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Samstag, 14. Dezember 2019
25 Jahre SAAB Cabrio Drucken E-Mail
Geschrieben von Wolfgang M. Buchta   

Heft bestellen - 25 Jahre Mitternachtssonne

Das Saab Cabrio feiert Geburtstag

Text & Photos: Wolfgang M. Buchta

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ImageDer schwedische Automobilhersteller Saab ist nicht gerade für besonders rasche Modellwechsel bekannt. Im Herbst 1949 ging der Saab 92 in Serie und wurde dann - unter verschiedenen Nummern und mit verschiedenen Motoren - bis 1980 gebaut.
1968 kam der komplett neue Saab 99 dazu, der je nach Lesart bis 1984 oder bis 1998 (als Saab 900) oder als Saab 9-3 bis heute gebaut wird. Technisch und in Details haben sich die Wagen natürlich entwickelt, aber irgendwie haben es die Leute von Saab geschafft, die Optik und das "Feeling" von einer Generation zur nächsten zu retten ...
Im Herbst 1983 überraschte Saab die Besucher der IAA mit einer Studie eines offenen Viersitzers auf Basis des Modells 900. Der amerikanische Cabrio-Spezialist "American Sunroof Company" aus Kalifornien hatte im Auftrag von Saab ein serienmäßiges 900 Coupé "aufgeschnitten” und die Reaktionen der potentiellen Kunden waren derartig enthusiastisch, dass im Jänner 1986 das erste Serienmodell des Saab Cabrios ausgeliefert wurde.
Technisch entsprach das Cabrio dem Coupé. Der Vorderwagen bis zur A-Säule und die Bodengruppe waren bei Coupé und Cabrio identisch. Um das geöffnete
Faltdach vollständig verschwinden zu lassen, wurde die Gürtellinie etwas angehoben und die Heckklappe des Coupé wurde durch einen Kofferraumdeckel ersetzt, der sich bis zur Stoßstange öffnete. Das dreilagige Dach (vom Erbauer des Protoypen, ASC konstruiert) öffnete sich binnen rund 30 Sekunden elektrisch. Dank Außenhaut aus Kunststoff und einer beheizten Heckscheibe aus Glas war das Saab Cabrio uneingeschränkt wintertauglich.
Da das (geöffnete) Dach nicht in einer festen Mulde sondern in einer Art Stoffsack untergebracht ist, bietet der Kofferraum bei geschlossenem Dach ein fast normales Volumen und die Rücksitzlehnen konnten für maximalen Laderaum sogar umgeklappt werden. Im Wageninneren waren all die markentypischen Merkmale - vom Zündschloss neben dem Schalthebel bis zu allen zeitgenössischen Sicherheitsmerkmalen - zu finden. Das Spitzenmodell, der Turbo 16, leistete stolze 155 PS.
Die Kunden enttäuschten Saab nicht und Ende 1986 war die Produktion bis 1989 ausverkauft ... Die ersten 400 Cabrios gingen übrigens alle in die USA.
Für das Modelljahr 1987 bekam der Saab 900 ein umfangreiches Facelift - die Frontpartie wurde abgeflacht, was angeblich den Luftwiderstand um fünf Prozent verringerte, die Stoßstangen wurden zierlicher, der Turbo leistete jetzt 175 PS und hatte eine regulierbare Fahrersitzheizung - und vor allem war das Saab Cabrio endlich auch in Europa erhältlich (die "Geradschnauzer" waren alle in den USA gelandet). Ein Katalysator war serienmäßig.
Ursprünglich hatte Saab eine limitierte Serie von rund 2.000 Stück pro Jahr geplant und die Produktion auf zwei, vielleicht drei Jahre vorgesehen. Davon war mittlerweile nicht mehr die Rede und bereits 1992 überschritt die Produktion die 10.000-Stück-Marke.
ImageAls der Saab 900 1993 durch den komplett runderneuerten Saab 900 II abgelöst wurde, waren 38.888 Cabrios von den Bändern von Valmet in Uusikaupunki in Finnland gerollt.
1989 war Saab eine Kooperation mit General Motors eingegangen und schrittweise ging die PKW-Sparte bis zum Jahre 2000 zur Gänze an den amerikanischen Riesen.
Dank General Motors konnte Saab für den 900 II auf Motore, Teile und Bodengruppen des Konzerns, vor allem von Konzernschwester Opel, zugreifen. Obwohl kaum Teile vom Vorgänger übernommen wurden, verstanden es die Schweden geschickt, das Gefühl eines traditionellen Saabs zu bewahren. Die zweite Generation war bei gewachsenem Radstand um rund 10 cm kürzer aber dafür etwas breiter und höher.
Die Motore - das Cabrio wurde mit 2.0-Liter- Vierzylinder, V-6 oder Vierzylinder-Turbo angeboten, die zwischen 150 und 185 PS leisteten - waren jetzt quer eingebaut, aber am Frontantrieb, den Sicherheitsmerkmalen und dem gediegenen Interieur (und natürlich dem Zündschloss!) hatte sich wenig geändert.
1998 wurde der optisch praktisch unveränderte Saab 900 auf Saab 9-3 umbenannt - unter dem Blechkleid sollen es angeblich bis zu 1.100 Detailverbesserungen gewesen sein - und damit erhielt natürlich auch das Cabrio einen neuen Namen resp. eine neue Nummer.
2002 kam die zweite Generation des Saab 9-3 auf den Markt, die komplett auf der Epsilon-Plattform (Opel Vectra, Saturn Aura, Cadillac BLS, Chevrolet Malibu, ...) von General Motors basiert. Das Cabrio wurde noch für etwa ein Jahr in der alten Form weitergebaut, ehe mit der neuen Generation ab 2003 die Fertigung des Saab 9-3 Cabrio zu Magna Steyr nach Graz wanderte - "I am from Austria".
2007 wurde die Front etwas überarbeitet und heuer wurde das "Silver Jubilee" mit Sondermodellen gefeiert.
Bis heute wurde mehr als eine Viertelmillion Saab Cabrios verkauft und mit einer attraktiven Palette von Benzin- und Dieselmotoren zwischen 180 und 280 PS und dem "BioPower" Motor, der mit Bioethanol läuft, dürfte das Saab Cabrio, unter welcher Zahlenkombination auch immer, noch ein "paar Jährchen" vor sich haben ...

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