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Sonntag, 16. Juni 2019
Altauto Sommer Drucken E-Mail
Geschrieben von Wolfgang M. Buchta   

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Ist der Herbst, insbesondere der sogenannte Altweibersommer, nicht eine der schönsten Zeiten des Jahres? Ulli und Wolfgang Buchta waren in England unterwegs, um diesen dort zu genießen …

 

Die Anreise


„Altweibersommer“ – im Englischen viel charmanter „Indian Summer“ genannt, ist – wie Wikipedia weiß – eine „meteorologische Singularität“, meist im September, in der ein stabiles Hochdruckgebiet für ungewöhnlich warmes und trockenes Wetter sorgt.

Das klingt doch ideal für Classic Car-Veranstaltungen!

Das haben natürlich nicht nur wir erkannt, sondern auch etliche Veranstalter. Der Eventkalender ist im September extra voll – bei uns, aber natürlich auch in England …

Die Anreise – standesgemäß mit einem feinen, nagelneuen Ford Fiesta – Danke Ford! – „mussten“ wir leider auf halbem Weg unterbrechen. Nein, natürlich keine Panne, sondern ein Besuch bei Aaglander in Prichsenstadt.

Wo? Bei wem? Bei was? Prichsenstadt ist eine malerische Kleinstadt im fränkischen Weinland in der Nähe von Würzburg, die erstmals im Jahre 1258 urkundlich erwähnt wurde, die also eine gewisse Tradition hat.

Traditionell geht es auch bei Deutschlands kleinster(?) Automarke zu. Aaglander erzeugt Motorkutschen. Die Bezeichnung erinnert an die Frühzeit der Motorisierung und die Optik der Fahrzeuge noch viel mehr. Ein Aaglander ist eine – nagelneue – Kutsche mit Stahlspeichenrädern und Scheibenbremsen(!), der nur eines fehlt: Die Pferde. Die gibt es gar nicht (wenn man jetzt einmal von zwei kleinen Pferdchen aus Messing absieht, die auf der Lenkung thronen)!

Apropos Lenkung: Die ist auch – sagen wir mal eigenwillig – statt Lenkrad, Lenker oder Tiller gibt’s zwei „Zügel“ – rechts ziehen, nach rechts fahren, links ziehen, nach links fahren. Und immer schön aufpassen, dass der Bauch nicht im Weg ist.

Statt der Pferde sorgt ein Dreizylinder-Dieselmotor für den Antrieb. Bei 20 km/h – das ist mehr als genug! – ist Schluss!

www.aaglander.de

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Für die Weiterfahrt bis England ist der Aaglander wohl nicht erste Wahl, aber für gemütliche Rundfahrten zwischen den Weinbergen perfekt. Auch als Ersatz für die derzeit umstrittenen Wiener Fiaker ist die Motorkutsche im Gespräch …

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Erste Station: Salon Privé, Blenheim Palace


Blenheim Palace liegt in der Grafschaft Oxfordshire und ist Sitz der „Dukes of Marlborough“ und wurde in den Jahren 1705–1722 für John Churchill, 1st Duke of Marlborough erbaut. Churchill, Churchill – den Namen habt Ihr schon mal gehört? Ja, auch „der“ Churchill, britischer Premierminister während des Zweiten Weltkriegs, wurde auf Blenheim Palace geboren.

Heute wird das riesige Areal gerne für Veranstaltungen genutzt und so auch seit gut 10 Jahren für den „Salon Privé“ – www.salonpriveconcours.com –, bei dem wir ja auch schon im Vorjahr zu Gast sein durften.

Salon Privé, das steht für feine Autos – von alt bis modern, vom Motorrad bis zum Hypercar – elegante Menschen, feines Essen und Trinken, teurer Schmuck, Ladies Day, … und – haben wir das schon erwähnt? – vor allem viele, viele tolle Autos, von denen man die aktuellen sogar teilweise selbst in der näheren Umgebung bewegen darf. 2019 wird der Salon Privé wieder zur gleichen Zeit – vom 5. bis 7. September 2019 – am gleichen Ort – Blenheim Palace – über die Bühne gehen. Unter www.salonpriveconcours.com können sich Interessenten schon jetzt für 2019 anmelden … Auch Teilnehmer aus fernen Landen wie Österreich – Besucher wie Fahrzeuge – sind willkommen.

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Zweite Station: Beaulieu Autojumble


Beaulieu ist ein kleiner Ort im New Forest in Hampshire. Gegenüber des Ortes auf der anderen Seite des Beaulieu River liegt das „Palace House“, ein gotisches Landhaus, das der Sitz der Barone Montagu of Beaulieu ist.

Aber für uns bekommt das romantische Anwesen durch das seit 1952 bestehende Museum – zuerst als privates „The Montagu Motor Museum“ und seit 1972 als „National Motor Museum“ (nationalmotormuseum.org.uk) – ganz spezielle Bedeutung.

Und immer im September (und seit etlichen Jahren noch einmal im Mai) wird diese spezielle Bedeutung noch spezieller:

Seit über 40 Jahren findet immer Anfang September (nächstes Jahr 7./8. September 2019) der weltberühmte „Beaulieu Auto Jumble“ statt, der zig-tausende Besucher aus aller Welt in den romantischen New Forest lockt.

Auf über 2.000 Ständen und dem inoffiziellen Motto „Was Du hier nicht findest, findest Du nirgendwo!“, findet der Suchende „alles“. Und seit etlichen Jahren wird Flohmarkt durch eine große Auktion von Bonhams ergänzt.

 An zwei Wochenende im Jahr - im September und Mai ist das National Motor Museum in Beaulieu Gastgeber des Autojumble, und daher ist ein Besuch für "uns Jäger und Sammler" besonders erstrebenswert.

Aber auch an allen anderen Tage, lohnt sich ein Besuch, denn nicht nur ist Beaulieu ein großartiges Museum, sondern es locken auch immer wieder Sonderausstellungen.

So wie seit 20. Oktober eine Sonderausstellung zum 50. "Geburtstag" des Filmwunderautos Chitty Chitty Bang Bang.

Am 16. Dezember 1968 hatte der Film in London Premiere, und zum Jahrestag hat das Team des National Motor Museums nicht nur zwei Filmfahrzeuge - ein fahrbereites und das ehemalige (extra leicht gebaute) "Flugauto" - sowie den Humber 8 HP der weiblichen Titelrolle Truly Scrumptious ausgestellt, sondern auch eine Fülle weiterer Exponate - originale Storyboards, Filmplakate, die verrückten Maschinen des Caractacus Pott, Modelle, Bücher... - zusammengetragen.

Sehenswert für große und kleine Kinder!

www.beaulieu.co.uk

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London ist immer eine Reise wert!

Christo's Mastaba


Keine 90 Meilen (knapp 150 km) nordöstlich von Beaulieu liegt der Hyde Park, das „grüne Herz“ Londons mit dem See „Serpentine“. Und – damals, Anfang September, schwammen genau dort, in der Serpentine, 7.506 bunt bemalte Öltonnen – nein, kein Vandalenakt, sondern Christos neuestes Kunstwerk.

Die Fässer hatte der Meister kunstvoll zu einer 20 m hohen „Mastaba“, so eine Art Pyramide, gestapelt und das ganze auf einem riesigen Floß im Teich verankert.

Die Bootsverleiher an der Serpentine konnten sich die Hände reiben – soviel Bootsfahren wie in diesen Tagen – Bitte zwei Runden um die Mastaba! – gibt es an normalen Tagen wohl nicht.

christojeanneclaude.net

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Battersea Park

Wem die „Mastaba“ vielleicht zu groß für die Garage ist oder vielleicht auch – da wohl unverkäuflich – auch zu teuer, der braucht nicht weit fahren: Im Battersea Park, nahe der berühmten „Battersea Power Station“, die gerade der Mittelpunkt eines gewaltigen Stadterneuerungsprojekts ist – steht eine Auktion von RM Sotheby’s am Programm.

Der Star dieser Aktion war zweifellos der Aston Martin DB4GT (1961), der durch Peter Sellers im Film „The Wrong Arm Of The Law“ (auf Deutsch hieß der Film „Gentlemen Killers“) zu Filmruhm kam. Der Hammer fiel erst bei 2,65 Mio. Pfund …

rmsothebys.com

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Nächste Station Woodbridge, Suffolk


Heute sind wir in Woodbridge in Suffolk in den „SS Works“ Nein, keine Angst, hier schrauben nicht finstere Gestalten an Reichsflugscheiben und anderen Wunderwaffen, sondern ein hochmotiviertes und hochprofessionelles Team um Vater und Sohn Roger und Fraser Williams baut Sportwagen.

Suffolk Sportscars bauen seit 20 Jahren höchst gelungene Kopien des legendären Jaguar SS 100. Optisch dem Vorkriegsmodell zum Verwechseln ähnlich und dank eines klassischen Sechszylinders von Jaguar auch hier sehr nahe am Original – nur „besser“ und leistungsfähiger …

Vom Suffolk SS 100 wurden bisher über 300 Stück gebaut. In jüngerer Zeit sind Kopien des Jaguar C-Type und – ganz neu – XK 120 dazu gekommen.

www.suffolksportscars.com

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