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Freitag, 19. Januar 2018
So much „Matsch“ -  So much fun! Drucken E-Mail
Geschrieben von Rudolf Bromberger   

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Auch wenn es beim Goodwood-Revival Wassermassen von oben gibt, wie selten zuvor und die Zuschauer samt Autos im Matsch versinken, eines bleibt, die gute Stimmung und das pure Erlebnis. Eine, wenn auch teilweise stark verregnete, Zeitreise.

Manche haben Gummistiefel, viele Schirme und Wachsjacken. Ein paar bringen die modernen Autos nicht mehr vom Parkplatz weg. Andere nehmen es wie es ist, it’s raining, na und? Eines haben alle gemeinsam, die Freude, diese Veranstaltung erleben zu dürfen: Als Besucher, Gast, in einer Loge, auf den Tribünen und erst recht auf der Rennstrecke, bei einem der mehr als 30 Rennen.
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Goodwood ist keine Veranstaltung oder Event, Goodwood ist eine Rückreise um gut und gerne 50 Jahre und mehr, voll mit Emotionen, Ereignissen und Erlebnissen. Goodwood ist einfach Goodwood.

Nostalgie pur, die Kleidung edel, nobel, die 50er-Jahre leben auf. Noch nichts Passendes dabei? Kein Problem, in den zahlreichen Shops und an vielen Ständen gibt es alles für das Ticket in die Vergangenheit. Selbst wenn die Frisur nicht passt oder der Bart zu stoppelig ist, ab zum hairdresser oder barber. Und wer schon perfekt durchgestylt ist, findet in über 100 Shops alles, mit dem man die Motorlaune hoch leben lassen und die Brieftaschen leeren kann. Kunstwerke, Bücher, Möbel, Automobilia und – natürlich – Fahrzeuge in jeder Preisklasse. Drinks und Snacks kommen nicht zu kurz, die Champagner-Wiese oder die GINtonic-Bar sind magische Anziehungspunkte, zwischen Modeschau, spontanen Künstler- und Musikanten-Auftritten, immer wieder Vintage und man ist mittendrin.

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Und es gibt Fahrzeuge. Sensationell, was da in den Fahrerlagern steht. Das Leben dort, schon vor den Rennen, ist eine unvergessliche Szenerie. Mechaniker, logisch voll durchgestylt und mit Erfahrung am Werken, Schrauben, Drehen, Zangeln, sie tauschen Zündkerzen und Räder.

Gentlemandriver, nicht immer die jüngsten, bereiten sich auf die Rennen vor. Viele davon haben schon etliche Rennjahrzehnte hinter sich, ebenso wie die hochwertigen, geschichtsträchtigen Fahrzeuge. Die Spielzeuge der Buben werden im Alter eben teurer. Zwischen Werkzeugkästen, Ölkannen, Ersatzteilen, mitten in diesem lebhaften Treiben, vereinzelt Ladies, die den optischen Aufputz dieses Boxenlebens bilden. Aufgabe: schön sein für den Rennfahrer.

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Obwohl, in dieser Welt der Ferraris, Maseratis, Aston und Jaguar braucht es keinen Aufputz mehr, da kommt man ohnedies aus dem Staunen nicht heraus.

Über Werte denkt man hier nicht nach, schon gar nicht die Fahrer, die sich bei den Rennen matchen, als gäbe es nichts anderes, nichts Wichtigeres, als für 20 oder 30 Runden himmlisch schön und höllisch schnell diese Vision zu erleben.

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Es ist wie Magie, die Rennen zu erleben und immer wieder das Umfeld zu genießen, nahe dabei, mitten drinnen und doch wie im Traum. Du hast nicht das Gefühl, ein Zuschauer zu sein, Du bist ein Teil dieses Geschehens, Du bist bei Freunden und bist willkommen. Schon klar, das ganze kostet auch einiges, vor allem in den Lounges und Clubbereichen, aber das zählt dieser Tage nicht. Spätestens auf dem Weg vom Parkplatz zum Eingang in diese fast unbeschreibliche Welt, diesmal halt im Schlamm, aber Schuhe kann man ja putzen, wirkt dieser Virus und eine neue Wahrnehmung mit Wohlfühl-Genen.

Jedes Rennen eine Faszination, Motorsport – Nostalgie pur, da starten oft gleichzeitig neun Ferrari 250 GT, um sich mit fünf Aston Martin DB4 und weiteren Rennlegenden ebenso ein Rennen, mit Fairness, aber mit voller Power, zu liefern, wie in den weiteren Rennen die berühmten Formel 1-Renner und Le Mans-Autos. Schon beim Lesen der Programme steigt der Puls, der an der Rennstrecke zum starken Herzklopfen führt … die legendären Rennwagen, den einen oder anderen besitzt man ja auch, halt kleiner und in einer Vitrine, jetzt sind die echten am Start und Du bist nahe dabei … Alfa Romeo, Maserati, Bugatti, Talbot Lago, McLaren, Lotus und alle unsere Träume fliegen vorbei. Natürlich ebenso eindrucksvoll die Motorrad-Rennen, die Parade von über 200 Fiat 500, das Autorennen der Kids, das private Automuseum vom Earl und … einfach alles, das dort „passiert“.


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Genug von Autos? Mal was anderes? Gerne, bummeln wir über die Flugzeugwiese, alle Flieger natürlich „selbst angeflogen“; über 30 Exemplare, aus den frühen 30er-Jahren bis hinein in die 50er, eindrucksvoll, das alles kann heute noch fliegen? De Havilland, Hawker, die Spirit of Artemis, Gloster Gladiator und die ersten Cessna Businessliner.

Drei Tage Goodwood Revival ist ein Oldtimer-Leben, in dem Jahrzehnte vorbeiziehen, Erinnerungen wach werden, Freude an automobiler Technik und Kultur, eingebettet in eine Welt, die wie eine Show abläuft, fast ein Musical, bei dem die Rennwagen und deren Einsätze die Hauptrolle spielen und wir alle dort, die Kulisse, die Statisten, ein wenig auch die Schauspieler sind, aber auf jeden Fall sehr gerne mitmachen.

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