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Dienstag, 21. November 2017
Novy Sacz Version 9.4 Drucken E-Mail
Geschrieben von Jürgen Splet   

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Der Titel für diesen Artikel ist leicht erklärt – das Oldtimer-Treffen in dieser wunderschön gelegenen südpolnischen Stadt erlebte dieses Jahr seine 9. Auflage – und wir waren zum nunmehr 4. Mal dabei. Ein Bericht von Hedwig und Jürgen Splet.

Die Anreise von Ostösterreich bei Hohenau über die March, dann über die Kleinen Karpaten und das mittlere Bergland bis Martin und von dort durch die Tatra nach Polen war eigentlich schon eine Strecke, für die man mehr als nur einen halben Tag Zeit benötigt hätte – selbst eine Woche könnte da bei intensiverem Umgebungsinteresse zu knapp werden. Und auch der Veranstaltungsort selbst ist wie geschaffen für historisch interessierte Menschen: Ein Museumsdorf als Angelpunkt eines Oldtimertreffens – und auch wenn man schon öfter da war, so findet sich immer wieder etwas, was man noch nicht gesehen hat – sei es in den (wechselnden) Ausstellungen, sei es beim Altwarenhändler vor Ort …

Wir reisten wie üblich schon am Freitag an – das macht die Sache stressfreier – und begrüßten dann auch gleich eine Reihe (mittlerweile) alter Bekannter … Eine Art von Heimkommen …

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Am Samstag füllte sich der Veranstaltungsplatz zusehends mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen – vom alten Zweitakter bis zum Ami-PS-Protz war alles vertreten – gerade diese bunte Mischung an Fahrzeugen und Menschen macht den Reiz dieses Treffens aus, finde ich! Die samstägliche Ausfahrt (im Konvoi mit Polizeieskorte!) der immerhin mehr als 60 Teilnehmerfahrzeuge führte in das nahe polnisch-slowakische Grenzgebiet – die Feste Lubovna war das Ausflugsziel und deren wechselvolle Geschichte wurde uns bei der Führung näher gebracht – von der ich zwar nur wenig verstand, aber es gab auch viele Tafeln mit englischem Text – und selbst ohne Worte ist der Bau sehr beeindruckend.

Der Aufstieg auf den Turm ist allerdings für Großgewachsene nicht zu empfehlen – rauf geht noch halbwegs, aber runter … Egal, es war ein Erlebnis und der Fernblick sensationell. Sollte mich nicht wundern, wenn wir mehr als einen Nachbarstaat gesehen hätten. (Polen ist ja nur knapp 20 km entfernt, Ungarn auch nur gute 100.) Die Rückfahrt ohne Polizei war dann nicht mehr so ungestört – jetzt galten die Ampel£signale ja wieder, leider …

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Traditionell findet sich die Gruppe der Teilnehmer am Samstagabend zu einem Festmahl in den Arkaden des Hauptgebäudes des Museums£dorfes zusammen – erinnert frappant an die letzte Seite aller Asterix-Romane, eine lange Tafel, Nacht, ausgelassene Stimmung – und nein, ich wurde nicht geknebelt an einen Baum gefesselt …Sprachbarriere? Nur minimal hinderlich, wenn man die gleichen Interessen hat – altes, rollendes Blech!

Der Sonntag – viel Publikum im Museumsdorf – unsere Fahrzeuge eine weitere Attraktion für alle Besucher – und wir begleiten eine Führung in den weitläufigen Bereich jenseits des Baches, wo die historischen Gebäude sehr locker in den angenehm kühlen Wald platziert wurden – aufgrund von Renovierungsarbeiten war dieses Mal nur ein kleiner Teil des Areals öffentlich zugänglich, aber auch dieser Bereich reichte vollkommen, um in die Welt der Menschen vor ein paar Generationen einzutauchen – es ist unglaublich, wie sich die Lebensumstände in den letzten 150 Jahren veränderten.

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Nach dem Mittagessen (wie auch alles andere im Nenngeld enthalten – und wer aus Polen hungrig wegfährt, hat etwas falsch gemacht!) formierten sich die Fahrzeuge zum zweiten geführten Konvoi des Treffens, der Präsentation der Fahrzeuge am Rathausplatz von Novy Sacz. Zuerst eine weite Runde durch die Stadt – danach Aufstellung vor dem Rathaus und Besichtigung durch das interessierte Publikum. Dieses Jahr war unser alter Toyota Corolla der einzige Vertreter Japans im Starterfeld.

Währenddessen machten wir einen kleinen Rundgang zum Fluss und Teilen der alten Befestigungsanlage – auch diese Stadt hat einige historische Sehenswürdigkeiten! Und natürlich wurde in einem der vielen Eisgeschäfte Halt gemacht – die Flächendichte der Eisverkäufer in dieser Stadt ist enorm ;-). Leider hatte unsere frühere „Stammkonditorei“ mittlerweile sonntags geschlossen – die hatten immer sehr leckere Kekse … schade!

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Mit dieser Präsentation endet normalerweise der offizielle Teil des Treffens – so auch diesmal. Wir fuhren allerdings – so wie auch einige andere Teilnehmer mit weiterer Anreise – wieder zum ursprünglichen Treffpunkt zurück, wo wir das Wochenende gemütlich ausklingen ließen. Bei der montäglichen Heimfahrt hatten wir noch ein paar Stationen bei Freunden in Polen, aber das ist ein anderes Kapitel und ich kann nur sagen: Schön war’s!

Nächstes Jahr, das 10-jährige Jubiläum, würde sich eine etwas größere Gruppe von österreichischen Teilnehmern verdienen – Datum wird wohl wieder das letzte Juli-Wochenende sein – sobald ich es genau weiß, steht es im AC-Kalender – und ich freue mich auf Eure Anfragen und Zusagen! Polen und seine gastfreundlichen Einwohner sind eine Reise wert!

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