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Sonntag, 20. August 2017
Der Mut der neuen Wilden Drucken E-Mail
Geschrieben von Christian Spatt   

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Der Black Rebel Motorcycle Club hat also ein neues Mitglied.  Schwarz, gestreckt, nach vor gelegt, kraftvoll, gedrungen.

Mit dem Sondermodell Audace ("Mut") liefert Moto Guzzi wohl nicht die Amerikanischste aller Californias, wohl aber die böseste. Es ist auch jene, die am besten in eine entsprechende Gang passt, wie sie in den 60ern den Weg in die Kinos geschafft haben.

Man sitzt geduckt, der gerade, vorne liegende Lenker gibt der California ein völlig anderes Handling als man es von den sonstigen Modellen der California, auf welchen man doch deutlich aufrechter sitzt, gewohnt ist. Die Audace ist kein Cruiser, sie ist ein Racer im Stil bis zu den 60ern.

Soweit wir nach einer kurzen Probefahrt in kurvigem, bergigen Geläuf sagen können, ist das Handling einwandfrei. man muss die Serpentine trotz breiten Hinterreifens nicht fürchten. Straßenlage auf gerader Strecke und Muskeln sind - wie bei allen Californias - absolut ausreichend vorhanden, um nicht zu sagen in Übermaß.

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Eine Wahrheit, die böse Männer jedoch immer wieder zu lernen haben ist die Tatsache, daß böse Männer alleine sind. Am Ende. Letztlich. Sie brauchen daher auch keinen Sozius.  Hat die Audace auch nicht...

Aber dafür kann sie mit einem wunderschönen Popsch reüssieren, neben sonstigen schmucken Dekorelementen wie dem Carbon-Kotflügel vorne.

Was man vergeblich sucht jedoch ist blinkendes, glänzendes Chrom. Das Böse ist ein Element der Nacht und die Nacht ist schwarz. Matt. Kein romantisches Mondlicht oder Sternenschein wird je auf einer Audace reflektiert werden.

Zeitgleich zur Audace wurde ein weiteres Modell präsentiert, die Eldorado.  Diese ist das Schönwetterkind der Familie, Chrom, Glanz, Weißwandreifen, Gloria. An den Sozius wurde hier auch - zumindest theoretisch - gedacht.

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Wir konnten die unkalifornischste aller Californias, die Audace, beim Moto Guzzi Treffen in Kirchberg fahren.  Hiermit schließt sich auch ein wenig der Kreis, denn auch wenn der eine oder andere amerikanische Strassenkreuzer auf 2 Rädern zu sehen ist, verbreiten die Guzzisti in Kirchberg doch eher italienisches Flair.

Das 21. Guzzi-Treffen heuer folgte der Tradition bisheriger Treffen, was das Programm anging. Am Freitag versammelten sich  die Guzzisti, die nicht nur für einen Tag angereits waren beim Salettl in Kirchberg zu Feststimmung und Musik und zu einem ersten Erfahrungsaustausch.  Es ist, auch da einige Motorräder aus dem Vorjahr wiederzuerkennen waren, davon auszugehen, daß der familiäre Rahmen tatsächlich auch zur Auffrischung bestehender Bekanntschaften genutzt werden konnte.

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Am Samstag bestand das Programm wieder aus grob 4 Teilen, dem gemeinsamen Staunen bei Ankunft und Motorradaufstellung, der Ausfahrt, dem Corso zum Fischteich und dem Abendprogramm.  Die Ausfahrt führte diesmal in das Wechselgebiet bzw. Joglland, bei prächtigstem Wetter, und vermutlich mit dieser Routenwahl, um mit dem Höllental Classic nicht zu kollidieren.  Oder auch einfach nur, weil die abgefahrene Route landschaftlich traumhaft ist. St. Corona, Wechsel, Pinggau und dann zum Stop auf der Bratl Alm in Wenigzell. Danach weiter über den Feistritzsattel
und retour nach Kirchberg.

Am Nachmittag ging es mit der traditionellen Präsentationsfahrt zum Fischteich, ca 100 Guzzis bildeten dieses mal eine altbekannte Schlange durch den Ort und rauf Richtung Trattenbach Neben dem bewegenden Programm standen auch wieder die aktuellen Moto Guzzi Modelle für Interessierte zu Probefahrten bereit, was auch weidlich genutzt wurde.

Als langsam Motorengeräusche von der Musik der Livebands abgelöst wurde, wurde auch dem Wildesten unter den Wilden klar, daß die Speiche durch das Tanzbein zu ersetzen war...
 
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