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Montag, 21. August 2017
Karl Reese erhält den „Goldenen Kolben 2011“ Drucken E-Mail
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Bremen, im Februar 2011. Im Rahmen der Bremen Classic Motorshow wird erstmals ein leidenschaftlicher Motorradmensch, nämlich der legendäre Karl Reese, mit dem „Goldenen Kolben“ ausgezeichnet. Darauf hat sich die Gruppe F-Kubik einstimmig verständigt. Gewürdigt wurde mit dieser Ehrung sein Bemühen um die Pflege und Vermittlung der Motorradgeschichte mit der Gewissenhaftigkeit des engagierten Wissenschaftlers, gepaart mit jahrzehntelanger Arbeit für den Veteranen Fahrzeug Verband, die Führung eines enormen Archivs, Buch- und Zeitschriftenpublikationen nebst komplexen Fahrzeugselbstbauten, -umbauten, und -restaurierungen.

Der Verdienst von Karl Reese liegt besonders darin, zu denen zu gehören, die als erste in Deutschland ein Bewusstsein und eine Öffentlichkeit für Oldtimerfahrzeuge geschaffen haben und in mühevoller Arbeit aus dem Nichts Strukturen schufen, die 1959 zur Gründung des Veteranenfahrzeugvereins (kurz VFV) führten. Zu Pfingsten 1956 führten Reese und seine Freunde in Neckarsulm in Verbindung mit den Feierlichkeiten zur Eröffnung des Deutschen Zweiradmuseums in Neckarsulm die erste Motorradveteranenrallye durch. Dieses vom Preisträger gestaltete Treffen wurde bis 1959 jährlich wiederholt. Daraus wuchs die Erkenntnis, dass eine Struktur zur Kommunikation und gegenseitigen Hilfe für Oldie-Freunde geschaffen werden sollte. Reese und seine Freunde gründeten daraufhin den Veteranenfahrzeugverein.

Das alles wäre ohne den unermüdlichen Karl Reese kaum passiert. Noch dazu schuf er eigene Rennmotorräder, patentierte Bremsenkonstruktion und komplette Straßenmotorräder sowie Gespanne. Seit 51 Jahren ist Reese im Vorstand des Veteranenfahrzeugvereins, der mittlerweile zum Veteranenfahrzeugverband geworden war, tätig. 1968 organisierte er mit Wilhelm Herz den ersten Präsentationslauf für historische Rennmaschinen. Von 1994 bis 2002 führte er den VFV als Präsident. Im Anschluss wurde er VFV-Ehrenpräsident.

Als Diplomarbeit konstruierte er einen Rennmotor, eine von mehreren Motorradkonstruktionen, die er auf die Piste brachte und auch selbst pilotierte. Als Praktiker mit profundem historischem und technischem Wissen entwickelte er die Restaurierungsseminare des VFV, bei denen Wissen an jüngere Mitglieder weitergegeben wird. Aber nach wie vor startet Reese von Zeit zu Zeit bei Veteranenrallies mit Frau Anneliese im Beiwagen mit seinem 1937er NSU-Werksgespann.

Die Gruppe F-Kubik handelt sicher im Namen aller an der Motorisierungsgeschichte Interessierten, wenn sie daher Karl Reese ihren Jahrespreis zuerkennt. DieKarl-Reese.jpg Verleihung des „Goldenen Kolben 2011“ findet im Rahmen der Bremen Classic Motorshow (4. bis 6. Februar 2011) statt.

Vita Karl Reese
Karl Reese wurde am 18. Januar 1930 in Mülheim geboren. Nach Abschluss einer Mechanikerlehre bei Mauser in Oberndorf fand er eine Tätigkeit bei der Britischen Rheinarmee als Motorradmechaniker. 1948 begann Reese erfolgreich Motorradrennen zu fahren.

1951 heiratete er und studierte in Essen Wärmekraftmaschinentechnik. Nach dem Abschluss als Ingenieur arbeitete er bei der Gabelstaplerfirma Clark; zunächst als Kundendienstingenieur, ab 1955 als Konstrukteur. Seit seinem altersbedingten Rückzug aus dem Berufsleben im Jahr 1995 widmet er sich ganz der Motorradhistorie als Schrauber ebenso wie als Schreiber. Reese ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Über den goldenen Kolben:
Der goldene Kolben wird jährlich verliehen. Im Jahr 2011 vergibt das Forum für Fahrzeuggeschichte F³ die Auszeichnung zum sechsten Mal:

2006 erhielt Günter Krön diese Auszeichnung, der Veranstalter der „2000 Kilometer durch Deutschland“, für seine Verdienste um die Wieder­belebung und kontinuierliche Ausrichtung dieser Traditions­veranstal­tung seit 1989.
2007 wurde der Preis an den Journalisten Karl-August Almstadt, stellvertretender Chefredakteur der Fachzeitschrift „Auto Bild“, für die Ver­mittlung zur Wertschätzung der Fahrzeughistorie in einer breiten Öf­fentlichkeit verliehen.
2008 hieß der Preisträger Winfried Seidel. Der in Ladenburg bei Mannheim arbeitende Unternehmer ist ein Pionier für die Organisation von Fahrzeug-Veteranen-Teilemärkten und Initiator und Betreiber des Carl-Benz-Museums.
2009 bekam Prof. Peter Kirchberg die Auszeichnung für seine Verdienste um die Vermittlung der Automobil- und Verkehrsgeschichte und die seltene Gabe, historische Fakten lebendig vorzutragen und auch Laien verständlich zu machen
2010 erhielt Wolfgang M. Buchta den „Goldenen Kolben“ für sein Bemühen um die Pflege und Vermittlung der Automobil- und Verkehrsgeschichte in zahlreichen Buchpublikationen und die Herausgabe der Zeitschrift Austro Classic seit 1991.

Wer ist die Gruppe F³ (sprich: F-Kubik)?
Der Kreis der F³-Mitglieder steht für sorgfältige historische Recherche und Dokumentation von Verkehrsgeschichte sowie deren Darstellung in der Öffentlichkeit. Seit Gründung im Juni 2001 bündeln die zehn Mitglieder aus dem norddeutschen Raum ihr Wissen und die vielfälti­gen fahrzeug- und verkehrsrelevanten Themen. Ihre Kompetenz be­weisen die F³-Mitglieder in vielen Fahrzeugexpertisen und Projekten für private Sammler, bei der Industrie und öffentlichen Einrichtungen sowie über Publikationen aber auch bei Oldtimer-Veranstaltungen und -Messen wie der Bremen Classic Motorshow.

Weitere Informationen:
www.f-kubik.de
F³ - Forum für Fahrzeuggeschichte
c/o Lars Döhmann
Zum Eichenbrink 1
31535 Neustadt
 
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