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Samstag, 17. April 2021
Mazda MX-5 Drucken E-Mail
Geschrieben von Redaktion   

Heft bestellen - Klassiker von Übermorgen: Mazda MX-5

Im August 1980 wurde der letzte Triumph Spitfire gebaut und im Oktober des gleichen Jahres lief der letzte MG B in Abington vom Band. Damit war der kleine, offene, zweisitzigen Sportwagen - mit Ausnahme des AlfaSpider - endgültig ausgestorben - "gekillt" von einer Mischung aus neuen Sicherheitsvorschriften, der Bequemlichkeit der Kunden und mangelndem Mut der Hersteller.

ImageIm August 1980 wurde der letzte Triumph Spitfire gebaut und im Oktober des gleichen Jahres lief der letzte MG B in Abington vom Band. Damit war der kleine, offene, zweisitzigen Sportwagen - mit Ausnahme des Alfa Spider - endgültig ausgestorben - "gekillt" von einer Mischung aus neuen Sicherheitsvorschriften, der Bequemlichkeit der Kunden und mangelndem Mut der Hersteller.
Aber in einem kleinen Ort auf einer fernen Insel hatte eine hartnäckige, kleine Truppe ganz andere Pläne ...
Bei Mazda arbeitete ein multi-nationales Projektteam unter Toshihiko Hirai an einem kleinen, offenen, zweisitzigen Sportwagen. Wider Erwarten ging das Projekt als Mazda MX-5 in Serie und wurde auf der Chicago Auto Show in Februar 1989 vorgestellt.
Die Erwartungen waren bescheiden: Eine Jahresproduktion von 5.000 Stück waren angepeilt, von denen 3.000 in die USA und nur 500 für Europa geplant waren - Ende 1990 sollten es alledings bereits 140.918 Fahrzeuge sein, von denen 15.888 nach Europa gingen. Die Nachfrage überstieg aber immer noch das Angebot und die Neuwagen wurden oft mit beträchtlichen Aufschlägen am "Schwarzmarkt" weiterverkauft.
Der MX-5 (in den USA als "Miata" und in Japan als "Eunos" vermarktet) orientierte sich optisch wie technisch deutlich am Lotus Elan - Frontmotor, Hinterradantrieb, Einzelradaufhängung, Gewichtsverteilung von 50:50 und Klappscheinwerfer. Der - bei IAD in England gebaute - Prototyp hatte sogar Kunststoffkarosserie.
Die erste Generation des MX-5 (Baureihe NA) wurde anfangs von einem 1,6-Liter-Vierzylinder mit 115 PS Leitung angeboten. Erst 1994 wurde die Motorenpalette mit einem 1,8-Liter- Motor (130 PS) und 1995 mit einem auf 90 PS gedrosselten 1,6-Liter-Motor erweitert. Das 5-Gang-Getriebe war von Anfang an serienmäßig.
Mit einer Länge von 387 cm und einem Leergewicht von 940 kg war der kleine Sportwagen flink und wendig. Die Spitze wurde mit 190 km/h angegeben und 100 km/h wurde in knapp weniger als 10 Sekunden erreicht.
ImagePresse und Käufer waren enthusiastisch und, vor allem in Amerika, wurde der kleine Roadster bald auch im Motorsport eingesetzt. In zahlreichen "... die 10 besten ..." Listen war der Wagen Stammgast und heimste zahlreiche Auszeichnungen ein.
Ein größerer Motor (1994), optionales Automatikgetriebe (1993) und eine Vielfalt von Sondermodellen konnten ein allmähliches Absinken der Verkaufszahlen nicht verhindern.
Nach mehr als 400.000 Stück wurde die Baureihe NA durch die NB-Modelle der zweiten Generation im Jahr 1998 abgelöst. Optisch auffälligste Änderung der neuen Generation waren feststehende Scheinwerfer, die die Klappscheinwerfer ablösten. Die Karosserie war vorsichtig geändert worden und darunter verbarg sich ein neues Fahrwerk und überarbeitete Motore, die jetzt zwischen 110 PS (1.800 ccm) und 145 PS (1.900 ccm) leisteten.
Das Interieur war gründlich überarbeitet und wärend beim NA die Heckscheibe noch aus Kunststoff war, bestand diese jetzt aus Glas und war sogar beheizt. Im Zuge dieser "Renovierungsarbeiten" wuchs das Gewicht des Roadsters auf 1.100 kg. Den 10. Geburtstag der Modellreihe feierte Mazda mit einem "10th Anniversary Model", das sich vor allem durch ein 6-Gang-Getriebe auszeichnete.
ImageFür 2001 wurden Leuchten, Frontpartie Instrumente, Mittelkonsole und Technik neuerlich leicht überarbeitet und aus der Baureihe NB wurde NB-FL (= Facelift).
Exklusiv für den australischen Markt wurden 2002 der MX-5 SP in einer Auflage von 100 Stück gebaut. Dank Turbo kam der MX-5 SP auf 211 PS Leitung und entsprechende Fahrleistungen.
In den Jahren 2004 und 2005 gab es nur in Japan eine Sonderserie mit einem Turbomotor von "Mazdaspeed". Vorerst nur in den Farben "Velocity Red Mica" und "Titanium Gray Metallic" erhältlich hatte das Sondermodell 17-Zoll-Räder, ein verbessertes Fahrwerk und verstärkte Kraftübertragung, um die 178 PS unbeschadet zu überstehen. Nach 5.428 Exemplaren setzte ein Brand im Werk der Sonderserie ein Ende. In gar nur 350 Stück entstand 2004 die Sonderserie "Roadster Coupé" mit fixem Hardtop.
Für das Modelljahr 2006 wurde der MX-5 neu präsentiert. Äußerlich gleicht die Baureihe NC ihren Vorgängern und ist am besten an den bauchigen Kotflügeln zu identifizieren. In Wirklichkeit hat die neue Karosserie mit dem Vorgänger praktisch kein Teil gemeinsam. Die Bodengruppe stammt vom Mazda RX-8 allerdings sind die Motoren unverhändert konventionelle Hubkolbenmotore, jetzt auf bis zu 2.0 Liter vergrößert. Das Getriebe hat fünf oder sechs Gänge, eine 6-Gang-Automatik ist am amerikanischen Markt populär.
In den Außenmaßen ist der NC in allen Dimensionen um zwei bis drei cm gewachsen und im Schnitte sind die Modelle - Airbags, größere Bremsscheiben, beheizbare Sitze, DSC, Traktionskontrolle, ... - um etwas 50 kg schwerer geworden.
Seit 2006 gibt es den MX-5 wahlweise mit Stoffverdeck oder mit einem elektrischen Klappdach aus Kunststoff. Letztere Version wird als "Roadster-Coupe" angeboten. Das Spielchen mit den limitierten Sondermodellen wurde erfolgreich fortgesetzt.
ImageIm Oktober 2008 wurde in Paris die "modellgepflegte" Version des MX-5 präsentiert.  Der Kühllufteinlass wurde dem "Gesicht" des RX-8 angepasst, das Markenzeichen vergrößert und Spiegel und Seitenschweller optimiert.  Das Roadster-Coupe ist jetzt auch von vorne am Kühlergrill mit Maschendraht erkenntlich.  Bis heute wurden vom MX-5 mehr als 800.000 Stück verkauft und damit hat der kleine Roadster bereits jetzt alle Stückzahlen-Rekorde gebrochen.  Eine Reihe anderer Hersteller wurden ermutigt, ebenfalls wieder in den Markt der kleinen, offenen Zweisitzer - BMW Z3, Mercedes SLK, Fiat Barchetta, ... - einzusteigen.

Klassikerpotenzial: Sehr aussichtsreich, obwohl die große Stückzahl noch längere Zeit für preiswertes Fahrvergnügen sorgen wird ...

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