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Montag, 18. Januar 2021
Mercedes-Benz 120 Jahre Motorsportgeschichte Drucken E-Mail
Geschrieben von Mercedes-Benz Classic   

Heft bestellen - Mercedes-Benz 120 Jahre Motorsportgeschichte

Motorsport ist Automobilgeschichte von Mercedes-Benz.
120 Jahre Motorsportgeschichte von Mercedes-Benz - Seit 1894 dominieren Produkte der Marken Mercedes, Benz und Mercedes-Benz das Renngeschehen auf internationalen Pisten.

Text & Photos: Mercedes-Benz Classic

  ImageVon der ersten Automobilwettfahrt der Geschichte. 1894 bis zu den diversen aktuellen Engagements im Motorsport: Die Rennsport-Aktivitäten von Mercedes-Benz und den Vorgängermarken erzählen eine Erfolgsgeschichte, die ihre Wurzeln früh in der Anfangszeit des Automobils hat. Seit dem 19. Jahrhundert sind die Rennsport- und Rallyewagen aus Stuttgart im sportlichen Wettstreit immer wieder ganz vorne zu finden. Ihre Erfolge zeugen von innovativer Technik, dem Siegeswillen der Fahrer und effizienter Teamarbeit. Herausragende Momente in der Rennsportgeschichte der Marke sind zum Beispiel die Teilnahme am weltweit ersten Automobilwettbewerb im Jahr 1894, der erste Sieg eines Mercedes bei der Rennwoche von Nizza im Jahr 1901, der Dreifachsieg der Daimler-Motoren-Gesellschaft beim Grand Prix von Lyon im Jahr 1914, die Zeit der Kompressorwagen nach 1922 und vor allem die Ära der Silberpfeile vor und nach dem Zweiten Weltkrieg sowie Rallyes und Rekordfahrten in der Zeit danach - auf diesen Fundamenten bauen die aktuellen Erfolge in der Formel 1, der DTM (Deutschen Tourenwagen-Masters) und dem Kundensport auf. Zahlreiche großartige Momente der Motorsportgeschichte fasst die Fernsehserie "Magische Momente". Die Stunde der Silberpfeile" zusammen - erhältlich auf DVD und Blu-ray.
Ein Engagement im Rennsport darf nicht losgelöst vom täglichen Betrieb in Labors, Werkstätten und Fabrikhallen gesehen werden. Vielmehr steht der Motorsport in Wechselwirkung mit erstklassigen Produkten in allen anderen Bereichen: Erfahrungen aus der Entwicklung von Wettbewerbsfahrzeugen gehen in die Serie ein - und umgekehrt. Die Kompetenz der Ingenieure aus dem umfassenden Produktprogramm der Weltmarke Mercedes-Benz und ihrer Vorgängerunternehmen liefert Impulse für die Verbesserung der Rennwagen. Besonders eindrücklich ist dieser direkte Austausch von Technik und Know-how in den ersten Jahrzehnten des Rennsports zu erkennen.
In größeren Zusammenhängen gilt diese Wechselwirkung aber auch heute noch. Technische Kompetenz im Rennsport verbindet sich mit der Begeisterung am sportlichen Wettbewerb. Im globalen Umfeld wandeln sich Kundenwünsche und Märkte, worauf das Unternehmen kontinuierlich aktiv reagiert. So haben viele technische Innovationen, die neue Wege im Automobilbau eröffnen, ihre Wurzeln in zukunftsweisenden Entwicklungen der Rennsport-Ingenieure.
ImageRennsport hat Menschen und Fahrzeuge als Protagonisten, aber ohne das Team und die Marke im Hintergrund können weder Spitzenpiloten noch die besten Rennwagen siegen. Im Motorsport zeigt sich deshalb bei jedem Rennen von Neuem, dass die gemeinschaftliche Leistung über den Erfolg entscheidet. Team, Technik und Taktik müssen reibungslos zusammenspielen.  So endet die Bedeutung und Faszination der Rennen auch nicht mit der Zielflagge: Wer sich wie Mercedes-Benz als Marke mit voller Kraft im Motorsport engagiert und weltweit Siege erringt, der wirbt weit über den Sport hinaus für seine eigenen Produkte. Das ist ein bewährtes Wissen auch bei Mercedes-Benz und den Vorgängermarken: "Wir halten die Mehraufwendungen für Rennen als unumgänglich notwendig, um in der internationalen Konkurrenz für unser Fabrikat den ihm gebührenden Platz zu behaupten" - so heißt es schon im Benz-Geschäftsbericht von 1907/08.

Motorsport als Leitmotiv der Markengeschichte.  Das Automobil stellt bereits in seinen Frühtagen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ersten Wettbewerben seine Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit unter Beweis und überzeugt die Menschen damit von den "Wagen ohne Pferde". Fahrzeuge von Daimler und Benz nehmen schon in dieser Frühzeit des Automobils an allen namhaften Veranstaltungen in Europa und darüber hinaus in weiteren Ländern der ganzen Welt teil. Sie gewinnen Rennen und durchbrechen bei Rekordfahrten immer neue Geschwindigkeitsgrenzen.
Der Motorsport erlebt seine Geburtsstunde vor 120 Jahren in Frankreich. Das "Système Daimler" - ein Zweizylinder-V-Motor, der nach den Originalplänen Gottlieb Daimlers in Frankreich in Lizenz gebaut wird - treibt die siegreichen Automobile von Peugeot und Panhard & Levassor an. Bei den ersten Wettfahrten der Welt Paris-Rouen (1894) und Paris-Bordeaux-Paris (1895) belegen die von Daimler-Motoren angetriebenen Fahrzeuge die ersten Plätze.
ImageFür die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) sowie Benz & Cie. stellen sich schnell internationale Erfolge im Motorsport ein. Dafür ist der erste Mercedes mit seinen Siegen bei den Rennwochen von Nizza 1901/02/03 ein ebenso eindrückliches Beispiel wie der Benz 200-PSRennwagen, der 1909 als erstes Automobil die magische Marke von 200 km/h überwindet und schnell den Beinamen "Blitzen-Benz" erhält.  Viele große Erfolge werden in Frankreich erzielt, etwa der Sieg der DMG beim Grand Prix in Dieppe im Jahr 1908 - mit zwei damals noch konkurrierenden Fahrzeugen von Benz auf den Plätzen 2 und 3. Oder der historische Dreifachsieg der Daimler-Motoren-Gesellschaft beim Grand Prix in Lyon im Jahr 1914 - bis heute einer der größten Siege im Motorsport überhaupt.
Die Fusion der Daimler-Motoren-Gesellschaft mit Benz & Cie. im Jahr 1926 zur Daimler Benz AG schweißt auch die erfolgreichen Rennsportaktivitäten der beiden Marken zusammen. Dominiert wird diese Epoche der späten 1920er -Jahre von den Mercedes-Benz Kompressor-Sportwagen, die alle wichtigen Veranstaltungen gewinnen. Als "weiße Elefanten" gehen vor allem die Fahrzeuge der legendären S-Reihe in die Motorsportgeschichte ein. Die Krönung folgt 1931 bei der strapaziösen Mille Miglia, die Rudolf Caracciola am Steuer der Kurzversion SS K mit einem spektakulären Sieg gewinnt.
Von den 1930er-Jahren bis 1955 - unterbrochen vom Zweiten Weltkrieg - dauert die Ära der Silberpfeile. Unter diesem Namen fassen die Markenhistoriker eine ganze Familie von Rennwagen, Rekordfahrzeugen und Rennsportwagen zusammen, die mit ihren silberfarbenen Karosserien, ihrer überragenden Technik und den historische Siegen zum Mythos werden. Vor dem Krieg dominiert Mercedes-Benz mit den Silberpfeilen die europäischen Grand Prix, 1952 folgt der Wiedereinstieg mit dem 300 SL Rennsportwagen (W 194) und schließlich die zweifache Weltmeisterschaft der Formel 1 in den Jahren 1954 und 1955 mit dem W 196 R sowie der Sieg in der Sportwagen-Weltmeisterschaft mit dem 300 SLR (W 196 S) im Jahr 1955.
ImageAngesichts der großen Herausforderungen, die sich durch die Entwicklung neuer Personenwagen ergeben, zieht sich die Stuttgarter Marke nach 1955 für mehrere Jahre aus dem Motorsport zurück. Private Teams, unterstützt von Mercedes-Benz, führen die Motorsport-Tradition aber weiter und sind auf den internationalen Siegerpodien stark präsent. Hier setzen sehr unterschiedliche Fahrzeuge in unterschiedlichen Wettbewerben mit ihren Siegen immer wieder deutliche Akzente: Anfang der 1960er-Jahre dominieren die "Heckflossen"-Limousinen (W 111/112) sowie der 230 SL (W 113) die internationalen Rallyepisten. Aber auch das Luxuscoupé SL C setzt Ende der 1970er-Jahre deutliche Ausrufezeichen, bevor das G-Modell 1983 die Rallye Paris-Dakar gewinnt. Ebenso erfolgreich sind die schweren Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge bei Rallyes, Marathon-Fahrten und bei der Truck Racing Europameisterschaft.
Neben diesen Renn- und Rennsportwagen entstehen immer wieder Rekordfahrzeuge. Einige basieren auf Forschungsfahrzeugen, wie etwa dem C 111 (C 111-II D von 1976 bis C 111-IV von 1979). Andere werden aus der Serie abgeleitet, wie 1983 der Mercedes-Benz 190 E 2.3-16, der im süditalienischen Nardò drei Weltrekorde und sowie neun Klassenrekorde einfährt.  In den späten 1980er-Jahren kehrt Mercedes-Benz zurück in den Rundstrecken-Motorsport und gewinnt mit Gruppe-C-Rennsportwagen zwei Weltmeisterschaften. Parallel dazu treten die Stuttgarter auch in der Deutschen Tourenwagen- Meisterschaft (DTM) und später in der International Touring Car Championship (IT C) an. Insgesamt erringt Mercedes-Benz zwischen 1986 und 1996 drei Meister- und vier Vizemeistertitel.  Seit 2000 fährt die Marke dann wieder in der neu organisierten DTM, mit Gesamtsiegen in den Jahren 2000, 2001, 2003, 2005 und 2006 - im Jahr 2003 erringt das Team sogar einen Dreifachsieg mit Bernd Schneider als Gesamtsieger.  Diesen Triumph wiederholt Mercedes-Benz in der Saison 2010 mit Paul di Resta als Gesamtsieger.
ImageNachdem die Stuttgarter in der Gruppe C und der DTM Anfang der 1990er-Jahre große Erfolge gefeiert haben, steigt Mercedes-Benz 1994 dann auch wieder in die Königsklasse des Motorsports, die Formel 1, ein - zunächst über die Teams Sauber-Mercedes (1994) und McLaren-Mercedes (seit 1995). In dieser Zeit gewinnen die Piloten Mika Häkkinen zwei (1998 und 1999) und Lewis Hamilton einen Weltmeistertitel (2008) und das Team West-McLaren-Mercedes eine Konstrukteursmeisterschaft (1998).  Dazu kommen zehn Vizemeisterschaften.  Eine neue Ära bricht im Jahr 2010 an: Mercedes Benz kehrt mit einem eigenen Werksteam in die Formel 1 zurück und verpflichtet als Spitzenfahrer Michael Schumacher, der nach seinem Rücktritt in der Saison 2013 von Lewis Hamilton ersetzt wird. Hamilton ist 2008 mit 23 Jahren der damals jüngste Weltmeister in der Formel-1-Geschichte und hat seit 2010 insgesamt elf Mal bei einem Grand Prix ganz oben auf dem Siegerpodest gestanden. Nico Rosberg feiert 2012 beim Rennen in Shanghai seinen ersten GP-Sieg mit einem Silberpfeil. Am Ende der Saison 2013 sichert sich das MERCEDES AMG PETRO NAS Werksteam die Vizemeisterschaft der Konstrukteure.
Image120 Jahre Motorsport im Zeichen des Sterns: Die Geschichte von Mercedes-Benz ist untrennbar mit der Historie des Automobilrennsports verbunden. Und das sportliche Engagement zeigt sich im Rückblick immer wieder als Antrieb einer visionären Weiterentwicklung der Fahrzeugtechnik. So ist Motorsport auch immer eine rasante Fahrt in die Zukunft.
 
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