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Freitag, 19. Januar 2018
Rüstige Ren(n)tner in der Kaiserstadt Drucken E-Mail
Geschrieben von Hannes Denzel   

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Die 7te FranzJosefsFahrt für Motorräder bis Baujahr 1929 in Bad Ischl

Kennen Sie Eysink? Nein? Aber sicher können Sie sich unter Aiglon, Soyer, Dunelt oder Zehnder etwas vorstellen? Auch nicht? Wenn sie jetzt noch glauben, Husqvarna wäre ein Staubsauger und James der Rufname der meisten englischen Butler, dann sind wir uns gewiss: sie waren am 14 ten Oktober nicht in Bad Ischl im Kurpark

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Dort fanden sich nämlich 125 Teilnehmer zur 7ten FranzJosefsFahrt zusammen und brachten ca. 150 alte, ganz alte und uralte Motorräder mit. Weil die FJF immer mehr zu einer internationalen Angelegenheit mit österreichischer Beteiligung wird (heuer las man in der Starterliste die Landeskürzel A, D, CH, CS und NL), mischten sich eben sehr exotische Marken unter die bekannter klingenden Puchs, BMW’s, FN’s, BSA’s, Nortons oder Aijays ... wobei nicht jeder Exot aus fremden Landen kommen muss, Smart, Titan, DSH, York, Noricum oder Bock & Hollender sind auch hierzulande nicht jedem geläufig, obwohl sie in Österreich produziert wurden.

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Wer jedes Jahr als Zuschauer nach Bad Ischl kommt (und das sind viele, sehr viele) dem wird auffallen, dass die Anzahl amerikanischer Schlachtschiffe nahezu explosionsartig wächst. Gegen die Indian Armada – zwei- und vierzylindrig – nimmt sich die Zahl der Harleys noch relativ bescheiden aus. Erstaunlich aber, dass auch Excelsior, Ace und Henderson gleich in mehreren Stücken vertreten waren.

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Am Vormittag macht die Truppe sich traditionell auf die Reise zur Villa Blumenthal, wobei der Weg – durch herbstgolden belaubte Baumalleen – das Ziel war. Es bleiben aber jedes Jahr genug Fahrzeuge im Park zurück, so dass den Zuschauern dort die Fotomotive nicht ausgehen. Viele kommen nämlich hauptsächlich für den eigentlichen Höhepunkt nach Bad Ischl, die Stadtrunde am Nachmittag. Drei Gruppen dürfen – nach Baujahren getrennt – auf einem abgesperrten Kurs durch die Innenstadt (sonst eine Fußgängerzone!) ihre Pretiosen dem rundum stehenden Publikum präsentieren. Und das bei strahlend mildem Herbstwetter, mit offenen Gastgärten. Wie sollte es aber auch anders sein, dass – wenn der Bürgermeister, also quasi der Ortskaiser, in der Kaiserstadt als Passagier in einem Fahrzeug aus der Kaiserzeit unterwegs ist – Kaiserwetter herrscht!

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Tatsächlich war es aber am nächsten Tag, dem 15ten Oktober, noch wärmer. Am Sonntag findet ja als Ausklang der FranzJosefsFahrt eine Ausfahrt statt, an der auch Teilnehmer mit jüngeren Fahrzeugen mitfahren dürfen. Dass nutzten viele, um sich mit Motorrädern anzuschließen, die jeder anderen Oldtimerveranstaltung zur Ehre gereichen würden, bei der FJF selbst halt allein an der Baujahrsgrenze von 1929 scheitern. Ziel und Endpunkt der entspannten Fahrt war Obertraun am Hallstättersee, und der Star an diesem Tag war der goldene Oktober!


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PS.: Eysink war ein Unternehmen aus den Niederlanden, das zwischen 1898 und 1956 Fahrzeuge herstellte, Aiglon und Soyer sind nur zwei von unzähligen französischen Marken, Zehnder kommt aus der Schweiz, James ist zwar kein Butler, aber dennoch urbritisch, ebenso wie Dunelt, und Husqvarna Motorräder gibt es ja eh heute noch - seit 2013 werden sie nicht mehr in Schweden, sondern sogar in Österreich (bei KTM) hergestellt! Wer sich für exotische Motorräder der Frühzeit interessiert, sollte sich gleich den 20./21. Oktober 2018 vormerken – da findet nämlich die 8te FranzJosefsFahrt statt.

 

 
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