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Freitag, 6. Dezember 2019
KTM historisch - und heute ... Drucken E-Mail
Geschrieben von Peter Krackowizer   

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Am 24. Mai fand die erste KTM Historic Sternfahrt in memoriam Ernst Kronreif statt.

Vor 75 Jahren gründete also Hans Trunkenpolz in Mattighofen eine Schlosserwerkstätte, seit 1953 werden Zweiräder gebaut und jetzt ist Wolfgang M. Buchta das erste Automobil von KTM, den XBow gefahren. Ulli Buchta hat versucht, sein breites Grinsen auf‘s Bild zu bannen.

Text: Peter Krackowizer
Photos: Peter Krackowizer, Heinrich Schubert, Ulli Buchta

ImageWeit mehr Fans historischer Motorräder als von den Veranstaltern erwartet, zog die "1. KTM Historic Sternfahrt in memoriam Ernst Kronreif" am letzten Sonntag, den 24. Mai 2009 beim Gasthof Hohlwegwirt in Hallein-Taxach an.
Rund 300 Besucher bestaunten in einer Sonderschau über 40 historische und aktuelle Modelle der österreichischen Fahrrad-, Moped- und Motorradfirma KTM, dessen Mitbegründer 1953 Ernst Kronreif I. vom Hohlwegwirt war.
Zahlreiche Besucher waren mit ihren eigenen zweirädrigen Oldtimern angereist und erlebten interessante Zeitzeugengespräche über den Anfang von KTM in Hallein-Taxach sowie mit Rennfahrern der ersten Stunde wie Inge und Edi Kranawetvogl, Egon Dornauer oder Manfred Magnus.
Bei einer Ausfahrt von rund 30 historischen Motorrädern in die Altstadt von Hallein und auf Teilen des alten Stadtrennkurses von Hallein, konnte man den Geruch und das Geräusch von KTMOldtimern erleben. Der Konvoi wurde von einem KTM-X-Bow mit Erika Trunkenpolz (Witwe von Erich Trunkenpolz, Sohn des zweiten Firmengründers) und dem Besitzer des X-Bows, Bertl Wimmer aus St. Koloman im Cockpit, angeführt.  Ernst Kronreif II , Peter Frohnwieser und Heinrich Schubert von der "KTM Austria Historic IG" freuten sich als Organisatoren dieser Sternfahrt über das überaus große Echo der Veranstaltung und die vielen Erinnerungen, die über Ernst Kronreif I. ausgetauscht wurden.
ImageEine einzigartige Bilderschau mit teilweise bisher noch niemals veröffentlichtem Fotomaterial aus dem Privatarchiv der Familie Kronreif rundete diese gelungene Veranstaltung ab, die hoffentlich im kommenden Jahr am 50. Todestag von KTMMitbegründer Ernst Kronreif I., dem 24. Mai, eine Fortsetzung erfährt.

Die komplette Geschichte der KTM Motorräder ist so umfangreich, das wir diese im Jahre 2001 auf drei Ausgaben (2-4/2001) aufteilen mussten.  Die Geschichte der Armbrust (X-Bow, sprich Crossbow, heißt auf Englisch Armbrust) ist noch nicht ganz so umfangreich.
ImageAm 8. März 2007 wurde am Automobilsalon in Genf einem überraschten Publikum das erste Automobil des heimischen Motorradbauers KTM präsentiert, und was für ein Auto!
Getreu dem Motto des Hauses "Ready to Race" hat der X-Bow mehr mit einem Motorrad und einem Rennwagen gemeinsam als mit dem, was man sich normaler Weise beim Wort "Auto" so vorstellt.
Das 90 kg schwere Carbon-Chassis von KTM und Rennwagenbauer Dallara wurde vom "KTMHausdesigner" Gerald Kiska in ein spektakuläres Kleid aus Carbon und Fiberglas verpackt, das wahrscheinlich ein Alptraum zum Reinigen ist, aber dem X-Bow ein unverwechselbares Aussehen gibt.
Die Motorisierung stammt von Audi. Der 240 PS starke Vierzylinder mit 2.0 Liter Hubraum verschafft dem Leichtgewicht (790 kg) zu Beschleinigungswerten, bei denen viele Superersportwagen alt aussehen: 3,9 Sekunden auf 100 km/h. Die Spitze von rund 220 km/h ist für einen Dach- und Scheibenlosen Wagen auch mehr als hinreichend.
Mittlerweile gibt es von X-Bow einige optisch kaum zu unterscheidende Versionen (Dallara Edition, GT4,...) und der Wagen wird auch erfolgreich im Rennsport eingesetzt.

ImageUnd wie fährt sich das gute Stück? Die erste Hürde ist mehr psychologisch als real: Für das optimale Einsteigen tritt man zuerst auf die breiten "Türschweller" und danach auf den Sitz, was beides etwas Überwindung erfordert.
Sobald man im fixen, spartanischen aber überraschend bequemen Sitz Platz genommen hat, beginnt der Kampf mit den - je nach Version - Vierbis Sechspunkt-Gurten. Lenkrad montieren (Ja, abnehmbar wie bei einem Formel 1), Zündung ein, und sobald am Display (hoffentlich wasserfest!) "Ready to Race" erscheint erweckt ein Druck auf den Startknopf den Motor zum Leben.  Das Fahrverhalten übertrifft die kühnsten Erwartungen.  Vier Sekunden sind wirklich eine kurze Zeit, wenn einem der Wind entgegenbraust und die nächste Kurve rasend schnell näher kommt.  Der ängstliche Fuß steigt auf die Bremse - viel zu früh für die Brembo-Rennbremsen, denn die Verzögerung ist zumindest so beeindruckend wie die Beschleunigung.
Der X-Bow ist wunderbar leicht zu fahren und reagiert auf die Lenkung vielleicht sogar noch besser als das so oft zitierte Go-Kart. Die Leichtigkeit, mit der der X-Bow sich auf der Schleuderplatte (im ÖAMTC Fahrsicherheitszentrum in Lebring südlich von Graz) wieder einfangen lässt, muss man erlebt haben...
Fazit: Der X-Bow ist ein Wagen, den man (nicht nur als patriotische angehauchter Automobilliebhaber) einmal gefahren haben muss.
Und was bleibt als nächste Steigerung? Wie wär's mit "Reisen mit dem X-Bow" - vielleicht an die Cote d'Azure, zum und über den Klausen Pass oder nach Südengland zum Festival of Speed nach Goodwood, oder ...

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