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Freitag, 26. Mai 2017
Indian Summer – die Welt färbt sich orange Drucken E-Mail
Geschrieben von Christian Spatt   

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Man kann es drehen und wenden wie man will, der Frühherbst ist und bleibt die beste Jahreszeit für das Motorrad, für jede Form des offenen Fahrens.

Die Wetterlage ist stabil, die Temperaturen sind angenehm, das Kleidungsthema ist einfacher anzugehen als zu jeder anderen Jahreszeit.


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Wir nutzten diese Gelegenheit, auf einer KTM SMT die Obersteiermark heimzusuchen, samt beinhalteter Verwandschaft.

Etappe 1, wie üblich am Beginn einer Tour ohne Tank und sonstigen Pausen…


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Der Weg führte durch das Schneebergland, via Alland ins Triestingtal und weiter über Pottenstein Richtung Hals. Die Strecke ist ideal zum Einfahren, bereits abwechslungsreich, und man staunt, es gibt auch schon 5 Serpentinen.
Danach ist im Piestingtal noch etwas Entspannung angesagt, bevor es ans Eingemachte geht. Nach Gutenstein wurde der Rohrer Sattel, auch angesichts der schröck-lich-chen, bissigen Leitplanken erklommen, danach ging es ins Höllental.


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Der Klassiker des berittenen Niederösterreich präsentierte sich wie immer - als Bikercorso. Die linke Hand mehr in der Luft als am Lenker waren die engen, eckigen Kurven ein ideales Terrain, die Stärken der SMT auszuspielen. Diese will gefahren werden, was diesem Abschnitt sehr entgegen kommt. Auch der will gefahren werden, man nimmt sich also nichts weg. Im Gegenteil, es ist eine wunderbare Ergänzung und man kommt weniger in Gefahr, sich zu überschätzen als mit einem Cruiser, der irgendwann an einer Wand, die auf einmal – unerwarteterweise – einfach da ist, endet.
Nach der Hölle des Höllentals war wieder Entspannung angesagt, via Edlach rauf aufs Preiner Gscheid, immer noch pausenlos, wohlgemerkt. Hier lichteten sich die Reihen, einzig am Parkplatz oben auf der Passhöhe die Massen an Rax-Bezwingern.


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Aber es sollte noch einsamer werden. Der Weg führte weiter Richtung Niederalpl, die Fahrzeugdichte ging gegen Null. Hin zum Herz der steirischen Kalkalpen, dem Hochschwab, war das Wetter leider nicht mehr im Postkartenmodus, aber solch temporäre Verirrungen stellten nicht einmal ansatzweise ein Problem dar.


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Die weitere Strecke via Gußwerk auf den Seebergsattel war dann von absoluter Verlassenheit geprägt
Vorallem die Hinterseite des Seebergs ist mit der SMT eine absolute Sensation. Kraft geht einem so und so nicht aus, die langgezogenen Kurven hinauf Richtung Sattel und das sich immer weiter steigernde Panorama führen zu einem Hochgefühl, wie es schöner beim Motorradfahren nicht sein kann. Die eingeforderte Aktivität des Untersatzes tut ein übriges, es ist wie nach einem Gipfelsieg mit Bergschuh oder Rad.


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Am Sattel selbst dann kurzes durchschnaufen, Fotosession wie bereits am Niederalpl, die saubere, unverbrauchte Bergluft einsaugen, das Panorama genießenswert wie immer. Zur Rechten türmen sich die Staritzen auf, bilden eine Mauer gegen den Himmel, gegenüber der Blick ins Lappental, Richtung Hochanger und Veitschausläufer.
Jedenfalls war die SMT flott wieder gesattelt, es wartete der berühmtere Teil des Seebergs mit den Serpentinen.


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Auch wenn die SMT zum raubern einladen würde, der Blick rein in die Tullwitz ist von oben am Seeberg unglaublich schön, in Anbetracht der Aussicht war etwas Besinnung angesagt.
Nach der eher scharfen Fahrweise sorgt der Kontrapunkt für eine gewisse Überraschung, Serpentinen bergab sind einfacher zu fahren als durch die fordernde Auslegung erwartbar.
Das letzte Teilstück führte dann wieder in eher sportlicher Fahrweise via Turnau über den Pogusch am Steirereck vorbei ins Mürztal, wo dann Abend- und Nachtruhe gehalten wurde.


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Tag 2, Es ist einiges an Verwandschaft zu erledigen, so wird zuerst einmal auf der Schnellstrasse aufgewärmt. Entlang der Strecke bis spätestens Frohnleiten ist aber dann die Verwandtenbefriedung abgeschlossen.
Es ist nunmehr früher Nachmittag und damit kann wieder die Bewegung der SMT im Vordergrund stehen. Nächster Stop der Zielbereich am Rechberg.


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Ja, man könnte, wenn man wollt, und die SMT könnte so und so, und die Poller schauen auch verführerisch aus, aber letztlich siegt doch die Vernunft und man schaut nur schnell aus, die Kurven hinab nach Passail.


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Kurvenreich geht es weiter, Richtung Brandlucken auch ein Rauf und Runter nach Birkfeld. Die Strecke ist fordernd, das Motorrad will aktiv gefahren werden. Es macht Spaß, aber es erfordert Kraft und Konzentration. Erst nach Birkfeld beruhigt es sich wieder. Das Feistritztal nach Norden ist eine klassische Landstrasse, auf der die SMT wieder ins Gleiten kommt.


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Am Feistritzsattel erfolgt dann der letzte Stop. Plötzlich ist Spätherbst. Kräftiger Nebel verringert die Sichtweite und befeuchtet die Straße. Aber auch diese Bedingungen bereiten keinerlei Probleme. Einige 100 Meter nach dem Sattel ist der Zauber auch wieder vorbei. Die Strecke setzt sich fort wie davor, Landstrasse mit langgezogenen Kurven, das Geläuf, auf dem subjektiv die SMT am meisten Spaß macht.


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Die letzten Kilometer werden dann auf der Autobahn abgespult. Ein angenehmer Abschluss trotz eigentlich hoher Sitzposition und relativ kleinem Windschild, auch hier überrascht die SMT zum wiederholten Male.

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