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Samstag, 25. November 2017
Romeo liebt nicht nur Julia... Drucken E-Mail
Geschrieben von Rudolf Bromberger   

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Eine Liebesgeschichte, die nichts mit „Julia  am Balkon“ und schon gar nicht mit Shakespeare zu tun hat, aber dennoch mit viel Liebe und Emotionen. Eine gelebte und erlebte Zeitreise im Alfa Romeo-Museum.

Gut, dass man sich im Hause Alfa Romeo doch entschlossen hat, das legendäre Museum 2015 wieder zu eröffnen und die Geschichte, die bis 1910 und sogar 1906 zurückreicht, eindrucksvoll und mit dem Mythos Alfa Romeo darzustellen.

Vom ersten Schritt im neuen Gebäude in Varese an ist er spürbar, dieser Mythos, der ein stimmungsvoller Mix aus Geschichte, Schönheit, Helden, Geschwindigkeit und Faszination in den Herzen der Besucher aufkommen lässt.

Tief in der Geschichte von Alfa Romeo (Anomina Lombarda Fabbrica Automobili) ist eine sehr komplizierte Entwicklung erkennbar, aber auch ein Zeichen der Ideen, Vielfalt und Kreativität.

Vor allem ganz am Anfang, bevor Guiseppe Merosi und Nicola Romeo ihre automobilen Gedanken und Phantasien wirklich umsetzen konnten, waren die späteren Erfolge und die Eroberung der Rennstrecken, aber auch die Herzen der Menschen, nicht abzusehen. Wenngleich das erste Fahrzeug schon 1910 präsentiert wurde, der Durchbruch, eine neue Ära begann 1919.

Flugzeugmotore prägen den Beginn von Alfa Romeo, genauso wie die allerersten Autos, vom „24 PS“ über das Stromlinien-Fahrzeug A.L.F.A 40/60 Aerodinamica (hätte man nie für einen Alfa gehalten) bis zu den weltberühmten Rennwagen und deren Erfolge.


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Was sofort auffällt, Alfa Romeo hat sich nicht nur auf die sportlichen Erfolge konzentriert, sondern auch der automobilen Schönheiten gewidmet. Da und dort, die Klassiker der Renngeschichten, denen der Erfolg schon anzusehen ist, fast gleichzeitig aber die schönen Limousinen mit Karosserieformen und Details, einfach zum Verlieben. Da sind dann aber auch die Alltagsautos, auch wenn der Begriff doch schrecklich klingt, die wir, wenn auch nicht so umfangreich von heimischen Straßen, so doch, aus vielen italienischen Filmen und Italien-Urlauben der frühen Jahre her, gut kennen. Auch hier spürbar der besondere Flair, das Geschick, uns zu faszinieren und in den Bann der „Kleeblatt-Marke“ zu ziehen.


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Im Museum selbst, ein gelungener Mix aus schön, schnell, schön und schnell, Alltag, Rennsport, Legende, Popularität, Geschichte, Historie, Erlebnis. Eindrucksvolles Ambiente, umfangreiche Information und ein Erlebnis der besonderen Art. Man kommt aus dem Staunen, aber auch aus dem Träumen nicht heraus, eine Zeitreise in drei Stockwerken, über viele Jahrzehnte, begleitet von Emotionen und Freude.

Beeindruckend der Tipo 6C 1750 Grand Sport, mit dem Nuvolari die Mille Miglia gewann, der Tipo 159, mit dem Fangio 1951 Weltmeister wurde, die Superleggera-Karosserien. Man sollte genussvoll durch die Räume und Stockwerke bummeln, jedes Exponat hat eine eigene Ausstrahlung. Jeder verbindet andere Gedanken, Erinnerungen an die Heroes der Rennstrecken, oder an eigene, damals nicht realisierbare Träume, stumm oder lächelnd vor den Prachtstücken, oder doch einige der Autos als „meine Ex“ wiedererkennen. Alfetta, Alfasud, Gulia, was auch immer.



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Das Kino macht uns klar, welche Rolle Alfa Romeo in vielen Filmen gespielt hat. Nicht immer die Hauptrolle, aber mit den Darstellern, wurde gemeinsam bella italia, gezeigt.

Beeindruckend und stimmungsvoll laut wird es im untersten Stockwerk, während man selbst still in Ehrfurcht erstarrt. Alfa Romeo 4 D-Erlebnis der besonderen Art. Da stehen sie, die Erfolge, die Prachtstücke einer Zeit, als Rennfahren noch mit Heldentaten und purem Abenteuer, auch mit Gefahren und Tragödien verbunden waren. Mitten im Staunen wird es dunkel. Als würden plötzlich die Rennen von damals starten, beginnt ein Szenario aus Licht, Motorensound, Video und einer Zeitreise, die für eine Weile alles andere vergessen lassen. Das ist Alfa Romeo, das geht in die Seele und ins Herz.

Am Ende ist man beeindruckt, voll von Gedanken und Erlebnissen, als komme man direkt aus der Legende und hätte tolle Zeiten mit Fangio, Nuvolari und den Helden verbracht.

Ausklingen lassen im Café, oder doch noch in den Shop, oder gar – gleich daneben – zu den Neuen. Probesitzen und weiterträumen, das Charisma Alfa Romeo spüren, vielleicht im Stelvio?

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