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Sonntag, 24. März 2019
Rømø Motor Festival Drucken E-Mail
Geschrieben von Jürgen Feye-Hohmann   

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Eine Gruppe dänischer Hot Rod & Custom Enthusiasten hat am Strand der dänischen Insel Rømø ein Oldtimer-Rennen organisiert.

Die Idee hat ein historisches Vorbild In den Jahren 1919–1924 wurde ein Rennen auf der Nachbar-Insel Fanö veranstaltet. Auf einer 200 Meter langen Beschleunigungsrennstrecke ging es im Zweikampf um Bestzeiten.

Für das Remake wurde der extrem weite und lang gezogene Sandstrand auf Rømø gewählt. Die feste und ebene Fläche und die für Teilnehmer und Zuschauer bessere Erreichbarkeit der Insel Rømø waren der Grund für den Ortswechsel.

Die Veranstaltung „It’s all about FUN!“ Bei dem Vintage-Style-Rennen auf Rømø war alles anders, als man es von Oldtimerrennen der üblichen Art her kennt. Die Organisatoren hatten die Teilnahme auf Vorkriegs-Rennwagen und bei den Motorrädern auf Fahrzeuge bis 1947 begrenzt. Etwa 110 Teilnehmer waren aus 11 Ländern angereist. Über 10.000 Zuschauer haben sich das Spektakel angesehen. Viele waren mit ihren historischen Fahrzeugen angereist.

Kosten gab es keine, denn alles war frei. Keine Teilnehmergebühr, absolut freier Eintritt und auch keine Werbung an der Rennstrecke. Bier-Ernst gab es auch nicht. Spaß und tolle Stimmung standen deutlich im Vordergrund.

Hot Rods Die Zeit der Hot Rods und Custom Cars begann in den USA schon vor dem Zweiten Weltkrieg. Teenager bastelten an alten Autos herum, um mit diesen so schnell wie möglich fahren zu können. Bereits in den 1920er-Jahren fuhren sie mit ihren umgebauten Fahrzeugen, auf den trockenen Salzseen nördlich von Los Angeles und auf den Straßen von Süd-Kalifornien, um die Wette.

Die Idee war einfach: Kaufe den billigsten Roadster, den du finden kannst (weil Roadster am leichtesten waren). Fahrzeuge, wie die Vier-Zylinder Ford Model Ts oder ihre Nachfolger wie das Vier-Zylinder-Modell A oder der 32er B waren dafür besonders gut geeignet. Diese Autos waren damals sehr billig, reichlich vorhanden und wegen des starren Rahmens sehr einfach umzubauen. Man reduzierte das Gewicht, indem man alles abbaute, was nicht benötigt wurde, um damit dann so schnell wie möglich fahren zu können. Dinge wie Kotflügel, Scheinwerfer, Motorhaube und ein Dach brauchte man dafür nicht. Gebrauchte, billige Reifen ohne Profil waren für diese Rennen bestens geeignet. Neben der Gewichtsreduzierung wurde auch die Motorleistung optimiert. Höhere Kompression, verbesserte Zündeinstellung, zusätzliche Vergaser und schärfere Nockenwellen waren auch damals schon üblich.


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Jeweils zwei Fahrzeuge lieferten sich ein Beschleunigungsrennen auf den bis zu einer Meile langen Strecken. Diese Rennfahrer waren somit die Pioniere des heutigen Drag Racings.

Die teilnehmenden Fahrzeuge Einige der Fahrzeuge waren absolut original restauriert oder wiesen sehr gepflegte Patina auf. Auch deren Fahrer/innen hatten sich zum Fahrzeug passend „ordentlich“ gekleidet.


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Der überwiegende Teil der Fahrzeuge entsprach jedoch eher dem, was zuvor unter „Hot Rods“ beschrieben wurde. Alles, was überflüssig war, lag abgebaut im Sand des Fahrerlagers oder hatte schon bei der Anreise gefehlt. Viele Fahrzeuge waren nicht nur getunt, sondern auch optisch, manchmal auch mit viel Humor, deutlich verändert worden. Die meisten Rennwagen und Motorräder hätte man als dringend restaurationsbedürftig eingestuft. Man musste schon genau hinsehen, um zu erkennen, dass die Fahrzeuge nicht einfach & billig zusammengebastelt waren. In Anlehnung an die Originale aus den 40er- und 50er-Jahren war hier, allerdings mit einer ordentlichen Portion Humor, sauber restauriert worden. Wo der originale Vierzylinder-Motor gegen einen leistungsstärkeren V8 ersetzt wurde, dann stets durch den Flat-Head-Motor eines Nachfolgemodells. Moderne, aufgeladene US-Aggregate hatte keiner der Teilnehmer verwendet. Auch die alten Stangenbremsen blieben überwiegend erhalten und bei den schmalen Speichenrädern setzte man ebenfalls auf das Original. Dass der Felgendurchmesser hinten vergrößert wurde, war der höheren Leistung und der längeren Übersetzung geschuldet.


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Wie damals, so haftet auch den Hot Roddern von heute noch ein gewisses Rebellenimage an. Auf Rømø wurde das deutlich, störte aber niemanden, im Gegenteil. Wie schon eingangs erwähnt, ging es um Spaß und um die tolle Stimmung. Das galt auch für die Zuschauer, die mit ihren historischen Fahrzeugen direkt an der Strecke parken durften.

Das Rennen Es fuhren jeweils zwei Fahrzeuge um die Wette. Nach Freigabe der Strecke wurde das Rennen mit wild geschwungener Flagge gestartet. Die Fahrer gaben alles, die Starterin ebenso. Die Zeit wurde gemessen, wenn das Rennen am Ziel schwungvoll abgewunken wurde. Zurück zum Fahrerlager ging es dicht an den begeistert pfeifenden und klatschenden Zuschauern vorbei.


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Über den Tag verteilt durfte jeder Teilnehmer, mit wechselnden Gegnern, mehrfach starten. Ein 1914 American LaFrance, der von 27 Liter Hubraum auf 12 Zylindern angetrieben wurde, startete aus Sicherheitsgründen ohne Gegner. Vermutlich hätten ihn, wegen des Gewichtsunterschiedes, selbst die frühen Ford-T-Racer auf der kurzen Strecke zersägt. Ein wunderschön restaurierter Opel 12,3-Liter Grand-Prix Rennwagen von 1913, der bereits in den 1920er- Jahren beim Strandrennen auf der Insel Fanö teilgenommen hatte, war auch dabei. Leider konnte er wegen eines Motorschadens nicht mitfahren.


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Ergebnisse (das schnellste Auto erreichte 103 km/h, ein Motorrad schaffte 110 km/h) und Preise gab es erst später auf einer After-Show- Party. Lecker Essen & Trinken und mehrere Rock&Roll- und Rockabilly-Bands sorgten hier für beste Stimmung.

Zu der Stimmung an der Rennstrecke muss nichts gesagt werden. Die Bilder sprechen für sich. Gerne sind wir auch 2019 dabei, ist schon fest eingeplant.

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