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Samstag, 27. Mai 2017
Italienische Wochen Drucken E-Mail
Geschrieben von Christian Spatt   

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In Italien gibt es mindestens so viele Gegensätze wie anderswo, angefangen beim Kaffee/Cafe, also Lavazza/Illy genaugenommen, und auch den Calcio wollen wir nicht vergessen.

Sei es Inter/Milan oder Roma/Lazio, Italien grundsätzlich mittels Norden/Süden, oder das organisierte Verbrechen (nur böse Menschen denken jetzt an Vatikan/Regierung) via Camorra/Cosa Nostra bis hin zum motorisierten Untersatz.

Ja, natürlich: man denkt zuerst an Ferrari/Lamborghini, aber eigentlich geht es hier um Vespa/Lambretta.

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Halt, zurück! Eigentlich geht es um London der 60er, Mods/Rocker, Straßenschlachten in London und Brighton, The Who/Rest der unzivilisierten Welt (Stones, Beatles), The Who/Punk, … Zugegeben, der Themenwechsel war abrupt, aber wenn man es ganz kritisch sieht war es gar kein Themenwechsel.

Vespa/Lambretta gäbe alleine schon genug her für eine detailliertere Betrachtung, aber die Vereinnahmung (im positiven Sinn) der italienischen Kultur, wie sie der britischen Mod-Bewegung zugrunde liegt, gibt diesem Glaubenskrieg eine zusätzliche Bedeutung. Selten wurde eine inneritalienische Angelegenheit an die Strände Brightons transponiert, aber diese wurde.

Als die Situation in England sich verschärfte, hatten Vespa und Lambretta schon 20 Jahre Geschichte hinter sich. Wie es sich für Kontrahenten ersten Ranges gehörte, hatte keiner der beiden einen Startvorteil, im Gegenteil, quasi gleichzeitig direkt nach dem 2. Weltkrieg wurde das Konzept des Motorrollers von Corradino D’Ascanio (Piaggio/Vespa) bzw. Pierluigi Torre (Lambretta) zur Serienreife gebracht.

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In weiterer Folge driftete die Geschichte aber auseinander. Während Vespa durchgängig am Markt präsent war, beide Hersteller bis in die späten 60er Fertigungslizenzen an andere Hersteller vergaben, schaffte es Lambretta nicht, die Krise am Ende der 60er unbeschadet zu überstehen. 1971 musste die Fertigung eingestellt werden, 1972 übernahm Scooter India Ltd. die Produktion. In Indien wurde die Fertigung noch bis in die 90er aufrecht erhalten.

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Nunmehr sind die beiden Kontrahenten wieder gemeinsam präsent. Vespa deckt das volle Programm ab, die 300er eignet sich auch heute noch für die Fahrt von Edinburgh oder Glasgow an die Strände Brightons, Lambretta hat mit der 125er einen Stadtflitzer kreiert, der sich nicht verstecken muss. Eine Fahrt auf der M23 ist jetzt vielleicht etwas optimistisch, aber zumindest innerhalb Londons hat man einen mehr als ausreichenden Untersatz.

Das Thema wäre also abgehandelt, wenden wir uns also wieder der Frage Who oder Stones zu…
 
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