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Freitag, 26. Mai 2017
Ein Leben unter Strom Drucken E-Mail
Geschrieben von Christian Spatt   

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Langsam aber sicher hält auch bei uns die Moderne Einzug. BMW C Evolution, echte und reine Elektromobilität.

Ob mit diesem Roller die elektrisch betriebenen Fahrzeuge endgültig in der Mitte der mobilen Gesellschaft angekommen sind, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilt werden, aber vermutlich wird man in einigen Jahren sagen können, dass der C Evolution zumindest einer der letzten Schritte war, der dies ermöglichten.


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Wie jedes Fahrzeug hat auch dieses Stärken und Schwächen. Manch eine ist im Fahrzeugkonzept begründet, das Thema Reichweite wird natürlich auf absehbare Zeit eines bleiben und die physikalischen Limits, die hier gesetzt werden, kann BMW natürlich nicht negieren. Aber letztlich sind 100 km ein akzeptabler Wert für einen Roller.


Neben der Reichweite gibt es eine 2. Eigenschaft im Datenblatt, die den Haupteinsatzzweck vordefiniert: Die Höchstgeschwindigkeit. Bei 120 ist Schluss mit lustig. Elektronisch abgeregelt. Wobei lustig, darüber ist nochmals zu sprechen.


Hier sehen wir nämlich die einzige wirkliche Schwachstelle. Das Strömungsverhalten ist überraschend. Es ist natürlich auch ein bisserl der Sitzposition geschuldet, daß man den vollen Wind an Kopf und Torso bekommt, aber bei Tempo 100 hat man auf einer Naked weniger Wind gegen sich. Ohne jetzt Aerodynamiker zu sein, und Windkanal haben auch grad keinen, aber es scheint als wäre das Design des Windschilds nicht ideal gelungen.


Das führt auch dazu, daß ab Tempo 100 der Energieaufwand massiv steigt.

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Der primäre Einsatzzweck, der Stadtverkehr ist mit Reichweite und Höchstgeschwindigkeit damit quasi vorgegeben. Es wäre aber falsch, ihn auf Stadtbetrieb einzugrenzen. Durch den langen Radstand (1594mm, damit in einer Klasse mit den grossen Yamaha-Rollern, im Vergleich eine Vespa 300 1370mm) besteht er auch DEN Lackmustest schlechthin, Tangente Richtung Süden zwischen der Hansonkurve und der Ausfahrt Inzersdorf. Ganz ohne Zahnarzttermin...

Aber im Vergleich zu den Stärken war das jetzt ein bisserl jammern auf hohem Nivo, und Stärken gibts genug. Das lustigste ist definitiv der Startvorgang: Ständer rein, Bremse ziehen, Startknopf und... "Ready" am Display zu lesen. Das ist - wenn man Benzingetriebenes kennt - überraschend. Wegfahren, nicht minder lustig. Man dreht am Griff und die Welt um einen setzt sich lautlos in Bewegung. Dreht man mehr am Griff, merkt man aber schnell, daß man es schon selbst ist, der sich bewegt. Tut man das im Dynamic Mode, muss man sich wirklich festhalten. Man wird an keiner Kreuzung ein Problem haben. Egal, was da links und recht neben einem steht und auf das Umschalten der Ampel wartet.

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Die Fahrmodi sind eine nette Spielerei. man spürt sie nicht nur an der Beschleunigung, sondern auch am Ruck, mit dem die Rekuperation einsetzt. Da ist dann Dynamic ein bisserl heftig. Road ist der angenehmere Kompromiss.

Was man aber an einem Elektro-Roller, der noch dazu derartig stabil gebaut ist, hat, erkennt man, wenn man dann wieder zurück umsteigt auf die benzingetriebene. Die eigene GS ist jetzt mit ihrem Boxermotor grundsätzlich eher ein dezentes Fahrzeug, trotzdem gibt es einen Kulturschock, der einen quasi richtig aufrüttelt.

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Der Ladevorgang ist unspektakulär, nach etwa dreieinhalb Stunden können die Strassen wieder erobert werden...

 
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