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Sonntag, 8. Dezember 2019
Aber "G"!? Drucken E-Mail
Geschrieben von Wolfgang M. Buchta   

Heft bestellen - 30 Jahre Mercedes G

Der Mercedes aka Puch G feierte zu Beginn des Sommers seinen 30. Geburtstag. Wolfgang M. Buchta durfte dabei sein.

Text: Wolfgang M. Buchta
Photos: Wolfgang M. Buchta, Walter Tillmann, Mercedes-Benz

ImageVor fünf Jahren feierte "der G" sein "Silver Jubilee", ein Jubiläum, das wir in AC 5/2004 mit einer Titelstory gebührlich feierten.
Fünf Jahre sind ins Land gegangen und wenig überraschend, kann der G, mittlerweile einer der dienstältesten Neuwagen der Welt, heuer seinen 30er feiern.
Die offizielle Feier umfasste ein Treffen in Graz wo 300 G-Modelle aus aller Welt zusammentrafen.  Die weiteste Anreise auf eigener Achse erfolgte durch einen Enthusiasten irgend woher aus dem mittleren Russland, und ein Amerikaner ließ seinen G samt Familie extra einfliegen.  Die Gastgeber ließen sich auch nicht lumpen und boten den Teilnehmer einiges: Werksführung, Schöckel-Besteigung (per G natürlich) und eine Ausstellung von verschiedensten G-Variationen - vom Papamobil (in dezentem Weiß mit weniger dezenten goldenen Zierteilen) bis zum Prototypen eines Dreiachser.
Dank kontinuierlicher Modellpflege rittert der Geländewagen aus Graz unverändert um den Titel "bester Geländewagen der Welt" und, abgesehen von irgendwelchen militärischen Spezialkonstruktionen, ist die Konkurrenz dünn gesät.
Unverändert wird der Wagen in durchschnittlich 5.000 Stück pro Jahr in den Baureihen 461 (vulgo "Behörden G") und 463 (für den verwöhnteren Zivilmarkt) gebaut. Die Baureihe 461 macht nur rund 10% der Fertigung aus und geht an militärische Kunden zwischen Kanada und Australien.  Die aktuelle Modellpalette besteht aus drei Karosserievarianten - kurzer und langer "Station Wagon" und Cabrio - und drei Motoren. Der G 350 CDI wird von einem V-6-Dieselmotor angetrieben, der dem G durchaus vernünftige Verbrauchswerte verschafft. Mit 224 PS und einer Spitze von 177 km/h (8,8 Sekunden auf 100 km/h) ist man aber dennoch mehr als ausreichend motorisiert.
ImageFür alle die mehr "brauchen" liegt eine Stufe darüber der G 500 mit V-8-Benziner und 388 PS.  210 km/h Spitze und eine Beschleunigung von 5,9 Sekunden sind der Lohn eines Kraftstoffverbrauchs von 14,7 Liter auf 100 km.
Und wer schließlich einen Sportwagen in Form eines Hauses braucht, der kann zum G 55 AMG greifen: 507 PS Leistung und 700 Nm Drehmoment!  Erstaunlicherweise, so wurde uns im Werk kundgetan, macht der G 55 AMG rund die Hälfte der Produktion aus ...
Am anderen Ende, vielleicht dem sympathischeren, wird zum Jubiläum ein Sondermodell "G 280 CDI Edition 30 Pur" angeboten. Als einziges für "Zivilisten" erhältliches Modell der Baureihe 461 ist die "Edition 30 Pur" ein etwas behübschter "Behörden G", der durch zahllose nette Details - zweiflügelige Hecktür, Dachgepäckträger, keine elektrischen Fensterheber, keine Klimaanlage, keine Metallic-Lackierung, ... besticht.
Womit es der Mercedes G auch in seinem 30. Jahr schafft, die ganze Bandbreite vom Arbeitstier bis zum Luxusgeländewagen mit im wesentlichen einem Modell abzudecken.
Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen - dieser Satz wird wahlweise Mark Twain, Winston Churchill oder Karl Valentin zugeschrieben. Aber in diesem Fall kann man eine Prognose wohl wagen: Der Mercedes G wird noch einige Zeit aus luftiger Höhe auf die SU Vs herab blicken und diesen beim Kommen und Gehen zusehen ...

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