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Freitag, 19. Juli 2019
Zasada Sobieslaw - Das Steuer stets fest im Griff. Drucken E-Mail
Geschrieben von „Joe“ Mecl   

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Eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte, die zum Aufbau eines großen Unternehmens führte.

Europa-Meister im Rallyesport der Gruppe G2 1966/1967/1971, Vize-Europameister in den Jahren 1968/1969/1972, so die Erfolgsbilanz von Sobiesław Zasada. Am 27. Jänner 1930 in Da¸browa Górnica geboren, absolvierte er die Pflichtschule und war von 1945–1949 bei den Pfadfindern der Leiter in der Sportabteilung in Bielsko Biała. Er bestritt ab 1946 Leichtathletik in Krakau im Speerwurf, Weitsprung und der 1000-Meter-Staffel. Auch im Tischtennis feierte er große Erfolge und war auch der Gründer dieser Leistungsgruppe. Als Mannschaft betreute und führte er auch die Ski-Alpine Gruppe. Der erfolgreiche Leichtathlet war zudem Wirtschaftsabsolvent der Krakauer Handelsschule 1952. Schon als 16-Jähriger galt er auf den Sportstätten als eifriger Athlet, wo er von Marion Ripper geleitet wurde. Ab 1948 ist er Mitglied der Sportschule in Krakau, wo er viele Erfolge im Speerwurf und Fünfkampf erringen konnte. 1949–1952 ist er im Nationalkader Athletik ein Garant für viele Erfolge.

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m Februar 1952 erstand er sein erstes Auto, einen BMW 328. Mit Beifahrerin Eva Gorowska, die später seine Ehefrau wird, gewinnen sie unerwartet die 1. Rallye, welche zur blauen Schärpe zählt.

Der nächste Erfolg, der Gewinn der Rallye „Straße von Lublin“! 1952 errang er viele Siege in der LA, Fünfkampf und Speerwurf und konnte den größten Konkurrenten Sbigniew Radsiwnovicz besiegen, der später Partner in der politischen Repräsentation von Janusz Sidlo ist.

Bis jetzt ist er auf der Liste der besten Leichtathleten, wenn ihm nicht ein Skiunfall passiert wäre, was zu einer Änderung seiner Laufbahn führt. Im Februar 1953, bei einem FIS-Abfahrtslauf in Kospro, ereignete sich der Unfall, bei dem er einen äußerst komplizierten offenen Beinbruch erlitt, was den 23-jährigen Sportler auf den Boden warf. Das Bein musste beinahe amputiert werden und ein Aufenthalt von zwei Monaten im Streckbett brachte die Entscheidung, dass er die Karriere in der LA beenden musste.


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Vom Leichtathlet zum Motorsportler


Zasada trägt den Bazillus Autosport in sich. Motorsport war damals bei den Volksvertretern (Regierung) kein beliebter Sport, wurde aber von den großen Automobilklubs hochgehalten. Nun war das Beschaffen von funktionierenden Autos nach dem Krieg die nächste Herausforderung. Erst nach der Stalin-Zeit hatte die Regierung eine andere Einstellung zum Motorsport. Josef Zyrankiewicz hat eine Simca Aronde gebracht und ermöglichte dem jungen Zasada damit einige interessante Veranstaltungen zu fahren. Der Rallyesport in Polen wird ab 1958 populär! Der Obmann vom Automobilklub Breslau, Ing. Bronislaw Orlinski, organisierte die Rallye Niederschlesien, eine schwierige Strecke mit berg- und kurvenreichen Straßenabschnitten, die Sonderprüfungen waren eine gute Schule für die Fahrer. In dieser Zeit begannen auch andere Klubs, Rallyes zu veranstalten. Zasada war immer öfter am Start und ging oft als Sieger hervor, unter anderem bei der

Rallye „Friede – Freundschaft“, die unter der Patronanz von Militär und Miliz durchgeführt wurde.

Durch seine Erfolge bekam er die Möglichkeit, auch in westlichen Ländern wie Griechenland, Jugoslawien, Finnland und Monte Carlo zu starten. Der Unterschied zwischen West und Ost war riesengroß. 1961 fuhr er auf einer Simca Aronde bei der Rallye Monte Carlo, das übrige Jahr auf BMW 700 und wurde prompt polnischer Meister. 1962 bestreitet er die Saison mit einem Mini Cooper S und wird erneut polnischer Meister. 1963 wird die Saison auf einen Fiat Abarth 1000 abgespult und 1964 ist Zasada bei der Monte Carlo damit am Start. Bei der Monte Carlo-Rallye mit über 300 Startern, mit dabei vier Puch 650 TR und fünf Fiat 600 Abarth, gewinnt er überlegen seine Klasse.

Johann Puch wurde auf diesen polnischen Teilnehmer aufmerksam. Nach dem Ziel bekam Zasada das Angebot, die Fabrik zu besichtigen und Testfahrten zu machen. Eine Woche Testfahrt, dann Teilnahme auf einem Werksauto von Puch an der Sonntagsbergfahrt und zur vollen Überraschung … „Bestzeit“! Zasada auf Steyr Puch siegt vor den BMWs und Volvos! Zasada bekommt ein Werksauto für die Int. Rallye Weltawa, wo er auf starke Gegner aus Deutschland, Italien und Holland stößt. Die Rallye mit einer Länge von über 2.000 km führt großteils über die Berge und wieder die Überraschung! Sieger Zasada mit Kasimir Osinski. Zum ersten Mal in der Geschichte gewinnt ein Puch eine internationale Rallye.

Für die nächste Rallye „Atritika“ in Jugoslawien stellte Steyr Puch drei Werksautos – Zasada wird Vierter. Die nächste Rallye: 122 Autos am Start, davon zwei Drittel aus dem Westen, über 1.000 Kilometer mit Wertungsprüfungen in den Bergen auf Schotter. Vier Puch am Start und wieder die Überraschung: Die polnische Mannschaft siegt. Der zweite Puch auf Platz 38, die zwei anderen fallen aus.


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Erfolge als Werksfahrer


30. Juli bis 3. August 1964: Polnische Rallyes hatten große Schwierigkeitsgrade, zählten zur EM, und die besten Werksautos und Fahrer waren am Start. Es waren große Wettbewerbe, die keine Zeit für Ruhepausen zuließ; sie wurden in der int. Rallyewelt auch als „Hölle auf Erden“ bezeichnet. Von den mehr als 100 Startern erreichte lediglich nur ein Drittel das Ziel. Ein 2. Platz bei der „Atritika“ , dann der Sieg bei der „Veltava“ und der „Raid Polski“ sind die eindrucksvolle Bilanz des Jahres.

1965: Der Aufbruch in seiner Karriere: Bei der Startnummernverlosung zur Monte Carlo-Rallye erhielt er die Nr. 8. 40 Autos, davon vier Teams von Steyr Puch, starteten in Warschau zur Fahrt über die Alpen nach Monte Carlo. Aber der Winter war ein 100-jähriger Winter. Bei flotter Fahrt auf winterlichen Straßenverhältnissen mit Schneeverwehungen und Sturm, kamen sie als Erste nach Grenoble ins Ziel. Erst in der Früh, nach 500 km, wurde die polnische Mannschaft vom späteren Sieger Timo Mäkinnen auf Morris Cooper überholt. Aber die Fahrt der polnischen Mannschaft auf dieser Teilstrecke der Rallye war die Sensation schlechthin. Reporter berichteten über die sensationelle Fahrt. Die Namen wurden auf den Sender „Lupe–Live“ übertragen und von Reportern, Fans und Beobachtern aus der ganzen Welt bejubelt. Von den vier gestarteten Werks-autos kamen nur die Polen ins Ziel. Zu den Favoriten um den EM-Titel 1966 zählten Timo Mäkinnen, Paul Toivonnen, Rauno Aaltonen, Erik Carlson, Ove Anderson, Björn Waldegaard, Vic Elford und Paddy Hopkirk. Zu diesen Fahrern kommt aus dem „Eisernen Vorhang“ der neue Stern, Zasada hinzu! Der Steyr Puch 650 TR mit 45 PS, die Konkurrenz hatte mindestens doppelt so viele, wurde zunächst belächelt. Zasadas Fahrstil und Taktik machte ihn jedoch zum Giganten-Killer und der Puch bekam den Namen „Starke Maus“!

 Der Rallyesport wird nun durch internationale Fernsehstationen bekannt gemacht und erlangte einen populären Stellenwert. Live-Übertragungen wie von der Monte Carlo, 1000 Seen-Rallye und RAC setzten die Besten wie Hannu Mikkola, Timo Mäkinnen, Timo Salonen, Björn Waaldegard, Roger Clark und Paddy Hopkirk, sowie zahlreiche Franzosen und Italiener gekonnt in Szene. Unter diesen Besten der Welt, der Pole Sobiesław Zasada.

Der Titel „Rallye Europameister“ war damals der begehrteste im Rallye-Sport, von diesem Titel träumten alle Fahrer. Und welche Überraschung: 1966 gewinnt Zasada auf Steyr Puch 650 TR, ein Mann aus dem Land hinter dem Eisernen Vorhang. Dort wurden Autos wie Sirena, Mikros, Warszawa gebaut, wo sonst Pferde-fuhrwerke und die eigenen Konstruktionen fuhren.

Man beneidete den Chef von Puch, welcher Zasada das Auto zur Verfügung stellte und damit die Tulpenrallye, Akropolis, Monte Carlo, Deutschland- und Polen-Rallye gewann und damit die EM 1966 für sich entschied.


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Porsche-Jahre


Steyr Puch beschließt, mit dem Motorsport aufzuhören. Von Porsche kommt das Angebot von 50 PS auf 185 PS umzusteigen. Im darauffolgenden Jahr hat sich bestätigt, dass Zasada nicht nur der schlaue Fuchs war, sondern zu Recht gewonnen hat. 1967 gewann er auf Porsche den Alpen-Pokal, die Polen-Rallye und nach heftigem Kampf mit Timo Mäkkinen wieder die EM.

Der Name Zasada war jetzt auf den Titelseiten der Zeitungen. In Europa und später in Südamerika war sein Name ein Begriff. Beim nächsten großen Lauf, dem Grand Premia Argentinien (60% von den jetzigen Straßen der Dakar-Rallye) sollte er erneut die großen Namen des Rallye-Sports hinter sich lassen. Die eingewanderten Polen in Argentinien waren seine große Fan-Gemeinde. Für diese Menschen war der Sieg von Zasada der erste Kontakt seit Jahren mit Polen, sie hatten das Land einst wegen der Kriegswirren verlassen. Das Auto von Zasada war immer mit der Aufschrift „Polska“ oder „Poland“ versehen. Eine Polin hat in der Zeitung Nam folgenden Bericht veröffentlicht: „Wir haben hier Siegesemotionen von Zasada bei der 11. Int. Rallye Argentinien erlebt. Im Radio hörte man vom Polako, in den ersten Tagen mit falscher Aussprache seines Vornamens. Dann haben sie es gelernt! Nach Beendigung jeder Etappe hat er einige Sätze zu den Polen gesprochen. „Jurek“ (sein Spitzname) hat nicht an seine Möglichkeit geglaubt, er war der Meinung, dass die Straßenführung für ihn zu schwierig ist. Ich konnte mir keinen besseren polnischen Vertreter des Landes vorstellen.“                                                                                                                                 „Unter den vielen Titeln von Zasada hat er das Land Polen bekannt gemacht“, sagte der Außenminister Adam Rapacki. Der Rhythmus seines Privatlebens hat sich nach dem Veranstaltungskalender gerichtet. Es gab fast keine europäische Veranstaltung, wo der Pole nicht gewonnen hat und einen wichtigen Erfolg errang. Die Ergebnisse haben gefruchtet und waren für die nächsten Titel sehr wichtig. 1968 EM-Vizemeister ebenso 1969 und 1971 und schluss-endlich errang er auf BMW zum 3. Mal 1972 den Titel als Europa-Meister. Solche Ergebnisse konnte kaum ein anderer Fahrer vorweisen.


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Neben den Europameisterschaftsläufen hat Zasada Marathon-Rallyes bevorzugt, wie London–Sydney. 1968 wird er mit Beifahrer Marek Wachowski 4. im Gesamtklassement auf Porsche 911 und 1977 gelingt ein beachtlicher 13. Platz auf Porsche Carrera. Bei London–Mexico 1970 erobert er einen hervorragenden 8. Platz auf Ford Escort 1800 GT Mark I. Die Streckenlänge solcher Rallyes betrugen mehr als 20.000 km. Für die gefahrenen Geschwindigkeiten waren gut präparierte Autos mit verstärktem Fahrwerk, gut eingestellte Motoren sowie die Taktik gefragt. Bei diesen langen Rallyes, die durch mehrere Kontinente führten, waren Durchhaltevermögen, körperliche Kondition und Logik, mit der er seinen taktischen Plan realisieren konnte, gefragt. Dies hat ihm gefallen und ist ihm gelegen. Aus einem Sprinter ist ein Langstreckenfahrer geworden, der zeigt, dass er hier ein ernstzunehmender Sportler ist. Es war ihm bewusst, dass er die Leistungsfähigkeit von Fahrer/Beifahrer, sowie des Autos den verschiedenen Bedingungen wie Regen, Hitze und Strecke anpassen muss, um das Ziel zu erreichen. Zasada hat daher eine vorrangige Rolle bei Marathon- Rallyes gespielt. Bei der East Afrika Safari Rallye durch Kenia und Tansania war er bester Europäer und der Sieg oft zum Greifen nahe – wenn nicht??? Der Meister mag nicht über das Pech sprechen! Die Safari hat ihn mehrmals abgeworfen oder durch Pech verfolgt. Insgesamt sieben Mal am Start: 1969 auf Porsche 911 S, ein 3. Platz in der Klasse. 1971 auf Porsche 911 S der 5. Platz. Dann 1972, als er führend mit 20 Minuten Vorsprung vor seinen Konkurrenten, etwa 300 km vor dem Ziel, für den Bruchteil einer Sekunde vor Müdigkeit hinter dem Lenkrad eingeschlafen ist. Ergebnis: Ausritt in eine Ananasplantage. Der Verlust der Windschutzscheibe und eine halbstündige Bergung des Autos war die Folge. Dies hat zum Verlust des sicheren Sieges geführt! Die polnische Mannschaft hat dann dennoch den 2. Platz belegt. 1973 Ausfall mit dem Porsche 911. Im Jahr 1978 folgt, nach längerer Pause, im Mercedes-Team mit dem MB 280 E der 6. Platz, von 69 gestarteten Teams erreichten nur 13 das Ziel. 1979 auf MB 280 E scheidet Zasada mit Differentialschaden aus. Auf einer seiner Safari-Rallyes hat er für zu schnelles Fahren in der Hauptstadt Uganda-Kapala eine 50-minütige Zeitstrafe erhalten und konnte somit trotz eines Vorsprunges von mehr als 30 Minuten diese Rallye nicht gewinnen. Zasada hat dennoch auf der Safari-Rallye sein Können unter Beweis gestellt.


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Spätes Comeback


Nach Jahren der Pause wollte er es mit 67 Jahren nochmals wissen: 1997 startete er nochmals bei der zur Rallye-WM zählenden Safari-Rallye mit seiner Gattin Eva auf einen Mitsubishi Lancer Evo III. Eine gewissenhafte Vorbereitung war, damals wie heute, das um und auf einer erfolgreichen Rallye. Er kam extra nach Wien, um mit dem „Rallyehaudegen“ Rudi Stohl einen Einsatzplan durchzusprechen. Stohl, immerhin im Audi-Team integriert und mit langer Safari-Erfahrung behaftet, kannte bestens die Tücken der Safari. Der Rest sollte in die Annalen der Rallye-Geschichte eingehen: 2. Platz und Punktegewinn bei der WM! Solche Leistungen im Alter von 67 Jahren hat noch keiner geschafft. Während dieser Rallye haben ihn und seine Frau Eva die früheren Konkurrenten Joghinder Singh und Zbigniew Nowicki angefeuert … „Sorbek hat Erfolge auf höchster Ebene errungen, dies würden wir nicht erreichen! Gleichzeitig hat er uns die Seele gestärkt, dass die alte Garde nicht rostet. Wir warten in Nairobi im Ziel auf dich!“ Ein krönender Abschluss einer langen Motorsport-Karriere.


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Tausendsassa Zasada


In den nächsten Jahren beschrieb er dramatische Rallye-Abenteuer und Erlebnisse in Büchern und zeigte auch sein Talent zum Autor: „Auto-Raid“, „Rallye Abenteuer“, „Meine Rallyes“ oder „Breite Straße“ sind nur einige seiner Werke. Die Gründung der „Polnische Gesellschaft von Autos für bessere Beherrschung und Fahren“ geht auf seine Initiative zurück. Das Hauptziel ist die Sicherheit auf den Straßen, dem Anbieten von Fahr- und Sicherheitskursen. Durch seine Initiative werden eigene Trainingsgelände gebaut, wo man verschiedenste Fahrsituationen nachstellen kann. Er war immer ein unruhiger Geist, der stets Überraschungen vorbereitete und durchführte. So war es auch im Fall des polnischen FIAT, dessen Produktion in Zeran/FSO Warschau angesiedelt war und auf hohem technischen Niveau stattfand. Auf seine Initiative hin wurde ein Schulungs-zentrum geschaffen und eine Mannschaft für einen Langstreckenrekord gebildet. Ausgewählte Fahrer mit viel Disziplin haben mit dem polnischen Fiat die Rekorde über 25.000 km, 25.000 Meilen und 50.000 km im Jahr 1973 aufgestellt. Dies war eine große Reklame für die polnische Wirtschaft. Er hat die Popularität des kleinsten polnischen Autos, den FIAT 126, mit dem er bei der Rallye Monte Carlo mit Lingin BIELAK als Co gestartet war, an die Bevölkerung gebracht. Mit dem kleinen Auto hat man die 2.000 km Anfahrt zu den verschneiten Bergen und Tälern geschafft, womit die 400.000 Polen bestätigt bekamen, dass die Anzahlung für das Auto richtig war. Damit ist die Autoproduktion gestartet worden.

 Zasada war Werksfahrer von Steyr Puch, Porsche, BMW und Mercedes und gelegentlich auf Lancia, Morris Cooper, Renault Alpine, Peugeot, Rover, Simca, Fiat, Ford und Mitsubishi unterwegs. Man darf nicht vergessen, dass er der Gründer des neuen Autosports in Polen war. Von seinen Erfahrungen profitieren bis heute die polnischen Fahrer. Aufzeichnungen von Rallyes dienen heute noch als Grundstock, der nur wenig verbessert wurde. Mit Taktik zum Erfolg zu gelangen, sowie schonendes Fahren und die Hilfe des Co-Piloten! Sein Credo ist in seinem Buch „Sichere Schnelligkeit!“ verankert: Gute Fahrt ist nicht starkes Bremsen, schnelles Beschleunigen oder Driften, flüssiges, rundes Fahren führt zum Erfolg! Diese Elemente sollen in der täglichen Fahrt eine Anwendung finden, daher: dem Auto anpassen!

Dreifacher Europameister, dreimal Vize-Europa-meister, elfmal polnischer Meister, 148 Einzelsiege! Auf der Liste der zehn besten Sportler in Polen war er fünfmal ab 1967 als bester polnischer Motorsportler. Kommentar von Zasada: „Das kann man nicht auf Geld umrechnen. Es hat mich jeder Sieg gefreut. Sogar die kleinsten Veranstaltungen, besonders dann, wenn ich mit den großen Rivalen zu tun hatte“, erinnert sich Zasada, er hat eben den Sport im Blut.


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In seiner Passion, dem Segeln, erreichte er 2005 in dem kleinen Katamaran in der Regatta ARC auf der Strecke von den Kanaren zu den Antillen den Sieg. Für seine breitfächrigen Tätigkeiten wurde er als Super Champion von Lech Walesa geehrt, als Sportler, der sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhte: „Diese Ehrung ist nicht wie eine von vielen. Der Kandidat soll sich geehrt fühlen, dass er nach seiner sportlichen Laufbahn weiter dem Sport diente, er möge weiter die Polen rühmen und präsentieren. Ich glaube, dass die Redaktion der Zeitschrift die Ehrung für den Besten entschied. Als Präsident freut es mich aber besonders. Ich glaube, dass die Jugend beim Lösen von Problemen sich ein Beispiel an Zasada nehmen soll. Ich möchte, dass wir mehr solcher Sportler in Polen hätten, um das Ansehen Polens als Aushängeschild zu zeigen.“

Für die ältere Generation von Polen ist er ein Sieger-Symbol mit Errungenschaften auf allen Rallye-Strecken. Aber es gibt auch ein anderes Gesicht von Zasada, Industrieller, Geschäftsmann und Generalimporteur von Mercedes in Polen. Alle seine Tätigkeiten aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Als Zasada seine sportliche Karriere nach der Rallye „Rund um Südamerika“ 1978 auf Mercedes beendete, sich jedoch noch nicht offiziell zurückzog, begann er mit Hilfe der polnischen Wirtschaftsbewegung und mit Hilfe von ausländischem Kapital, mit viel Engagement, die Tätigkeit als Produzent von Autos für die Rennstrecke.

Der „Bazillus“ in ihm ließ ihm keine Ruhe, wie üblich hat er sich hohe Ziele gesetzt, mit Mercedes für eine Vertretung in Polen verhandelt. 1990 begann er mit dem Verkauf von Mercedes in Polen als Generalimporteur auch von LKWs und Bussen. Sein Bekanntheitsgrad hat zum Gelingen des Erfolges beigetragen. Anfangs von Mercedes als zu kleiner Markt eingeschätzt, ist ein landesweiter beachtlicher Erfolg erzielt worden. Mit seiner Disziplin, Geradlinigkeit und als Geschäftspartner mit Handschlagqualität ausgestattet, waren diese Erfolge umsetzbar. Trotzdem bleibt eine Frage: „Wie schafft man so viele verschiedene Aufgaben in einem Leben?“

Photos: Sobiesław Zasada

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