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Donnerstag, 5. Dezember 2019
Goodyear Pannonia-Carnuntum Historic Drucken E-Mail
Geschrieben von Hannes Reichetzeder   

Heft bestellen - Goodyear Pannonia-Carnuntum Historic - Nix für Warmduscher!

Bei der elften Internationalen Goodyear Pannonia-Carnuntum Historic dominierte an zwei Tagen echtes Quattro-Wetter.

Text: Hannes Reichetzeder
Photos: © Pannonia-Carnuntum (Horst Daniel)


  ImageNormalerweise ist im burgenländischen Seewinkel ein später Mairegen eine angenehme lauwarme Sommerdusche, doch heuer wollte sich auch in der sonnenreichsten Region Österreichs im Mai noch kein sommerliches Klima einstellen.  Kaum ein Wochenende, an dem es nicht regnete und eine kalte Brise wehte. So auch am traditionellen letzten verlängerten Mai-Wochenende, an dem alljährlich die Int. Goodyear Pannonia-Carnuntum Historic im Seewinkel-Paradies Illmitz gestartet wurde.
Mit den Worten "Nix für Warmduscher! Das ist heuer was für richtige Männer", kommentierte der Sieger der Vorkriegsklasse, Norbert Hofbauer, das Wetter an den beiden ersten Tagen der diesjährigen 11. Goodyear Pannonia-Carnuntum Historic bei seinem Interview im OR F 1 Motorsport-Magazin "Drive". Routiniert pilotierte er seinen JaguarSS 100 Roadster aus dem Jahr 1937 auf den ersten Platz. Alle Stärken bei diesem Wetter spielten an solchen Tagen natürlich die Quattros der Audi Tradition Ingolstadt, die Audi Hungaria an den Start gebracht hatte, auf den engen, rutschigen Kehren der Rosalia und des Stotzinger Berges aus.
Bei strömendem Regen auf der ersten Etappe nach dem Start im Seebad unserer Rallye-Hauptstadt Illmitz bewiesen Christian und Margot Baier ebenfalls bewundernswerte Härte, indem sie bei ihrem wunderschönen Lagonda sogar darauf verzichteten, das Verdeck zu schließen.  Leider bewies der englische Vorkriegsrenner keine solchen Nehmerqualitäten wie seine Besatzung, die Zündung verweigerte auf Grund der überdurchschnittlichen Luftfeuchtigkeit an den Folgetagen den Dienst, obwohl das Wetter sprichwörtlich britisch war.
Der Eni Grand Prix in Frauenkirchen war in diesem Jahr eher ein Aquaplaning-Test, und beim Winzerfest in Mönchhof, wo die erste Rast am Donnerstag stattfand, wäre Glühwein gefragter gewesen als ein erfrischender Sommerspritzer.  Dafür wurden die wackeren Oldtimer-Besatzungen im Etappenziel des ersten Tages kulinarisch von den besten Gastronomen in Podersdorf am See dafür entschädigt, dass auch die geplante Schiffsrunde in den Sonnenuntergang dem strömenden Regen zum Opfer fiel.
Am Freitag ließ der Regen etwas nach, sodass sich die Neusiedler See-Südrunde nach dem Start bei einem stärkenden Frühstück in der St.  Martins Therme & Lodge etwas leichter bewältigen ließ. Auf der neuen Route über die Rosalia wurde der Regen wieder stärker, und es wurde von einigen Drehern heckgetriebener NSU und Renault R5 Maxi Turbo in engen Kehren berichtet.
Der Mittags-Boxenstopp bei unserem Initial-Partner Reifen RIT Z war ein Hit. Dort wo normalerweise High-Quality-Reifen in Rekordzeit montiert werden, hatte Christoph Leszkovich mit seinem Team auf Heurigen-Restaurant-Atmosphäre umgebaut, sodass die Teilnehmer nach dem anstrengenden Vormittag gestärkt in die Nachmittags-Etappe über den Stotzinger Berg nach Hof/Lbg. Weiter nach Bruck/Leitha und Bad Deutsch-Altenburg und ins Tagesziel nach Neusiedl am See aufbrechen konnten. Nach dem g‘schmackigen Abendessen beim Naglreiter kam es hier zu einem Highlight der diesjährigen Rallye:

ImageVW Käfer zu gewinnen! Ein Mitglied des Pannonia-Carnuntum Oldtimer Clubs, das anonym bleiben möchte, hatte einen wunderschönen vollrestaurierten VW Käfer (Bj. 1960) sowie eine herrliche Puch 175 SV (Bj. 1957) gespendet.  1.500 Benefiz-Spenden-Lose wurden aufgelegt, und die Einnahmen wurden zu 100 % dem Kinderhaus "Villa Mia" der SPWG sowie einem Ferienaufenthalt im Burgenland für ukrainische Waisenkinder gewidmet. Unter notarieller Aufsicht wurde als Gewinner des Käfers Walter Winter aus Neusiedl/S. gezogen, über das Puch Motorrad darf sich Reinhold Kettner aus Frauenkirchen freuen, und den gesponserten Relaxing-Urlaub im wunderschönen Thermen- Kurort Piestany (SK) gewann Bentley-Pilot Alexander Gruber, der seinen Preis jedoch dem "Villa Mia"-Team weiterschenkte.
Der Samstag brachte dann endlich das ersehnte pannonische Wetter! Nach dem fürstlichen Frühstück im Pannonia Tower Hotel Parndorf konnten die Teilnehmer bei strahlendem Sonnenschein schon aus der "Tower Lounge" im 14.  Stock das herrliche Panorama genießen, wohin die Route des letzten, entscheidenden Tages führte. Nach einem Abstecher in die Slowakei begrüßten frenetische Zuschauermassen die Teilnehmer in der Fußgängerzone der ungarischen Thermenstadt Mosonmagyaróvár, ebenso in der Audi-Stadt Györ, wo die Mittagsrast im neuen Werk der bayerischen Premium-Marke angesetzt war. Nach dem schmackhaften Buffet bei Audi Hungaria freuten sich die Technik-Freaks schon auf die Werksführung, wo zugleich eine Weltpremiere besichtigt werden konnte: die brandneue Audi A3 Stufenheck-Limousine. Unglaublich auch die Dimensionen des neu erbauten Fahrzeugwerkes, wo die neueste Generation des A3 vom Band läuft! Die Nachmittags-Etappe führte durch das ungarische Naturschutzgebiet, durch den Hansag, über Pamhagen zurück nach Österreich, und bei strahlendem Sonnenschein und wahrlich pannonischen Temperaturen badeten die Teilnehmer im Ziel im Applaus der begeisterten Illmitzer Bevölkerung.
Der Namens-Sponsor der Int. Goodyear Pannonia-Carnuntum Historic hatte vor dem Festzelt beim Restaurant Karlo, wo auch die Siegerehrung über die Bühne ging, noch ein Gewinnspiel vorbereitet, bei dem man bei abgedeckten Reifen das Sommer- vom Winterprofil unterscheiden musste und dabei einen Satz Goodyear-Reifen gewinnen konnte.

ImageDie Sieger. Obwohl nun wirklich kein typisch pannonisches Sonnenwetter herrschte, matchten 176 der 188 genannten Teams aus den US A, Russland, Deutschland, Ungarn, Tschechien, der Slowakei und natürlich Österreich um den "Großen Preis des Burgenlandes", gestiftet von Landeshauptmann Hans Niessl. 158 erreichten das Ziel in Illmitz. Dass es nur eine äußerst geringe Ausfallquote gab, ist auch der kompetenten Pannenhilfe Fritz Scheibers (ARBÖ Burgenland) zu verdanken, der die Rallye an allen drei Tagen begleitete.
Wie im Vorjahr wiederholte das Team Michael Berger/Veronika Holly-Berger (Porsche 911) seinen Gesamtsieg (+ Epoche V), den zweiten Platz holten sich Thomas Hofko/Sylvia Koppensteiner (Ford Escort RS 2000 Mk I) vor Ewald Fischbach/Andrea Ehardt (Triumph TR 6).  Nach 36 Wertungen war das Spitzentrio durch nicht einmal vier Sekunden getrennt!  Die Damenklasse ging an das Eni-Team Christine Winkler mit Co Ernst Winkler.
Die wahren Helden der heurigen Goodyear Pannonia-Carnuntum aber waren die Vorkriegs-Teams, die schmal bereift und mit Notverdecken, die alles andere als dicht sind, die rund 500 km bewältigten. Allen voran der Sieger der Epoche II , Norbert Hofbauer, der ohne Co seinen wunderschönen Jaguar SS 100 an die Spitze pilotierte, - er ist halt wirklich kein Warmduscher!
Oder das Team Rainer Kraus/Gertrude Kraus, das seinen 18 PS starken Citroen A 10 HP aus dem Jahr 1921, zugleich das älteste Auto im Starterfeld, zum Sieg in der Epoche I (bis 1930) navigierte.
Die Epoche III (bis 1960) holten sich Franz und Marta Hinterwallner (Mercedes 170 SD), die Epoche IV (bis 1970) ging an Franz und Karin Eder (Mercedes 280 SL Pagode), und in der Epoche S (hochkärätige Sportklassiker ohne Alterslimit) standen Ernst und Birgit Thaller (Morgan 4/4) ganz oben am Treppchen (alle Ergebnisse unter www.pannonia-carnuntum.at/panncar).

ImageTermin für 2014 fixiert! Sponsor Sonax hatte allen Teilnehmern vorbeugend ein Autopflege-Paket mitgegeben, sodass sich alle Schlechtwetterspuren spielend bis zur nächstjährigen 12.  Int. Goodyear Pannonia-Carnuntum beseitigen lassen, für die sich alle Fans der Sonnenregion Österreichs bereits den Termin von 29. bis 31.  Mai 2014 im Kalender fixieren können. Die ersten Startplatzreservierungen liegen bereits vor, und bald stehen auch die Ausschreibung und das Nennformular dafür unter www.pannonia-carnuntum.  at/panncar zum Herunterladen bereit.
Wahre Genießer bleiben natürlich, wenn man schon so weit anreist, eine ganze Woche im wunderschönen Seewinkel und freuen sich auf die Natur, den See, die hervorragende Gastronomie, den wunderbaren burgenländischen Wein, die unzähligen Sehenswürdigkeiten, das traumhafte Panorama vom Pannonia Tower, und wenn einmal gerade nicht die pannonische Sonne strahlt, auf die wettersichere St. Martins Therme & Lodge in Frauenkirchen. Die Tourismusverantwortlichen in Illmitz, Podersdorf, Frauenkirchen und Parndorf kreieren ganz sicher wieder besonders günstige Wochenpauschalangebote für die Pannonia-Carnuntum Teams. Und wenn man der Statistik trauen kann, wird 2014 ganz sicher wieder eine Sonnen-Rallye wie fast immer im ersten Jahrzehnt der Int. Goodyear Pannonia-Carnuntum Historic, außerdem leben wir "politisch korrekt" ja ohnehin in einer Ära der Erderwärmung!
 
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