie mit den fließenden Linien der renommierten Karosseriebauer, während der kantige Rolls-Royce-Kühler an diesen Karosserien oft wie ein Fremdkörper wirkte. Der König bestellte noch 1946 zwei dieser neuen Straight Eight mit Landaulette-Karosserie von Hooper.
ImageHRH Princess Elizabeth machte mit dem neuen Spitzenmodell ebenfalls bereits bald Bekanntschaft bei einem Ihrer ersten offiziellen Auftritte am 6. Mai in Birmingham. Der Straight Eight, den Sie bei dieser Gelegenheit verwendete, war eine Limousine desselben Typs, wie sie Hooper auch für Ihre Majestät Königin Wilhelmina der Niederlande und Seine Hoheit Prinz Rainier von Monaco fertigte. Die Karosserie war schwarz lackiert mit einem dezenten goldfarbenen Streifen an der Seitenlinie, das Chauffeurabteil war mit schwarzem Leder, der Fond mit beigem Stoff ausgekleidet. Der Wagen wurde vermutlich noch zu weiteren derartigen Anlässen von Mitgliedern des Britischen Königshauses benutzt, ehe er im November 1949 an Seine Majestät König Mohammed Zahir, den Schah von Afghanistan verkauft wurde.
Sowohl auf HRH Princess Elizabeth als auch den Straight Eight warteten Anfang 1947 aber noch viel größere Auftritte - in Südafrika. Für die junge Prinzessin war Ihr erster offizieller Auslandsbesuch freilich eine geringere Belastung als für den neuen Daimler. Man muss sich nur vor Augen halten, was endlos lange Paraden mit Schrittgeschwindigkeit bei über 40° Celsius für einen Motor bedeuten. Auch Hooper musste andere Methoden der Befestigung wählen, denn Klebstoff kam ab gewissen Temperaturen auch nicht mehr seiner Bestimmung nach, ganz abgesehen von den Widrigkeiten, die der feine Staub für Dichtungen und alle Gleitmittel darstellte.  Diese Situation wurde noch durch den Umstand verschärft, dass es so gut wie keine Zeit für Reparaturen gab, da die Straight Eights, während die Königlichen Hoheiten im Nachtzug die Reise fortsetzten, auf schlechten Sandstraßen durch die Nacht gehetzt wurden, um nach Tausch dabei zerbrochener Scheinwerfergläser am nächsten Morgen frisch geputzt wieder startklar zu sein. Und das für 66 Tage und Nächte ohne Unterbrechung!  Unter diesen Umständen gab es für Daimler wenig zu gewinnen, hingegen viel zu verlieren. Aber obwohl es sich um ein neues Modell handelte, kam es zu keinerlei Ausfall während der gesamten Tour, die von Bob Crouch exzellent betreut wurde, wobei ihm die Erfahrung, die er mit Daimler-Modellen bei Rallyes in der Vorkriegszeit gesammelt hatte, zweifellos zugute kam. Dieser Beweis der äußersten Zuverlässigkeit wurde von HM King George VI sehr geschätzt und auch honoriert. Insgesamt wurden in der Zeit von 1946-1949 von Ihm oder für Ihn nicht weniger als 25 Straight Eights der Nachkriegsserie bei Daimler bzw. bei Hooper - abgesehen von einem Exemplar von Windovers - geordert.
Die beeindruckendste Karosserie auf der Tour durch Südafrika war zweifellos das viertürige Cabriolet, das auf drei Sitzreihen acht Personen inklusive des Fahrers Platz bot. Dieses Flaggschiff wurde im Tagesverlauf abwechselnd von unterschiedlichen Mitgliedern des Königshauses benutzt, zeitweilig auch von der gesamten Königsfamilie.
ImageAn einem Tag der ganzen Tour, die von 17. Februar bis 24. April dauerte stand HRH Princess Elizabeth ganz allein im Mittelpunkt. An Ihrem Geburtstag am 21. April nahm Sie im Allweather eine Truppenparade zu Ihren Ehren in Capetown ab.
Dass Ihre Majestät während des Krieges bei den Truppen gedient hatte, hat Ihr bei den Streitkräften zusätzliche Sympathien gebracht. Als Ihre Hochzeit mit einem Leutnant der Royal Navy, Sir Philip Mountbatten, der auch Mitglied des Griechischen Königshauses war, bevorstand, gab es in zahlreichen Einheiten Sammlungen für Hochzeitsgeschenke an HRH Princess Elizabeth bzw. das Paar.
Am Donnerstag, den 20. November 1947 heiratete die Thronfolgerin in Westminster Abbey HRH Prince Philip, the Duke of Edinburgh, zuvor Sir Philip Mountbatten. Das Prinzenpaar benutzte rund um die Hochzeit den Staatswagen, zu dieser Zeit eine Daimler Straight Eight Hooper Landaulette, die erst im Mai an das Königshaus zusammen mit einem baugleichen Exemplar übergeben worden war.
Die Royal Air Force und die Women’s Auxiliary Air Force haten insgesamt 4.000 GBPs gesammelt, um ein ganz spezielles Geschenk für HRH Princess Elizabeth zu ermöglichen. Nach diskreter Anfrage über die bevorzugte Verwendung der Summe erhielt man zur Antwort, dass ein Fahrzeug gesucht würde, dass sowohl für Repräsentationszwecke als auch den Privatgebrauch durch das junge Prinzenpaar angemessen wäre.  Dem Baumuster des großen Straight Eight folgend gab es auch eine geringfügig kleinere Variante mit 4,1-Liter-Sechszylinder-Motor. Dieser Daimler Four Litre, auch als DE27 bekannt, war mit einer Limousinen-Karosserie von Hooper das entsprechende Fahrzeug. Um seine Bestimmung zu unterstreichen erhielt das Fahrzeug für Ihre Hoheit das Kennzeichen HRH1.
Obwohl im Katalog als Six Light Limousine, also als Modell mit sechs Seitenfenstern, bezeichnet, wirkte diese spezielle Hooper-Karosserie besonders leicht, da für den Übergang vom zweiten zum dritten Seitenfenster anstelle eines massiven Metallrahmens eine überlappende Glaskonstruktion verwendet wurde. Das erhöhte gleichermaßen die Aussicht Ihrer Hoheiten wie den Blick auf Sie. Der Wagen war ganz in schwarz lackiert und im Fahrerabteil mit blauem Leder, hinten mit beigem West of England-Stoff bezogen.
ImageEine elektrische Trennscheibe und Vorhänge zum Chauffeurabteil, herausklappbare Zusatzsitze und das Blaulicht auf dem Dach erinnerten an eine Staatslimousine. Eine Besonderheit war auch das großzügig dimensionierte Radio im Fond.
Im Grunde war der ganze Fond großzügig und gab damit einen hervorragenden Rahmen ab für offizielle wie private Anlässe.
Das Fahrerabteil war bis auf das prächtige Furnier am Armaturenbrett spartanisch und die geforderten Lenkkräfte auch nicht unerheblich.  Aber da HRH Princess Elizabeth im Rahmen Ihrer Militärdienstzeit noch schwerere Nutzfahrzeuge gelenkt hatte, wusste Sie auch damit umzugehen. Meist war ohnehin HRH Prince Philip am Steuer, der jedoch von dem Wagen gar nicht begeistert war. Abgesehen davon, dass er mit seiner Größe wohl keine befriedigende Sitzposition im engen Chauffeurabteil vorfand, beklagte er das mangelnde Temperament des Wagens und auch laute Geräusche vom Antriebsstrang.  Als dann 1950 noch Getriebeprobleme auftraten, machte er sich dafür stark, den Wagen zu tauschen. Der Daimler Four Litre wurde durch den ersten Rolls-Royce Phantom IV, eine Limousine mit Karosserie von Mulliner, ersetzt. Ein Wechsel mit großen Konsequenzen, wie sich später zeigen sollte.
Rolls-Royce hatte nach dem Zweiten Weltkrieg keinen Markt mehr für ganz große und demonstrativ luxuriöse Repräsentationswagen gesehen und vermeinte mit dem ab 1946 angebotenen Silver Wraith, der auf dem Vorkriegsmodell Wraith und dessen Reihen-Sechszylinder mit 4,25 Liter Hubraum basierte, das Auslangen zu finden. Der Silver Wraith war quasi das Gegenstück zum Daimler Four Litre mit 4,1 Liter Hubraum, dem Straight Eight hatte Rolls-Royce weder bei der Karosserie noch beim Motor etwas entgegenzusetzen. Schon bald zeigte sich aber, dass die Karosseriebauer auf dem kurzen Fahrgestell des Wraith keine formschöne Limousine gestalten konnten. Ein optisch besonders missglücktes Exemplar war etwa die Mulliner Limousine für Ihre Hoheit die Herzogin von Kent. Hier war die Rückbank nicht mehr knapp vor, sondern schon über der Hinterachse angeordnet und das Heck musste abrupt enden, da bei entsprechender Fortführung der Karosserie die Balance des Designs völlig aus den Fugen geraten wäre.
ImageEs war niemand geringerer als HRH the Duke of Edinburgh, der Rolls-Royce auf dieses Manko hinwies und dazu ermunterte, Abhilfe zu schaffen. Dass sich der Prinz mit griechischen Wurzeln von Rolls-Royce-Modellen mit einem an einen griechischen Tempel erinnernden Kühlergrill mehr angezogen fühlte als von den britischen Daimlern ist unbestritten. Sein Onkel Lord Louis Mountbatten war ein glühender Anhänger von Rolls-Royce und hat dies wohl nicht unerheblich auf seinen Neffen übertragen.  Es ist daher nicht weiter erstaunlich, dass der Rolls-Royce Enthusiasts Club in die Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag von HRH the Duke of Edinburgh, der ebenfalls im April begangen wird, eingebunden ist. Er war es, der die Tür zum Britischen Königshaus geöffnet hat und den fast 50jährigen Bann gebrochen hat. Und mit dieser Referenz konnte Rolls-Royce am Weltmarkt der Königshäuser Boden zu Daimler gutmachen. Nachdem vor 1950 der neue Straight Eight die Nase vorne hatte und neben dem Britischen Königshaus auch an IM Königin Wilhelmina der Niederlande, SH Prinz Rainier von Monaco, IM König Mohammed Zahir Schah von Afghanistan und IM König Bhumibol von Thailand ausgeliefert wurde, sollte sich mit dem Phantom IV das Blatt zugunsten von Rolls-Royce wenden. Mit SH Mohammad Reza Pahlavi Schah von Persien, SH Abdullah III Al-Salim Al-Sabah Emir von Kuwait und IM König Faisal II des Irak sollten von 1951-1956 zumindest drei regierende Herrscher aus dem Nahen Osten dem Beispiel von HRHs Prinzessin Elizabeth und Prinz Philip folgen.
Das Prinzenpaar übernahm am 6. Juli 1950 den ersten Phantom IV mit einer Karosserie von Mulliner. Das neue Modell hatte nicht nur einen längeren Radstand als der Wraith, sondern auch einen standesgemäßen Reihen-Achtzylinder mit noch etwas mehr Hubraum als der Daimler.
Der Wagen hatte vorne nicht die übliche durchgängige Bank, sondern einen auf die Bedürfnisse von Prinz Philip zugeschnittenen Fahrersitz.  Wie der Four Litre zuvor nur für halboffizielle Anlässe bestimmt, war der Rolls-Royce in informellem "Valentins Grün" gehalten. Privatwagen blieb der Daimler 2½litre Saloon, bei hochoffiziellen Anlässen trat die Thronfolgerin wie bisher in Daimler Straight Eight-Modellen auf.
ImageUm den König angesichts seiner angegriffenen Gesundheit zu entlasten nahmen sowohl seine Gattin HM Queen Elizabeth als auch HRH Pricess Elizabeth Repräsentationsaufgaben wahr, wann immer dies passend erschien. Dabei machten beide von einer weiteren Straight Eight Landaulette Gebrauch, die 1949 angeschafft worden war. Von den beiden Staats-Landauletten unterschied sie sich nur in Details wie dem Umstand, dass die vorderen Türen hinten angeschlagen waren und die Karosserie um gute 5 cm niedriger war. Das Fahrzeug war zu dieser Zeit durchwegs mit blauem Stoff und Furnieren aus Walnussholz ausgestattet.
Die Geschichte des folgenden Fahrzeugs macht deutlich, wie sehr HRH Princess Elizabeth den Geschmack Ihres Vaters in Bezug auf Autos teilte.  Die Fahrten mit Ihm im Daimler 2½litre Drop Head Coupé dürften ihr gefallen haben, denn Sie behielt die weitere Entwicklung dieser Modellreihe im Auge. 1949 hatte Daimler das Modell 2½litre Special Sports mit einer Karosserie von Barker präsentiert, die so gelungen war, dass man sich kaum ein schöneres Drop Head Coupé vorstellen konnte. Barker, gegründet 1710 und damit einer der ältesten Karosseriebauer überhaupt, wurde 1938 vom Konkurrenten Hooper übernommen, um nur zwei Jahre später zusammen mit Hooper bei Daimler zu landen. Während Hooper auch räumlich eigenständig blieb, wurde Barker mehr oder weniger bei Daimler eingegliedert. Hooper präsentierte in der Folge auch ein eigenes Drop Head Coupé auf Basis des 2½litre, das die Barker-Version an Schönheit noch übertraf. Der Hooper wirkte noch schlanker als der Barker, obwohl er einen Platz mehr bot als der Barker, der als Dreisitzer ausgelegt war. Beim Hooper-Modell verschwand das geöffnete Verdeck in einem Kasten hinter den Rücksitzen, Fensterheber, Verdeck und sogar die Klappe, die den Verdeckkasten bedeckte, waren elektrisch betätigt.
HRH Princess Elizabeth entdeckte dieses neue Modell im Januar 1950 im Schauraum des Daimler-Händlers Stratstone und machte schon bald Ihr Interesse deutlich. Im April wurde freilich HRH the Duke of Edinburgh als potenzieller Käufer angegeben und Hooper fertigte ein Fahrzeug nach seinen erwarteten Vorlieben. Es war dunkelgrün lackiert mit einem roten Zierstreifen und hatte mit hellgrünem Leder bezogene Sitze. Als der Wagen fertig war, erzählte HRH Princess Elizabeth Ihrer Mutter von dem schönen Fahrzeug. Kurz darauf war auch der König neugierig, das Fahrzeug zu sehen und es wurde kurzfristig eine Präsentation für den König organisiert. Der war ebenso beigeistert wie seine Tochter und entschloss sich auf der Stelle zum Kauf des Special Sports, der das Drop Head Coupé aus der Vorkriegszeit ersetzte. Da sowohl das Königspaar wie auch das Prinzenpaar dieses Auto sehr gerne benutzten, verwundert es nicht, dass es im Sommer 1951 wieder zu Hooper geschickt wurde, um durch einige kleine Veränderungen für mehr Platz auf den Rücksitzen zu sorgen.
ImageWenn das Königshaus sich für längere Zeit in einem Landesteil aufhielt, so wurde der königliche Fuhrpark nicht verlagert, sondern man bediente sich der Dienste von zwei Verleihfirmen, die hochkarätige Fahrzeuge und das Vertrauen des Königshauses hatten, sich somit als Hoflieferanten bezeichnen durften. Es waren dies zum Einen Daimler Hire, bereits 1907 vom Hersteller ins Leben gerufen und 1920 als eigene Gesellschaft konstituiert, welche in ganz England Kunden mit prestigeträchtigen Fahrzeugen, wenn für besondere Anlässe gewünscht, auch in größerer Menge bediente. Die bedeutende Rolle, welche die Straight Eights von Daimler Hire bei der Krönungszeremonie gespielt haben, wurde bereits dargelegt. In Schottland hatte Rossleigh Ltd. in Edinburgh die Ehre, dem Königshaus Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen. Ihre Spitzenfahrzeuge trugen alle Kennzeichen mit den Buchstaben SF gefolgt von einer Ziffer. Anfang der Fünfzigerjahre wurden vom Königshaus insbesondere die folgenden Modelle in Anspruch genommen: Daimler Hooper Four litre (SF1), Daimler 2½litre Hooper Empress Saloon (SF2) und der Daimler 2½litre Hooper Special Sports Drop Head Coupé (SF3).
Ein Besuch des Königshauses in Australien und Neuseeland wurde bereits im März 1948 angekündigt und sollte ursprünglich - wohl mit Rücksicht auf die erst knapp zuvor erfolgte Eheschließung von HRH Princess Elizabeth - nur vom Königspaar zusammen mit HRH Princess Margaret bestritten werden. Sowohl von der Australischen wie der neuseeländischen Regierung wurden je sechs Daimler Straight Eight bei Hooper bestellt und nach ihrer Fertigstellung dem Königshaus im Oktober 1948 präsentiert.  Kurz danach wurden sie auf die Schiffsreise zu ihrem Bestimmungsorten geschickt und auch Begleitpersonal machte sich bereits auf den Weg als die Reise kurzfristig aufgrund des angegriffenen Gesundheitszustandes des Königs verschoben werden musste. Es sollte Ihm freilich auch später nicht mehr möglich sein, eine Reise nach Australien und Neuseeland anzutreten und so wurde die Entscheidung getroffen, dass HRHs Princess Elizabeth und the Duke of York an seiner Stelle die Tour im Jahre 1952 absolvieren sollten.
ImageHRH Princess war bereits auf einem Zwischenstopp in Kenia, als Sie die Nachricht vom unerwarteten Tod Ihres Vaters ereilte. Ihr Land, das Sie am 31.Jänner 1952 als Prinzessin verlassen hatte, betrat Sie am 7. Februar wieder als Königin.  Im zarten Alter von 25 Jahren bestieg Sie den Thron, um Königin des Vereinigten Königreichs, von Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika, Pakistan und Ceylon zu werden. Bei Ihrer Proklamation zur Königin wählte Sie den Namen Elizabeth II.
In der Zeit der Staatstrauer wurde der Fuhrpark des Königshauses neu geordnet. Eine der beiden Daimler Staats-Landauletten von 1949 ging ebenso an HM the Queen Mother wie die Privatwagen des Königs, die Lanchester Straight Eight Landaulette von 1939, die Lanchester Straight Eight Limousine von 1940 und das Special Sports Hooper Drop Head Coupé von 1950 sowie zwei Ford des Haushalts. Zur Verfügung der neuen Königin verblieben damit je eine Daimler Straight Eight Landaulette von 1949, 1947, 1946, 1940 und 1939 sowie zwei Straight Eight Allweather beide von 1949. Vor diesem Hintergrund erschien die Anschaffung eines neuen Staatswagens nicht opportun. Ihre Majestät entschied sich vielmehr Ihr bisheriges Fahrzeug, den Phantom IV beizubehalten. Angesichts der neuen Verwendung für hochoffizielle Anlässe war jedoch eine neue Lackierung in den Königlichen Farben angebracht. Der erste offizielle Einsatz eines Rolls-Royce als Wagen eines regierenden britischen Monarchen fand am 10. April 1952 statt als IM Queen Elizabeth eine Feierlichkeit in Westminster Abbey besuchte.
Für private Zwecke hatte HM Queen Elizabeth II bis dato ihr Daimler 2½litre Saloon von 1944 gedient, der sie in der Zeit zwischen 1949 und 1951, da Prince Philip dort stationiert war, sogar bis nach Malta begleitet hatte. Nachdem HM Queen Elizabeth II zwischenzeitlich auch das Nachfolgemodell Consort bereits gefahren war, schien ein neuer Privatwagen für die Königin an der Zeit und Mitte November 1951 machte sich Joseph Mackle von Stratstone, dem Daimler-Händler, dem die Betreuung des Königshauses vorbehalten war, daran, einen attraktiven Vorschlag zu unterbreiten.
ImageAusgangsbasis war das bildhübsche Hooper- Styling, das mit Bezugnahme auf des Messer‘s Schneide nur unvollkommen umschrieben ist.  Obwohl Ende 1949 auf der Earls Court Motor Show zeitgleich sowohl ein Rolls-Royce Silver Wraith als auch ein Daimler 2½litre Empress mit dem neuen brillanten Hooper Design an die Öffentlichkeit traten, war es der Daimler, der in Erinnerung blieb und für den Begriff "Empress-line" stilbildend wurde. In der Folge sollte Hooper sowohl Saloons als auch Limousinen auf Daimler-, Rolls-Royce- der Bentley-Chassis im Empress-Stil bauen. Im Herbst 1951 feierte das Daimler Modell Regency sein Debüt und mit ihm ein neuer 3,0-Liter-Motor. Mackle ließ auf dieser Basis eine Hooper Empress für die Queen anfertigen. Das Modell hatte eine dunkelgrüne Lackierung sowie blassgrünes Leder und leuchtendes Walnuss-Wurzelholz im Innenraum. Mit großer Wahrscheinlichkeit verfügte es auch bereits über den Aluzylinderkopf, der eine Leistung von 100 PS ermöglichte und der für die Allgemeinheit erst ab Herbst 1952 verfügbar war. Unklar ist, ob bereits HRH Princess Elizabeth mit dem Angebot konfrontiert wurde oder erst HM Queen Elizabeth. Fest steht, dass Ihre Majestät das Fahrzeug am 7. August 1952 in Balmoral übernahm und sieben Jahre damit äußerst zufrieden war.
Bei den Fahrzeugen des Haushalts wurde Ende 1952 der Daimler EL Twenty Four durch einen Austin Vanden Plas Princess, der Lanchester 18 durch einen Ford Zephyr und der Lanchester 14 Roadrider aus der Vorkriegszeit durch einen neuen Lanchester 14 ersetzt. Bereits 1953 wurde besagter Lanchester 14 gegen einen Daimler Conquest getauscht, der bei ähnlichem Aussehen statt des Vierzylinders des Lanchester einen Sechszylinder zu bieten hatte. Er selbst wich bereits 1954 dem verbesserten Modell Century Conquest, das über 100 PS verfügte. Für die wichtigsten Fahrten des Jahres 1953, die Touren im Anschluss an die offiziellen Krönungsfeierlichkeiten am 2. Juni, war wieder ein Daimler auserkoren, weil ein offenes Fahrzeug mehr Menschen die Sicht auf ihre neue Monarchin erlaubte.
Die neuseeländische Regierung trat an Hooper im Jahre 1953 heran mit dem Wunsch einen Aufsatz für das Allweather-Modell zu fertigen, der komplett aus Plexiglas bestehen sollte, um auch bei Schlechtwetter einen guten Blick auf das Königspaar zu erlauben. Da der Allweather für den Königlichen Besuch bereits in Australien war, verwendete Hooper einen der beiden Allweather des Königs von 1949 um die Konstruktion anzufertigen. Folglich wurde dies das erste Auto des Königshauses mit einem kompletten Plexiglasdach.
ImageNoch rascher als Daimler und um vieles früher als Rolls-Royce schaffte es eine 1948 neu gegründete Marke, Einzug in den Fuhrpark des Königshauses zu halten und sich bis heute dort zu behaupten - Land Rover. Angeregt vom amerikanischen Jeep wollte man bei Rover ein Fahrzeug schaffen, dass speziell für die Bedürfnisse der Landwirtschaft maßgeschneidert war. Dass man im Nachkriegsengland kaum Stahl zugeteilt bekam, aber Aluminium in großer Zahl vorhanden war, sollte sich als Glücksfall in Bezug auf die Korrosionsbeständigkeit des neuen Fahrzeugs erweisen. Die Geländetauglichkeit des neuen Modells sollte bald legendär werden und es mit nur jeweils geringfügigen Änderungen über 50 Jahre zu einem weltweit einzigartigen Modell in Bezug auf Kontinuität machen.  Das neue Modell hatte zuschaltbaren Allradantrieb und anfangs denselben 1,6-Liter-Motor wie der ebenfalls 1948 präsentierte Rover 60 P3.
Nach nur wenig mehr als einem Jahr seit der Präsentation fanden sich im Sommer 1949 drei Land Rover im Fuhrpark des Königlichen Haushalts, als Ersatz für drei Nutzfahrzeuge von Ford. Aber auch die erste Königliche Beförderung sollte nicht lange auf sich warten lassen.  Von 24. November 1953 bis zum 10. Mai 1954 begab sich das Königspaar auf eine Reise durch zahlreiche Commonwealth-Staaten - gleich sechs Land Rover, bereits mit stärkerem 2,0-Liter-Motor, sollten Sie dabei und auch in späteren Jahren, wie etwa 1956 in Nigeria begleiten oder in Australien stationiert bleiben und noch bis Ende der 80er-Jahre Verwendung finden.
Der bereits zweimal verschobene Besuch in Australien und Neuseeland konnte im Zuge dieser Tour endlich nachgeholt werden und die bereits 1948 überstellten Daimler Straight Eight kamen Ende 1953/Anfang 1954 noch einmal zu Königlichen Ehren, nachdem ihre Produktion knapp zuvor eingestellt worden war. Die Flotte der Königin bestand in Neuseeland aus zwei Allweather, drei Landauletten und einer Limousine, in Australien aus zwei Allweather, zwei Landauletten und zwei Limousinen. Wie schon die Exemplare, die in Südafrika Verwendung fanden, waren auch die Modelle für Neuseeland oder Australien dunkelblau und schwarz lackiert sowie mit einem dünnen roten Zierstreifen versehen.  Die Innenausstattung bestand beim Allweather aus dunkelrotem Leder im gesamten Fahrzeug und bei den Landauletten und Limousine aus dunkelblauem Leder in der vordersten Sitzreihe und grauem Stoff im Fond. Diese Tour durch die Commonwealth-Staaten brachte dem jungen Königspaar größte Sympathie, nicht zuletzt aufgrund seines spontanen Auftretens.
ImageDass bei den Krönungsfeiern 1953 und bei den Königlichen Besuchen in Neuseeland und Australien wieder ein Daimler im Mittelpunkt war, gefiel Rolls-Royce natürlich gar nicht und so wurde noch 1953 bei Hooper eine Landaulet Karosserie für einen Phantom IV in Auftrag gegeben. Offiziell war das Fahrzeug als Modell zum 50jährigen Firmenjubiläum 1954 deklariert, das tatsächliche Ziel war jedoch, dass dies der erste Rolls Royce werden sollte, der von einem regierenden britischen Monarchen angekauft wird. Der erste Phantom war ja quasi mit als Hausrat der Prinzessin in den Buckingham Palace übersiedelt. Als Kampfansage an die schwarz-blauen Straight Eights, welche die Touren sowohl in Südafrika als auch in Neuseeland und Australien bestritten hatten, war auch der "Jubiläums-Phantom" schwarz-blau lackiert. Es war übrigens der erste Phantom IV mit einem Automatikgetriebe, nachdem alle bisherigen Modelle auf Handschaltung ausgelegt waren.  Die Landaulette wurde dem Königshaus mit dem Hinweis präsentiert, dass sie ausschließlich zur Benutzung durch die Königliche Familie bereit gehalten würde und zu jeder Zeit erworben werden könnte. Der Wagen wurde in der Folge von der Königlichen Familie tatsächlich gelegentlich benutzt, ein Ankauf war vorerst kein Thema.
Bereits 1952 war die Produktion des Daimler Four Litre eingestellt worden, 1953 schließlich auch jene des Straight Eight. Die Daimler wurden zwar zu Feierlichkeiten höchsten Ranges nach wie vor herangezogen, dennoch machte sich sowohl beim Königshaus als auch bei anderen Kunden der Königsklasse Irritation breit, da Daimler für beide Modelle einen Nachfolger mit in diesen Kreisen damals noch ungewohnter Pontonkarosserie präsentiert hatte - die Regina.  Dieses Modell hatte nicht den Glanz der beiden Vorgänger und war zudem auch nicht prestigeträchtig genug motorisiert. Die Regina hatte bloß einen Sechszylindermotor mit 4,6 Liter Hubraum und war damit sowohl von Aussehen als auch Leistung dem Phantom IV unterlegen.  Als man bei Daimler die fehlende Marktakzeptanz erkannte, wollte man mithilfe von Hooper retten, was noch zu retten war. Die Anfang 1957 präsentierte Landaulette mit Hooper Karosserie war wenig erstaunlich bis auf die Front dem Rolls-Royce Phantom IV Jubiläums-Modell in jeder Hinsicht ebenbürtig, allein motorisch blieb es beim Sechszylinder und im Vergleich zum Namen Phantom IV hatte die Bezeichnung DK400 den Charme einer Postleitzahl. Es wurden nach dem Beispiel von Rolls-Royce zwar sowohl diese Landaulette wie auch eine Limousine dem Königshaus zur Verfügung gestellt und von anderen Mitgliedern wie etwa der Königin Mutter auch genutzt, HM Queen Elizabeth II kam mit einem der beiden Modelle jedoch vermutlich erst viel später in Berührung.
Image1956 war freilich auch die Produktion des Phantom IV eingestellt worden und es war die Frage, wie wohl das zukünftige Spitzenmodell von Rolls-Royce aussehen würde. Interessanter Weise entstand 1958 bei Hooper ein weiteres Paar im Stile des Daimler DK400 diesmal freilich für Rolls Royce auf Basis des Silver Wraith LWB und in einer Allweather-Ausführung. Sie waren für die australische Regierung bestimmt und sollten für die Mitglieder des Königshauses im Falle eines Besuches zur Verfügung stehen.  Rolls-Royce war freilich 1958 schon wieder einen Schritt voraus und hatte den Phantom V für 1959 bereits im Probelauf. Dieser baute auf den formvollendeten Linien des Rolls-Royce Silver Cloud auf und war damit optisch ein weniger radikaler Übergang zur Moderne als es der Daimler Regina war und verfügte über einen V8-Motor mit nochmals vergrößertem Hubraum.  An zwei speziellen Exemplaren mit Plexiglaskonstruktion für das Königshaus wurde bei Park Ward bereits parallel gearbeitet.
Vor diesem Hintergrund war die Ende 1958 getroffene Entscheidung des Königshauses keine Überraschung: Die Daimler Landaulette von 1947 wurde 1959 durch den Jubiläums-Phantom von 1954 ersetzt und die beiden Landauletten von 1949 wurden 1960 durch die beiden neuen Phantom V ersetzt.
Da HM Queen Elizabeth II sich 1959 auch von Ihrem 3litre Empress getrennt hatte, war mit dem Verkauf der letzten Landaulette am 3.  November 1960 eine bis dahin unvorstellbare Zäsur eingetreten. Erstmals seit 58 Jahren war der regierende britische Monarch nicht Eigentümer eines Daimler! Das Band zur Marke blieb vorerst nur durch die beiden DK400 über die Ihre Majestät verfügen konnte sowie die weitere Inanspruchnahme von Daimler Hire, wenn für besondere Anlässe zusätzliche Fahrzeuge gebraucht wurden, aufrecht.
Verfehlte Modellpolitik war nur ein Grund, zur Entfremdung hatte wohl auch noch ein weiterer Umstand beigetragen. Von Sir Bernard Docker und seiner Frau Nora, die mit der Leitung von Hooper betraut waren, wurde ein zumindest für die damalige Zeit, sehr ostentativer Lebensstil gepflegt, der zwischen 1951 und 1955 auch in opulenten Show-Modellen mit Zebrafellen oder Eidechsenhäuten für die Innenausstattung seinen Niederschlag fand, so wie man es auch von Rolls-Royce kannte, etwa dem Silver Wraith Hooper Brougham von 1953 für den armenischen Erdölmagnaten Nubar Gulbenkian. Den Ruf der vornehmen Zurückhaltung im Vergleich zu Rolls-Royce konnte Daimler nun nicht mehr in Anspruch nehmen.
ImageDer 1959 präsentierte Phantom V setzte bei der Frontgestaltung auf die Form des 1955 vorgestellten Modells Silver Cloud, die Formgebung des übrigen Wagenkörpers und damit der Gesamteindruck variierte je nach Karosseriebauer jedoch enorm. So ist etwa die Ausgestaltung durch James Young mit stärker akzentuierter Seitenlinie und einem fließend abfallenden Heck von einer eleganten Sportlichkeit geprägt, die man einer Limousine dieser Größe nie zutrauen würde. Die von Park Ward, seit 1939 im alleinigen Eigentum von Rolls-Royce, gestalteten Karosserien mit nur geringer Profilierung der Seitenteile und deutlich abgesetztem Kofferraum wirkten im Vergleich dazu so hausbacken wie die Daimler Regina von 1954. Bei den Fahrzeugen für das Königshaus wurde dieses wenig vereinnahmende Design durch ein extrem hohes Dach noch verstärkt. Die 1962 und 1965 von Park Ward für HM the Queen Mother bzw. den Emir von Bahrain angefertigten Landauletten ohne erhöhte Dachlinie wirkten deutlich gefälliger.  HM Queen Elizabeth und HRH the Duke of Edinburgh waren nun aber mit einer Karosserielinie (hoch)bedacht, die man als physisch aber nicht ästhetisch erhaben bezeichnen kann.
Auch die Länge des Wagens erreichte eine Dimension auf die man bis vor kurzem nicht eingerichtet war. Die 1953 in Dienst gestellte Königliche Jacht "Britannia" hatte an Deck eine gläserne Garage, um einen Staatswagen aufzunehmen, der Ihre Majestät auf der Reise begleitet.  1955 wurden sowohl die Rolls-Royce Phantom IV Mulliner Limousine von 1950 als auch die Daimler Straight Eight Hooper Landaulette von 1949 erfolgreich einem diesbezüglichen Test unterzogen. Park Ward hatten die neue Phantom V Landaulette jedoch ohne Bedachtnahme auf diese Unterbringungsmöglichkeit konzipiert, sodass in der Folge stets die Stoßstangen demontiert werden mussten, um den Rolls-Royce über die einzig zugängliche Seitenfront in die Garage zu bekommen.
Als Staatsoberhaupt von Kanada war Ihre Majestät natürlich öfter auf Besuch in diesem Teil des Commonwealth als in vielen europäischen Ländern. Diesem Umstand verdankt Sie freilich auch die Erfahrung mit mit großvolumigenV8- Motoren aus amerikanischer Produktion. 1957 etwa fuhr Sie in einem viertürigen Cabriolet auf Basis des Lincoln Premier und 1959 diente eine äußerst elegante Cadillac Landaulette Ihrer Beförderung.
In Italien hatte sich die 1957 präsentierte Lancia Flaminia den Rang als Fahrzeug des Staatspräsidenten erobert, obwohl es seit 1933 mit Alfa Romeo einen Automobilhersteller in Staatsbesitz gab. Im März 1960 erteilte der italienische Staatspräsident Giovanni Gronchi an die weltbekannte Design- und Karosseriebaufirma Farina den Auftrag, eine offene Staatslimousine auf Basis des Flaminia Saloon zu bauen. Farina verlängerte das Fahrgestell um 61 cm, um eine dritte Sitzreihe zu ermöglichen und gab der Seitenlinie ein neues Profil. Das nach nur einem halben Jahr präsentierte Modell war gleichermaßen grazil wie imposant, beeindruckte mit Stil.  Rund ein halbes Dutzend wurde in der Folge gefertigt, die alle dunkelblau lackiert und mit schwarzem Leder im Innenraum ausgekleidet waren. Das schwarze Stoffverdeck konnte ebenso wie die Fensterheber elektrisch betätigt werden und wenn absehbar mit schlechtem Wetter zu rechnen war, konnte man auch auf transparente Aufsätze zurückgreifen. Als Vorsichtsmaßnahme gab es zusätzliche Benzinpumpen und doppelte Zündverteiler, für Paraden eine besondere Getriebeuntersetzung. Jedes Fahrzeug war individuell bezeichnet, wobei man klassische Pferdenamen wie Belsito, Belfiore oder Belvedere wählte. In diesen Prunkkutschen schwebte HM Queen Elizabeth II und Ihr Gefolge bei Ihrem Staatsbesuch in Italien im Jahre 1961 durch Rom. Vielleicht hat es Battista Farina diesem Meisterwerk zu verdanken, dass seinem Antrag auf Namensänderung in Pininfarina 1961 vom italienischen Staatspräsidenten entsprochen wurde. Ende 1961 unternahm Ihre Majestät einen Besuch in den Commonwealth-Staaten Ghana, Gambia und Sierra Leone. Dabei nahm Sie in Ghana wohl erstmals bei einem öffentlichen Auftritt auf der Rückbank eines zweitürigen Cabriolets Platz.
ImageAuf Ihre Schiffsreise nach Australien im Jahre 1963 musste Ihre Majestät Königin Elizabeth keinen Rolls-Royce mitnehmen, denn die australische Regierung hatte für diesen Besuch umfassend vorgesorgt. Nicht weniger als sechs neue Fahrzeuge mit unterschiedlicher Karosserieform waren in der zweiten Hälfte der 50er-Jahre in Auftrag gegeben worden. Nachdem wie bereits erwähnt das Chassis des Rolls-Royce Silver Wraith von 1946 sich als zu kurz für Limousinenaufbauten herausgestellt hatte, entschloss sich Rolls-Royce schließlich 1951 auch eine verlängerte Version und damit noch eine Zwischenstufe zum Phantom IV anzubieten. Auf Basis des Silver Wraith Long Wheel Base (LWB) entstanden 1958 alle sechs Fahrzeuge für Australien, darunter eine Limousine von Mulliner und zwei Allweather von Hooper. Es war dies einer der letzten Aufträge, die Mulliner als eigenständiges Unternehmen von Rolls-Royce entgegen nahm. Bereits 1959 ging Mulliner in den Besitz von Rolls-Royce über, um 1961 mit Park Ward verbunden zu werden. Für Hooper waren 1959 die Tage gezählt und die Daimler-Tochter stellte den Karosseriebau ein.
Während die Mulliner Limousine von zeitloser Schönheit war und auch heute noch gefällt, waren die Allweather von Hooper nicht über jeden ästhetischen Zweifel erhaben. Erstmals 1953 am Silver Wraith für den Ölmagnaten Gulbenkian angewendet, waren die überdachten Frontscheinwerfer auch fünf Jahre später noch kein vertrauter Anblick. Die durch die vorgezogenen Flügel verstärkte Wirkung der geschwungenen Seitenlinie stand in unauflöslichem Gegensatz zum senkrechten Rolls-Royce-Kühlergrill, der in diesem Umfeld wie ein Grabstein wirkte. Der gewölbte Kühlergrill von Daimler oder Bentley harmonierten deutlich besser mit dieser Linie.
Offenbar überkamen auch die australische Regierung Zweifel, ob dieser Stil den Vorstellungen Ihrer Majestät entspricht und man gab knapp vor dem Staatsbesuch noch einen weiteren Auftrag über zwei Allweather, diesmal bei Mulliner Park Ward, den seit 1961 zu einem Unternehmen verbundenen Rolls-Royce Tochterunternehmen.  Basis war der Rolls-Royce Silver Cloud III, wobei hier ausnahmsweise nicht die typischen Doppelscheinwerfer des Cloud III verwendet wurden, sondern die einfachen Scheinwerfer wie bei Einführung des Modells.
HM Queen Elizabeth II bevorzugte schlussendlich jedoch die Allweather-Version von Hooper, da diese durch größere und hinten angeschlagene Türen einen würdevolleren Auftritt und Abgang erlaubte. An solchen Details offenbart sich der Unterschied zwischen einem Karosseriebauer, der seit 58 Jahren Fahrzeuge für das Königshaus baut und einem Unternehmen, das erst seit vier Jahren im königlichen Geschäft ist.
Falls Ihre Majestäten daher in Australien 1963 nicht Gelegenheit fanden einen Silver Cloud Allweather zu fahren, so ergab sich schon drei Jahre später auf den Bahamas eine neuerliche Gelegenheit.
ImageDaheim auf der Insel umgab sich Ihre Majestät beruflich wie privat oftmals mit bodenständigem Gerät. Nach einer ersten Serie von für Paraden umgebauten Land Rover-Modellen 1953 gab es gegen Ende der Serie I zumindest ein weiteres Exemplar, das aber vermutlich der letzte derartige Umbau war und noch über 10 Jahre nach Erscheinen der Serie II genutzt wurde.
Ein Landrover wurde mittlerweile auch von Ihrer Majestät selbst gefahren, freilich ein standesgemäßes Exemplar mit langem Radstand und 6-Zylinder-Motor, der ab 1967 verfügbar war.  Man kann mit Fug und Recht sagen, dass Sie die Marke salonfähig gemacht hat.
Ihre Majestät war zweifellos um Ausgewogenheit bemüht - nicht nur in Ihrer Politik, sondern auch bei der Wahl der Karosserie und Hersteller Ihrer Automobile. Für praktische Zwecke, die nicht unbedingt die Bodenfreiheit eines Landrover erforderten, stand Ihr auch ein Vauxhall Cresta Estate zur Verfügung. Vauxhall war eine britische Traditionsmarke, die 1903 in den Automobilbau einstieg und Fahrzeuge höchster Qualität mit sportlichem Anspruch erzeugte.  Aufgrund der schwierigen Marktbedingungen nach dem 1.Weltkrieg suchte Vauxhall 1925 Anschluss bei General Motors. Dort geriet Vauxhall jedoch sehr in den Stil transatlantischer Großserienprodukte. So hatte auch der Vauxhall Cresta PC einiges mit einem Chevrolet Impala oder einem Holden HR gemeinsam. Einzigartig war jedoch die Kombiversion, die niemand geringerer als der Coachbuilder Martin Walter aus Folkestone schuf. Dieser hatte zwar schon glorreichere Chassis veredelt, aber er war einer der wenigen Karosseriebauer, die überhaupt die 60er-Jahre erlebt haben. Der Cresta Estate war aufgrund größerer Federn und Räder hinten 5 cm höher als der entsprechende Saloon, den er im Preis um 40 % übertraf.
Der Staatsbesuch in Österreich im Januar 1969 war eine der ganz wenigen Gelegenheiten, da man HM Queen Elizabeth II in einem Mercedes sehen konnte - das war nicht "ihr" Daimler. Im Käfer- und Sterneland Österreich glaubte man hingegen, Ihrer Majestät eine Freude zu machen, als man Ihr eine geborgte Mercedes 600 Landaulette zur Verfügung stellte.
Die nächste Tour nach Australien ließ nicht lange auf sich warten und für 1970 wurden wieder neue Fahrzeuge vorbereitet. Ein Phantom VI war mittlerweile das Königliche Maß der Dinge.  Motorisch anfangs ident mit dem Phantom V waren allein die Doppelscheinwerfer ein leicht erkennbares Unterscheidungsmerkmal zum Vorgängermodell.
In Australien waren 1970 nochmals die Land Rover der Serie I von 1953 im Einsatz, in Großbritannien kam 1971 freilich bereits die Serie III auf den Markt. Die Scheinwerfer waren bereits 1968 nach außen in die Kotflügel verlegt worden, außen war somit einzig der Plastik- Kühlergrill anstelle des bisherigen aus Metall, ein Unterscheidungsmerkmal. Dramatischer Veränderungen spielten sich im Inneren ab. Das Getriebe war nun für alle Vorwärtsgänge synchronisiert und das neu gestaltete Armaturenbrett war für den Luxus eines Radios zumindest vorbereitet.
ImageBei Ihrem Staatsbesuch in Frankreich im Mai 1972 erwartete HM Queen Elizabeth II ein ganz besonderes Fahrzeug, welches speziell für diesen Anlass gebaut worden war, um freilich auch fortan dem Französischen Staatspräsidenten zur Verfügung zu stehen. Von 1968 bis 1975 war Citroen Mehrheitsaktionär des legendären italienischen Sportwagenherstellers Maserati. Aus dieser Verbindung resultierte ein Spitzenmodell, das die herausragenden Fähigkeiten der beiden Hersteller miteinander verband - die hydropneumatische Federung, die auch Mittelklasse- Citroens den Komfort der Oberklasse verlieh, auf der einen Seite und die italienische Motorenbaukunst, die Maserati zahlreiche Siege auf der Rennstrecke eingebracht hat, auf der anderen Seite. Der Citroen SM war ein äußerst elegantes Coupé, das vorne durch eine durchgängige Verglasung zwischen den Scheinwerfern statt des üblichen Kühlergrills auffiel und dessen Karosseriebreite sich nach hinten zu verjüngte.  Bei Bedarf war es dank des Maserati-Motors 220 km/h schnell. Auf dieser Basis sollten für den französischen Staatspräsidenten zwei verlängerte viertürige Cabriolets entstehen. Dazu war Henri Chapron berufen, der in den 60er-Jahren bereits hinreißend schöne offene wie geschlossene Coupé-Versionen des Citroen DS entwickelt hatte. Für die zwei Präsidenten-SM wurde der Radstand verlängert, um ein zweites Türpaar zu ermöglichen und das Getriebe so abgestuft, dass auch lange Paraden im Schrittempo möglich waren.  Die beiden Sitze in der ersten Reihe wurden wie auch die Lenksäule an die Außenseiten des Wagens verschoben, um in der Mitte noch Platz zu schaffen für einen nach hinten gewendeten Sitz für einen Dolmetscher. Auch die Farbwahl war eine Hinwendung an den Gast aus dem Vereinigten Königreich: Tudorschwarz.
Der Rover 3litre Saloon, inoffiziell auch als P5 bezeichnet, wurde im September 1958 vorgestellt.  Von dem ursprünglichen Projekt, ein Modell unterhalb des P4 anzubieten, war Rover wieder abgekommen, da die Verkäufe des Land Rover so gut gingen, dass für ein Fahrzeug in großen Stückzahlen nicht ausreichend Produktionskapazitäten vorhanden waren. Der Sechszylinder-Motor des P4 wurde von 2,6 auf 3,0 Liter durch Vergrößerung der Bohrung erweitert. Das neue Modell war auf Wunsch mit Automatik oder Trennscheibe erhältlich und überzeugte bei Raumangebot, Komfort und Verarbeitungsqualität dermaßen, dass es viele Jahre Premierministern und Ministern der Regierung Ihrer Majestät diente.
Auch HM Queen Elizabeth II war beeindruckt und wählte einen 3litre Saloon als Privatwagen.  Sie blieb diesem Modell der ersten Serie in Wacholdergrün auch treu als längst eine zweite, dritte und vierte Serie am Markt war und 1963 ein wesentlich moderneres Modell, der P6 erschien. Fast wehmütig erwarb Sie knapp vor Produktionsende 1973 noch ein Modell der letzten Serie, die bereits von einem Buick V8-Motor mit 3,5 Liter Hubraum angetrieben wurde. Der Wagen in Arden-Grün sollte Ihr weitere 10 Jahre dienen.
Image1960 als die letzte Staats-Landaulette von Daimler aus Königlichen Diensten ausschied, brachte für die älteste britische Automobilmarke noch eine viel größere Wende - die Übernahme des Unternehmens durch Jaguar. Das 1922 gegründete Unternehmen hatte einen steilen Aufstieg hinter sich und um allen Aufträgen zeitgerecht nachkommen zu können, waren die bestehenden Kapazitäten zu gering. Die Übernahme der Daimler Werke in Coventry, wo auch Jaguar seit 1928 angesiedelt war, stand mehr im Vordergrund als einen Konkurrenten zu vereinnahmen so wie Rolls-Royce es mit Bentley 1931 getan hatte. Obwohl Jaguar selbst als Lieferant für das Königshaus auftrat und an HM the Queen Mother 1955 einen Mk.VII M lieferte und diesen in den Folgejahren bis auf Mk.IX-Niveau erneuerte, hatte man für das Luxussegment von Anfang an Daimler im Auge. Der Jaguar Firmenchef Sir William Lyons, auf den so geniale Entwürfe wie der XK 120, der Mk.VII , der Mk.II oder der EType zurück gehen, nahm sich nun der Marke Daimler an und konzipierte für sie 1968 ein neues Flaggschiff. Er wählte dafür Linien, die vorher noch nicht dagewesen waren und dennoch alt-ehrwürdig wirkten. Obwohl 30 cm kürzer als der zeitgleich vorgestellte Rolls-Royce Phantom VI, bot die Daimler-Limousine gleich viel Innenraum. Während Phantom V und Phantom VI optisch lediglich wie verlängerte Silver Cloud II bzw. III wirkten, war der Daimler DS 420 ein völlig eigenständiger Entwurf ohne optische Parallelen. Im Vergleich zum Phantom hatte er zwar nur einen 6 Zylinder, dafür aber Scheibenbremsen und war auch nur halb so teuer.  Der Daimler DS420 sollte mit einer Bauzeit von 24 Jahren und über 4.100 verkauften Exemplaren (exklusive rund 900 Sonderkarosserien) die erfolgreichste Limousine aller Zeiten werden.  Sir Lyon‘s Entwurf von 1968 geriet so überzeugend, dass die Mutterfirma British Leyland den Vanden Plas 4litre sofort aus der Produktion nahm und stattdessen die neue Daimler DS420 Limousine beim noblen Karosseriebauer Vanden Plas fertigen ließ.
Die Eleganz und der Erfolg des Modells blieb auch dem Königshaus nicht verborgen und HM the Queen Mother übernahm 1970 Ihre erste DS 420 Limousine, der im Laufe der Jahre noch vier weitere folgen sollten. Auch HM Queen Elizabeth II sollte bald nähere Bekanntschaft mit dem Modell machen. Für das dritte Treffen der Regierungschefs der Commonwealth-Staaten war Jamaica als Austragungsland auserwählt.  Der dortige Generalgouverneur musste sich demnach an die Beschaffung eines standesgemäßen Fahrzeugs für das Staatsoberhaupt aller Commonwealth-Staaten machen. Für einen solchen Zweck war die Daimler DS420 Limousine von ihrer Gesamterscheinung zweifellos das attraktivste Serienmodell. Um das aber noch zu steigern wurde Vanden Plas mit der Umgestaltung in eine Landaulette beauftragt. Die sehr aufwändige und gewissenhafte Arbeit resultierte in einem Kaufpreis der doppelt so hoch war wie jener der Limousine. Neben der Landaulette wurde von Ihrer Majestät beim Gipfeltreffen auch eine DS 420 Limousine benutzt. Von Vanden Plas sollte nur mehr ein weiteres Landaulette gebaut werden, für die Regierung des Sudan, aber zahlreiche Umbauten unbekannter Meister sollten folgen.
Die DS 420 Limousine war auf zahlreichen Staatsbesuchen das Repräsentationsfahrzeug der Königin, meist vom Gastgeberland beigestellt und in 99 % der Fälle schwarz lackiert, nur auf Jamaica erschien weiß zweckmäßiger.
Die Britische Vereinigung der Autohersteller und -händler wollte HM Queen Elizabeth II anlässlich Ihres Silberjubiläums der Thronbesteigung 1977 ein besonderes Geschenk machen.  Da Ihre Majestät bereits zwei Exemplare des Rolls-Royce Phantom V mit einem Plexiglas- Dach besaß, einigte man sich darauf, Ihrer Majestät ein weiteres derartiges Modell auf Basis des neueren Phantom VI zu diesem besonderen Anlass zu schenken. Obwohl der Auftrag bereits 1976 an Rolls-Royce bzw. Mulliner Park Ward erging, dauerte es bis zum März 1978, ehe der Wagen für die Königin fertig gestellt war. Es sollte folglich sehr zum Ärger der Auftraggeber ein nachtägliches Geschenk werden. Optisch setzte der Wagen die unförmige, um fast 30 % erhöhte Dachlinie fort und auch die Doppelscheinwerfer gab es schon beim Vorgängermodell ab 1963. Solch banalen Modeerscheinungen wie Scheibenbremsen verweigerte sich das Spitzenmodell von Rolls-Royce bis zum Produktionsende 1991.
ImageDer Rolls-Royce Phantom VI sollte also fast solange wie der Daimler DS 420 produziert werden und war ohne erhöhte Dachlinie wesentlich eleganter. Zumindest ein Standard-Exemplar wurde ebenfalls vom Königshaus angeschafft oder dem Königshaus von Rolls-Royce zur Verfügung gestellt. In ihm werden weitere Mitglieder des Königshauses, Gäste oder Vertreter Ihrer Majestät befördert.
Aus Anlass Ihres Silbernen Thronjubiläums, machte Lord Montagu HM Queen Elizabeth II ein besonderes Angebot. Er erklärte sich bereit, das erste Fahrzeug des Königshauses anhand von alten Darstellungen zumindest teilweise wieder in seinen Originalzustand zu versetzen. Nach je einer Präsentation für den Thronfolger in den Jahren 1896-1998 war es wohl die Ausfahrt mit dem Daimler 12HP von Lord Montagu’s Vater im August 1899, die HRH the Prince of Wales bewogen hat, sein erstes Auto zu erwerben.  Diesen Daimler 8HP mit einer Karosserie von Hooper, die als Mail Phaeton charakterisiert wurde, übernahm er am 28. 3. 1900. Noch im selben Jahr erwarb Seine Hoheit aber bereits einen stärkeren Daimler 12HP und war bereit, sich vom 6HP wieder zu trennen. Lord Suffield erwarb daraufhin das Fahrgestell, um es noch im selben Jahr mit enormem Gewinn an Lord Hastings zu verkaufen. Dieser ließ schließlich bei den Eagle Carriage Works einen Tonneau- Aufbau mit rückwärtigem Einstieg anfertigen.  1903 wurde der Wagen erneut gravierend verändert.  Um die Installierung eines Frontkühlers statt des zuvor hinter dem Motor angeordneten Kühlers zu ermöglichen, wurde das Fahrgestell verlängert, die Lenksäule und Vorderradaufhängung verändert und schließlich auch die Motorhaube neu gestaltet. In den Folgejahren verkam der Wagen und wurde 1924 nur knapp vor der Verschrottung gerettet. Von den Daimler-Werken wieder fahrtüchtig gemacht, konnte sich der Vater der Königin, HM King George VI, bei einem Betriebsbesuch im März 1938 an einer Ausfahrt erfreuen. Der Krieg bzw. die daraus resultierende Materialnot dürften dem Fahrzeug aber erneut zugesetzt haben, da bei der Rückgabe an das Königshaus im Jahre 1968 wesentliche Teile fehlten. Zwei Klubs für Historische Fahrzeuge unternahmen zusammen die Anstrengung einer Restaurierung, die mit einer Teilnahme am London-Brighton-Run 1971 erfolgreich abgeschlossen war. 1978 begann Lord Montagu schließlich mit dem Rückbau des Vorderwagens auf die ursprüngliche Form, die 15 Monate in Anspruch nahm. Im Jahre 1980 konnte der Wagen Ihrer Majestät wieder übergeben werden. Er war und ist das Prunkstück Ihrer 1973 gegründeten Sammlung Königlicher Fahrzeuge auf Ihrem Landsitz Sandringham House.
Die Sammlung Ihrer Majestät umfasst folgende weitere Fahrzeuge regierender Monarchen:
1914 Daimler 45HP Hooper Brougham
1924 Daimler 57HP Hooper Shooting Brake
1929 Daimler Double Six 30 Hooper Brougham
1936 Daimler Straight Eight Shooting Brake alle von HM King George V
1947 Daimler Four Litre Hooper Limousine von HM Queen Mary
1949 Daimler Straight Eight Hooper Landaulette von HM King George VI
1960 Rolls-Royce Phantom V Park Ward Landaulette von HM Queen Elizabeth II
Auch das nächste Fahrzeug entführt uns in die Vergangenheit und wurde in der Chronologie beim Jahre 1957 bereits angesprochen. Die Daimler DK400 Hooper Landaulette war zusammen mit einer DK400 Limousine Bewerber um die Rolle des State Car, unterlag jedoch dem Phantom V. Die DK400 Landaulette wurde zwischen 1957 und 1959 vor allem bei Besuchen am Kontinent, wie jenem der Königin Mutter in Dünkirchen oder auf den Kanalinseln genutzt.  Nachdem der Wagen eine Zeitlang der Regierung der Grafschaft Middlesex gedient hatte, kam er in private Hände. Der bei den britischen Truppen in Deutschland stationierte Journalist Andrew Pastouna ließ jedoch sowohl die Landaulette als auch die DK400 Limousine bis hin zu den Original-Farben so perfekt restaurieren, dass HM Queen Elizabeth II , HM the Queen Mother und andere Mitglieder des Königshauses bei Staatsbesuchen in Deutschland ab 1982 gerne auf diese Fahrzeuge zurückgriffen.
Als Daimler 1972 wieder einen 12-Zylinder ins Programm nahm, griff man auf den traditionsreichen Namen Double Six zurück. Das Modell wurde über zwei Jahrzehnte zum Inbegriff für luxuriöse und entspannte Fortbewegung, die freilich Fahrleistungen erlaubte, die vielen Sportwagen das Nachsehen ließen.  Von Fachleuten wird dieser Motor als der beste Zwölfzylinder aller Zeiten bezeichnet. Auch die Karosserieform war ein Klassiker und erfuhr in 20 Jahren nur zweimal Änderungen, was in der informellen Zusatzbezeichnung Serie 1-3 zum Ausdruck gebracht wird. Nach den Jahren mit Rover fuhr HM Queen Elizabeth II ab Juli 1984 wieder einen Daimler als Privatwagen. Die Farbe Ihres Double Six der Serie 3 war eine nur für Sie gemischte Sonderfarbe mit der Bezeichnung Edinburgh-Grün.
ImageIm selben Jahr feierte Daimler auch ein Comeback als Ausstatter Ihrer Majestät für offizielle Anlässe. Nachdem HM the Queen Mother bereits seit 14 Jahren die DS420 Limousine fuhr und HM Queen Elizabeth im Ausland des öfteren ebenfalls mit einem solchen Modell unterwegs war, wurde die Flotte Ihrer Majestät um ein solches Modell erweitert. Macht man die Frontpartie zum Unterscheidungskriterium, so handelt es sich bereits um die dritte Serie der klassischen Limousine.
Die nächste Serie stand bereits 1987 ins Haus und brachte eine Angleichung der Frontpartie an jene des zuvor dargestellten Saloon, wobei ihr die schwarzen Kunststoffstoßfänger weniger schadeten als dem Saloon, da geschätzte 99 % der Limousinen ohnedies schwarz lackiert waren.  Die neue Frontpartie täuschte eine Frische vor, die der Motor nicht mehr hatte. 1948 war der Jaguar XK-Motor ein Meisterwerk, nun wurde es immer schwieriger die strengeren Abgaswerte zu erfüllen, weshalb der neue Saloon ab Herbst 1986 auf eine neue Motorgeneration setzte. In der Limousine musste der XK-Motor weiterdienen und konnte nicht mehr wie in seiner Jugend gewohnt aus dem Vollen schöpfen, sondern war vielmehr mit magerem Gemisch konfrontiert, wogegen er mit einem lauteren Verbrennungsgeräusch gar nicht dezent demonstrierte.
Aber das tangierte nicht die Herrschaft hinter der Trennscheibe sondern eher die Chauffeure.  Diese stimmte Daimler freilich ab Ende 1985 versöhnlich und eröffnete Ihnen fast eine neue Welt. Das Lenkrad war moderner und der Automatikwählhebel wanderte von der Lenksäule zwischen die Sitze. Ja - zwischen verstellbare Einzelsitze, die man dem Lenker statt der bisher üblichen durchgängigen Bank zugestand. Wenn dann auch noch wie bei den Fahrzeugen des Königshauses die Sitze Armlehnen hatten statt mit blauem Leder mit Baroda-blauem Stoff bezogen waren, der mehr Halt bei der Lenkarbeit bot und atmungsaktiver war, so kam fast der Eindruck auf, das Ende der Zweiklassengesellschaft sei angebrochen.  Die im Fond verwendeten Stoffe waren freilich nicht nur von anderer Farbe, sondern auch Qualität - West of England-Stoff war hier das Maß aller Dinge.
HM Queen Elizabeth II übernahm 1987 gleich zwei Exemplare des neuen Modells, die so wie ein weiteres Exemplar für die Königliche Familie in den Königlichen Farben lackiert waren.  Die drei Daimler waren auch in der Innenausstattung ident. Die Praxis des Königshauses, bei Staatslimousinen jeweils ein Paar zu erwerben muss vor allem vor logistischem Hintergrund gesehen werden. Man hat bei Inlandsflügen am Abflug- wie am Ankunftsflughafen das gleiche Fahrzeug zur Verfügung und kann auch Staatsgästen ein gleichrangiges Fortbewegungsmittel bieten. Dies war auch der Grund, warum neben den beiden Daimler Limousinen ein zweiter Phantom VI mit Plexiglas-Hochdach erworben wurde. Äußerlich ident, konnte er aber auf den 1979 eingeführten größeren Motor setzen, weshalb das neue Modell wohl zur Nummer Eins im Königlichen Fuhrpark wurde.
Abseits offizieller Verpflichtungen genoss Ihre Majestät urtümlichere Formen der Fortbewegung.  Falls Sie nicht selbst im Sattel sitzt, so ist Sie regelmäßiger Gast bei Pferdebewerben, an denen auch HRH the Duke of York bisweilen teilnimmt. Er versteht nicht nur das Lenkrad, sondern auch die Zügel mehrspänniger Kutschen zu führen. Für Tage in Reiterstiefeln gibt es kein besseres Fahrzeug als einen Land Rover.  Nachdem die spartanischen Geländewagen von Land Rover doppelt so viele Verkäufe erzielten als die Saloons von Rover, sah man bei Rover einen Markt für ein Fahrzeug, dass die Geländetauglichkeit eines Land Rover mit der Eleganz eines Rover verbindet. Das Ergebnis dieser Überlegungen war der 1970 vorgestellte Range Rover, der von Anbeginn überzeugte. Eine formschöne und dennoch hoch funktionelle Linie erweckte Erwartungen, die der permanente Allradantrieb und der bärenstarke V8 erfüllten.  Auch Ihre Majestät fand die Kombination bestechend und sollte fortan ein treuer Kunde des neuen Multitalents werden. Im Grunde war dies das erste Modell, das sowohl Ihren Erfahrungen aus der Militärzeit als auch der Würde Ihres Amtes gerecht wurde. Im Range Rover war Sie erdverbunden und dennoch erhaben.
Ihr Daimler Double Six muss HM Queen Elizabeth II sehr viel Vergnügen bereitet haben, denn als sich dessen rekordverdächtige 20jährige Produktionszeit dem Ende zuneigte, kaufte Sie 1991 nochmals ein geradezu identes Exemplar.  Die damals 65jährige liebte das Selbstfahren wann immer es passend erschien und so war in Sandringham niemand erstaunt, wenn Sie sogar an Ihrem Geburtstag in Ihrem grünen Daimler zur Kirche fuhr.
Es muss monarchischer Weitblick gewesen sein, 1991 nochmals einen Double Six zu kaufen, denn zwei Jahre später hätte man bei Daimler einem derartigen Wunsch gar nicht entsprechen können. Das Management hatte wie schon Mitte der 50er-Jahre den Markt falsch eingeschätzt und den Motorraum des Nachfolgemodells nur für die Aufnahme eines drastisch kleineren 6-Zylinder-Motors ausgelegt. Und das ausgerechnet zu einer Zeit als die Bayrischen Motorenwerke sich anschickten, dem seit 14 Jahren bestehenden Monopol von Coventry für 12-Zylinder in viertürigen Karosserien den Kampf anzusagen.  Sechseinhalb Jahre war man in Coventry mit Umbauten im Motorraum beschäftigt, um wieder einen 12-Zylinder in das Auto zu bringen, da ging sich gerade mal ein Jahr Produktionszeit aus. Der erste Double Six Ihrer Majestät ging nach dem Eintausch in das Firmenmuseum, den Jaguar Daimler Heritage Trust (JDHT).
Wie bereits zuvor angedeutet war das Ende der Daimler-Limousine nicht durch mangelnde Nachfrage vorherbestimmt, sondern durch die Unwirtschaftlichkeit einer Umrüstung auf einen neuen Motor, Katalysator oder ABS.  Wenngleich die allerletzte Limousine sehr wohl über Benzineinspritzung verfügte. Sie ging vom Fließband weg ebenfalls an den Jaguar Daimler Heritage Trust. Die drei vorletzten Limousinen wurden dem Königshaus übergeben. Ein Exemplar er ging an HM the Queen Mother und erneut zwei Exemplare an HM Queen Elizabeth II .  Alle drei Fahrzeuge waren in den Königlichen Farben lackiert, die Innenausstattung der beiden Limousinen der Königin entsprach mit größter Wahrscheinlichkeit den zwei vorhandenen Exemplaren, die von Ihr behalten wurden. Mit vier gleichartigen Daimlern war Sie nun auf großes Gefolge bestens vorbereitet.
Im Dezember 1994 beehrte Queen Elizabeth II.  das zweite Mal nach 1957 das Jaguar- & Daimler-Werk in Coventry mit einem Besuch. Sie ließ sich vom Firmenchef Nick Scheele durch die Produktionshallen führen und zeigte sich auffallend interessiert am neuen Daimler Double Six, der wenige Wochen zuvor der Weltöffentlichkeit präsentiert worden war. Dieses Modell stellte zugleich Höhepunkt und Abschluss der Double Six-Baureihe dar. Es verband Innenraumgestaltung in bester britischer Tradition und in unübertroffener Eleganz mit modernster Technik. Am Ende Ihres Besuchs gab HM Queen Elizabeth II einen Double Six der neuesten Generation in British Racing Green für sich in Auftrag.
Der Wunsch von Konzernmutter Ford nach einer möglichst kostengünstigen Produktion bedeutete das Ende sowohl für den Daimler Six als auch für den Double Six. An ihre Stelle traten so wie schon in den 30er-Jahren neue 8-Zylinder- Motoren, diesmal freilich in platzsparender VForm.  An der klassisch schönen Karosserie gab es keine nennenswerten Änderungen im Zuge dieses Modellwechsels 1997. Dies mag den Umstieg für HM Queen Elizabeth II erleichtert haben, die sehr auf Kontinuität bedacht war. Auf drei grüne Double Six Modelle folgte daher ein grüner V8, so die schlichte neue Bezeichnung.  Anders als zuletzt entschied sich Ihre Majestät aber für die Version mit langem Radstand.
ImageAuch wenn das bevorzugte Einsatzgebiet sich auf die Umgebung von Windsor, Sandringham und Balmoral beschränkt, so kommen doch rund 6.500 km pro Jahr auf den Privatwagen von HM Queen Elizabeth II zu. Offenbar ging es Ihrer Majestät mit dem V8 zu beschaulich zu, denn Sie wechselte 2001 auf das stärkere Modell Super V8, dessen Motor durch einen Kompressor aufgeladen 363 PS bot. Zudem entschied sich Ihre Majestät wieder für die fahrerorientierte Ausführung mit kurzem Radstand, die beim Spitzenmodell nur auf Wunsch geliefert wurde.  Die Außenfarbe blieb gleich, beim Interieur gab es nur minimale Veränderungen. Das Leder war aber nun eher beige als grau und das Lenkrad war diesmal teils aus Holz, teils lederummantelt.
Im Juli 2002 wurde die Produktion des Daimler V8/Super V8 eingestellt. Das letzte Exemplar, das vom Band lief, wurde vom Werk Ihrer Majestät überlassen, obwohl Sie erst ein Jahr zuvor ein neues Modell erworben hatte. Es war Ihr sechster Daimler innerhalb von 18 Jahren und der erste seit 50 Jahren, der nicht grün, sondern dunkelblau lackiert war. Vier der fünf Vorgängermodelle gingen wieder an Jaguar & Daimler zurück und waren dort bis 2009 Exponate des JDHT.
Nach dem etwas verpatzten Geschenk zum Silbernen Regierungsjubiläum 1977 durfte sich die Vereinigung der Britischen Autohersteller und -händler zum Goldenen Regierungsjubiläum 2002 nicht nochmals mit Lieferverzug des Herstellers des Geschenkfahrzeuges blamieren.  Dass eine neue Staatslimousine gerne gesehen würde, war offenkundig, hatte der Rolls-Royce Phantom VI von 1987 doch bereits 200.000km auf dem Plexiglas-Buckel.
Doch da gab es bereits im Vorfeld einige Hürden zu überwinden. Wer war denn noch ein Britischer Hersteller? Lotus war seit 1982 bei General Motors, Aston Martin seit 1987 bei Ford, Jaguar und Daimler sollten 1989 folgen. 1993 suchte Lotus sein Glück bei Bugatti, 1996 schließlich bei Proton. Dazwischen hatte BMW 1994 mit einem Schlag Land Rover, Rover, MG und Mini erworben. Doch der spektakulärste Coup in der "Autoschlacht um England" war sicherlich der Erwerb von Rolls-Royce und Bentley durch Volkswagen im Jahre 1998. Da war der Nationalstolz dann schon mehr als nur angeschlagen.  Dies wurde nur gering durch die Schadenfreude gemildert, dass der Großeinkäufer aus Deutschland im Siegesrausch nicht so genau darauf geachtet hatte, was er denn kauft. Letztlich gehörte ihm das Werk in Crewe und die Markenrechte am "Spirit of Exstasy", aber Autos unter der Bezeichnung Rolls-Royce verkaufen durfte nicht er, sondern nur BMW. Nur Geschäftsführer, die auch Mehrheitsaktionäre sind, überleben solche Konstellationen und können sich mit der Konkurrenz die Beute aufteilen. Die Lösung sah so aus, dass Volkswagen bis Ende 2002 weiterhin Rolls-Royce-Fahrzeuge fertigen und verkaufen darf und BMW die dazu erforderlichen Motoren weiterhin liefert. Denn Rolls-Royce hatte sich aus der Motorenherstellung bereits 1998 verabschiedet, nachdem der Rolls-Royce V8 bis dahin respektable 39 Produktionsjahre vorweisen konnte, nur 5 Jahre weniger als der Jaguar XK-Motor.
Somit war klar, dass das neue State Car kein Rolls Royce werden würde. Volkswagen würde BMW solch ein Geschenk wohl nicht machen, auch wenn die Bayern dafür sicher gratis einen Motor geliefert hätten. Und selbst durften die Münchner bis 2003 keinen BMW als Rolls Royce verkaufen. Dass für die Fertigung Crewe die erste Wahl war, stand aufgrund der Erfahrung der Mitarbeiter in den letzten 41 Jahre außer Zweifel - aber ein Bentley mit BMW V8- bzw.  V12-Motor oder mit Audi W12-Motor? Volkswagen hatte schließlich den diplomatischen Einfall, dass man die nächste Motorengeneration für den Bentley Arnage ohnedies bei Cosworth in
England entwickeln lasse wollte.
ImageNun hatte man den Produktionsort und den Motorenlieferant - aber wie sollte die Karosserie aussehen. Nach dem Jahrhundert-Design Silver Cloud bzw. Bentley S hatten sich die Designer aus Crewe schrittweise einer Kastenform genähert, die man zuvor nur bei Volvo kannte.  Nach dem Auslaufen des Phantom VI ging man überdies noch daran, Limousinen nach amerikanischem Muster mit einem dritten Türpaar zu "stretchen". Einen solchen Nachtklub-Auftritt konnte man Ihrer Majestät nicht antun. Also musste eine völlig neue Limousine entworfen werden.
Doch hatte man bei Bentley den richtigen Mann dafür? Dirk van Braeckel war zuvor bei Ford, Audi und Skoda und hatte dort zuletzt den Verkaufserfolg Oktavia entworfen. Nun war seine Aufgabe einfacher - Produktionsziel waren nur zwei Exemplare und der Kunststoffanteil musste nicht so hoch sein wie zuvor.
Herausgekommen ist ein typisches Produkt unserer Zeit. Der Bentley ist die erste britische Staatslimousine, die Bekanntschaft mit einem Windkanal geschlossen hat, bis auf den Kühlergrill sind Chrom außen und Furniere im Inneren auf ein Minimum reduziert. Das Chassis kam vom Arnage, ansonsten beschränkte sich Bentley darauf, die Zulieferer zu koordinieren: die Karosserie kam von Mayflower Vehicle Systems, das Interieur von TWR und Intier Automotive, der Antriebsstrang von Ricardo, die Elektronik von Leoni Wiring Systems, die Endkontrolle von MSX International. Mit anderen Worten - Ihre Majestät sitzt heute ungeachtet eines Kaufpreises von je 14 Mio. US -Dollar pro Wagen in einem genau so globalisierten Auto wie ihre Untertanen.
Die Limousine für das 21. Jahrhundert hatte zwar riesige, aber ausgewogene Maße, wie der folgende Vergleich mit ihren Vorgängern veranschaulicht: sie ist exakt um 10 % länger und um 10 % höher wie die Daimler DS420 Limousine, übernimmt also deren Grundproportionen, vom Hochdach-Phantom VI unterscheidet Sie sich jedoch krass mit fast 30 cm mehr Länge, jedoch über 10 cm weniger Höhe. Die schiere Größe des Bentley State Car offenbart sich erst im Vergleich mit diesen Autos, die wir zuvor für Riesen hielten. Durch die ausgewogenen Proportionen sieht man dem Bentley die 4 Tonnen nicht an. Diese Werte rufen einem freilich Ettore Bugatti in Erinnerung, der einst Bentleys als die schnellsten Lastwagen der Welt bezeichnet hatte.
Das einzig wohltuend archaische an dem Wagen ist der mächtige Kühlergrill und die von Edward Seago entworfene Kühlerfigur des heiligen Georg, der mitsamt Drachen den Windkanal überlebt hat. Verbrauch ist bei dem fast 4 Tonnen schweren Wagen ohnehin kein Thema. Die Queen wird immer von ihrem Hauptchaffeur bzw. dessen Vertreter gefahren, auf dem Beifahrersitz nimmt stets ihr persönlicher Sicherheitsoffizier Platz.
Der Innenraum ist kein heimeliger englischer Salon mehr. Er hat eher die Aura der Business Class eines Langstreckenflugzeuges. Das Gefühl der Geborgenheit kommt eher daher, dass sowohl die Glasflächen als auch der sonstige Wagenkörper schwer gepanzert sind, die Bodenplatte auch Minen standhält und der Fahrgastraum gegen chemische Attacken versiegelt werden kann
ImageMit Bentley ist 2002 eine neue Marke zu Königlichen Ehren gelangt, im selben Jahr schien es, als würde sich die traditionsreichste Marke des Königshauses, ja ganz Englands, leise verabschieden.  Jaguar zögerte bis 2005, ehe man auf Basis des neuesten XJ8 mit Aluminiumkarosserie das Topmodell Daimler Super Eight herausbrachte.  Ganze drei Jahre wurde kein Daimler angeboten, womit klar wurde, weshalb man Ihrer Majestät 2002 rasch noch das letzte produzierte Daimler Super V8-Modell übergeben hatte. 2005 war man aber wieder lieferfähig und konnte HM Queen Elizabeth II den mit knapp 400 PS stärksten Daimler aller Zeiten übergeben.
Wie viel Ihre Majestät dieses Potenzial ausnützt, bleibt offen. Den Londoner Stadtverkehr meidet Sie, sitzt aber gern bei ihren Besuchen auf den Königlichen Schlössern in Windsor, Balmoral oder Sandringham am Steuer. Das ist auch das bevorzugte Revier Ihres Range Rover.
Im Frühjahr 2009 war die Produktion des Jaguar XJ8 ausgelaufen, das neue Modell, das im Herbst präsentiert wurde, sollte nicht mehr der klassischen Linie folgen. Einer Fortsetzung der Traditionsmarke Daimler kann Jaguar offenbar auch nichts abgewinnen - im kommerziellen Sinn des Wortes. Man hatte andere Prioritäten.  Nach dem Ausstieg aus der 12-Zylinder-Produktion 1997 wurden binnen kurzer Zeit im Hinblick auf den Massenmarkt kleinere und preiswertere Modelle auf den Markt geworfen.  Allein der Wunsch von Konzernmutter Ford mit Audi, BMW und Mercedes bei den Stückzahlen gleichzuziehen, erfüllte sich nicht. Ein Jaguar als Dienstwagen war für Firmenchefs selbst noch dann zu luxuriös, wenn er einen Dieselmotor hatte.
Auf einen Jaguar als Privatwagen hatten bereits mehrere weibliche Mitglieder der Königlichen Familie gesetzt, allen voran die Mutter der Königin, für die ab 1955 ihr roter Jaguar Mk.VII M zu einem Markenzeichen wurde und die ab 1973 auch einen XJ12 Vanden Plas LWB in Maroon fuhr oder Ihre Hoheiten Prinzessin Diana und die Herzogin von York, die beide ein XJ-S Cabriolet fuhren. Ihre Majestät war der Auftritt von Jaguar wohl zu sportlich und es dauerte bis zum Jahre 2004, ehe auch ein Jaguar X-Type 3.0 Estate in British Racing Green Ihren Fuhrpark bereicherte. Ihre Majestät muss damit sehr zufrieden gewesen sein, denn 2008 übernahm Sie nochmals ein Exemplar der zweiten Serie, diesmal in dem helleren Grün mit der Bezeichnung "Emerald Fire".
Jaguar hofft zweifellos, dass Ihre Majestät auf den neuen XJ8 als Privatwagen setzt, so wie Ihr Premierminister David Cameron, der seit Mai 2010 die Tradition seiner Vorgänger mit dem neuesten Modell fortsetzt. Und die Chancen stehen gut, wenn man die Parallelitäten verfolgt.  Edward Heath, Harold Wilson und James Callaghan fuhren wie Ihre Majestät den Rover P5, Baroness Margaret Thatcher hatte wie Ihre Majestät einen Daimler Double Six Series 3, John Major einen Jaguar XJ12 als Pendant zum Double Six Ihrer Majestät, Tony Blair den Jaguar XJ8 als Pendant zu Daimler V8 bzw. Super V8 Ihrer Majestät und Gordon Brown schließlich den Jaguar XJ8 als Pendant zum Super Eight der Königin. Mit einer Kostprobe des neuen Jaguar XJ8 ist Ihre Majestät ohnehin bereits konfrontiert, hat doch Ihr aktueller Range Rover von 2010 dessen 5 Liter Kompressor-Motor mit über 500PS.
Alles Gute und weiterhin unfallfreie Fahrt Eure Majestät!
 
 
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