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Donnerstag, 26. November 2020
Elektromobilität in Österreich Drucken E-Mail
Geschrieben von Wolfgang M. Buchta   

Heft bestellen - Elektromobilität in Österreich - Land am Strome

Erinnert ihr euch noch? Vor knapp zwei Jahren hatten wir unsere große historische Elektroautogeschichte, die mit einer Übersicht über das aktuelle Angebot in Österreich geendet hat. Seither ist viel geschehen und vielleicht ist jetzt ein guter Zeitpunkt für ein kleines Update ...

Wolfgang M. Buchta durfte elektrisch fahren und Ulli Buchta hat photographiert.

  ImageWenig überraschender Weise hat das reine Elektroauto die Benzin- und Dieselmodelle in den vergangenen zwei Jahren nicht verdrängt und ersetzt - mit Hybridfahrzeugen schaut‘s da schon etwas anders aus - aber das Angebot ist zunehmend ernsthafter geworden.  Im Jahre 2013 wurden knapp mehr als 600 Elektrofahrautos in Österreich zugelassen, was bei rund 300.000 zugelassene Neuzulassungen einem Marktanteil von 0,5% entspricht. Klingt lächerlich wenig, ist aber in historischer Relation zu sehen - wieviele "neu zugelassenen" Pferdewagen und Kutschen kamen 1899 wohl auf ein Automobil?
Und die Tendenz ist weiter steigend, so wurden allein zwischen November 2013 und März 2014 300 Stück vom BMW i3 verkauft ...
Wenn wir alle Fahrzeuge betrachten wollen, deren Antrieb irgendwie elektrisch "angehaucht" ist, dann sollten wir mit den Hybridfahrzeugen beginnen und uns systematisch "vorarbeiten".

Hybridfahrzeuge - ... und der Srom hilft mit.  Das eine oder andere Hybridfahrzeug hat heute fast jeder Hersteller - und sei es nur als Feigenblatt - im Programm und im Jahre 2013 wurden laut Statistik Austria knapp über 2.500 Stück in Österreich neu zugelassen, die meisten kamen von Hybrid-Marktführer Toyota, aber auch Hybrid-Pionier Honda war gut unterwegs.
ImageNachdem es den Sportwagen CR-Z und den Honda Insight (in Österreich) leider nicht mehr gibt, muss der Kleinste, der Honda Jazz IMA - IMA steht für "Integrated Motor Assist" - die Hybrid-Flagge hoch halten.  Der Honda Jazz IMA hat einen 1,3 Liter Benzinmotor und einen 10,3 kW Elektromotor. Im Gegensatz zu manchen "Kollegen" kann man beim Jazz nicht mit dem Elektromotor allein langsam fahren und rangieren, sondern dieser dient "nur" dazu die rekuperierte Bremsenergie statt in Wärme (und abgenützte Bremsbeläge) sozusagen kostenlosen Vortrieb beim Beschleunigen zu verwandeln. Als Lohn der Mühe winkt ein um 0,5 bis 1,0 Liter geringerer Verbrauch als beim entsprechenden Nicht-Hybrid-Modell, was immerhin ca. 15% Einsparung bedeutet ...

Plug-In Hybrid - es geht auch mit Strom allein, zumindest ein Stückerl Ebenfalls unter den Hybridzulassungen gezählt, wird die wachsende Gruppe der sogenannten Plug-In Hybrids, wobei sich das "Plug-In" auf die häusliche (oder fremde) Steckdose bezieht.
Die Funktionsweise ist grundsätzliche die gleiche, wie beim "normalen" Hybrid, allerdings sind die Batterien deutlich größer, so dass a) rein elektrische Fahrten auch möglich sind und b) es sich sogar dafür steht, Strom aus der Steckdose - billiger (vor allen, wenn es eine fremde Steckdose ist) und (vielleicht) umweltfreundlicher als Benzin und Diesel - in die Batterie zu laden.  Wie weit kommt man dann mit dem Strom?  Das hängt nicht nur - no, na - von der Fahrweise ab, sondern auch vom Hersteller, denn hier scheiden sich die Geister, was die optimale elektrische Reichweite sei.
Den Toyota Prius gibt es wahlweise als Hybrid und als Plug-In Hybrid. Während der Hybrid rein elektrische Fahrten im Schritttempo und Rangierbereich erlaubt, so ist der Plug-In mit einer angegebenen Reichweite von "bis zu 25 km" - wir haben es bestenfalls auf 20 km gebracht - da schon einen großen Schritt weiter.
ImageDie Ladezeit ist an einer Haushaltssteckdose mit 90 Minuten von "Leer" auf "Voll" recht praktikabel.  Deutlich großzügiger mit der Reichweite ist da die Konkurrenz. Volvo gibt für den Volvo V 60 Plug-In Hybrid eine elektrische Reichweite von "bis zu 50 km" an, die wir im Test gefühlsmäßig locker erreicht haben.
Stolz sind die Schweden auch darauf, das es der erste "Diesel Plug-in Hybrid ist, der auch ausschließlich mit Strom fährt". Mit Diesel, auf den der Wagen automatisch bei a) sich leerender Batterie und b) ab einer gewissen Geschwindigkeit umschaltet, geht der Volvo dann 230 km/h (haben wir nicht getestet) und bis zu 900 km weit.
Ähnliche elektrische Reichweite bietet der Mitsubishi Outlander PHEV - das vorerst kryptische Kürzel steht für "Plug-In Hybrid Electric Vehicle" - mit 121 Benzin-PS und 95 Elektro-PS.  Die e-Reichweite gibt Mitsubishi mit 55 km an - einen Praxistest haben wir bis jetzt noch nicht gemacht, da es zum Zeitpunkt der Niederschrift ein (in Worten ein) Exemplar davon in Österreich gegeben hat ...
Die Ladedauer gibt Mitsubishi mit vier Stunden (bei 220 V) an, aber mit 50 km Reichweite kann man eine typische Tagesfahrt - laut etlicher Untersuchungen beträgt die "durchschnittliche Fahrstrecke des durchschnittlichen Österreichers" 40 km pro Tag.
Der CO2-Ausstoß des Outlander PHEV liegt laut der - umstrittenen - ECE-Norm R 101 bei 44 g/km - das entspäche etwa 1.7 Liter/100 km.  Die unrealistische Formel für den Verbrauch von Hybridfahrzeugen lautet, für alle die es so genau wissen wollen:

Image

C = Gesamtverbrauch in C = Liter/100 km
C1 = Kraftstoffverbrauch bei voll aufgeladenem Akku
C2 = Kraftstoffverbrauch bei leerem Akku
De = rein elektrische Reichweite
Dav = 25 km (angenommene durchschnittliche Strecke zwischen zwei Akkuaufladungen)

Mit dem VW XL-1 hat VW wohl den ultimativfuturistischen Plug-In Hybrid auf die Menschheit losgelassen, wenn auch nur in einer Auflage von 200 Stück - einer davon wurde 2013 in Österreich zugelassen.
Für die EUR 111.000,- "Zigarre" haben wir uns ja schon im letzten Heft begeistert, also hier nur kurz die erstaunlichen Eckdaten:
- Um eine konstante Geschwindigkeit von 100 km/h zu halten braucht der XL-1 nur 8,4 PS Leistung
- die e-Reichweite wird mit 50 km angegeben
- der XL-1 hat einen CW-Wert von 0,189
- der Dieselmotor leistet 35 kW und der Elektromotor 20 kW
- der Normverbrauch nach - siehe oben - beträgt 0,9 Liter/100 KM
ImageDass die Hybridtechnik auch in der Luxusklasse angekommen ist, demonstriert nicht zuletzt der Range Rover.
Demnächst werden Range Rover und Range Rover Sport wahlweise als SD V8 mit einem traditionellen 4.4 Liter Achtzylinder-Diesel und als 3.0 SDV6 Diesel-Hybrid erhältlich sein.  Beide Kraftwerke leisten 340 PS und beide haben mit 700 Nm das gleich Drehmoment. Unterschiede sollte es hingegen beim Verbrauch geben - der Hybrid verbraucht nach Werksangaben um ein Viertel weniger Sprit - und beim Preis: Der technisch aufwändigere Hybrid wird in Österreich (vermutlich denn noch sind NOVA und Preise nicht fixiert) um rund EUR 5.000 günstiger sein, als der V8, was allerdings an der österreichischen Steuergesetzgebung liegt ... Aber Land Rover hat nicht nur Hybrid-Modelle, sondern arbeitet auch an rein elerktrisch angetriebenen Fahrzeugen. Derzeit laufen sieben Prototypen des "Electric Defender" - einer in einem Nationalpark in Südafrika, einer auf Prinz Charles‘ Biofarm und einer war bei der Range Rover Sport Hybrid Präsentation in Bohdabec südöstlich von Prag. Die Fahrzeuge sollen eine "Reichweite" von acht Stunden Geländeeinsatz haben und sind reine Technologieträger für die Erprobung des Elektroantriebs unter rauhen Bedingungen, eine Serienproduktion ist (vorerst) nicht geplant.
Ein Sonderfall ist beispielsweise der Opel Ampera, der sehr zum Leidwesen seiner stolzen Besitzer von der Zulassunsstatistik auch zu den Hybridfahrzeugen gezählt wird. Was natürlich überhaupt nicht stimmt, obwohl er einen Benzinmotor an Bord hat.
Nun, ganz so Unrecht haben die "traurigen" Fans da nicht: Ein klassisches Hybridfahrzeug "entscheidet selbst" welcher Antriebsmodus zu wählen ist, d.h. wenn möglich und sinnvoll Elektrisch und wenn die Batterie leer ist oder ab einer gewissen Geschwindigkeit schaltet sich der "gute, alte Verbrenner" zu.
Beim Opel Ampera / Chevrolet Volt hingegen, versorgt der Motor zwar die Batterie im Bedarfsfall mit Strom, aber die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h ist auch rein elektrisch erreichbar.  Die GM-Zwillinge sind also genaugenommen ein Elektroauto mit Range Extender, aber so genau nimmt es die Zulassungsbehörde da nicht - auch der BMW i3 -siehe weiter unten - mit dem optionalen Range Extender ist vor dem Gesetz ein Hybrid.

ImageElektroautos im eigentlichen Sinn. Die größte Gruppe der hier betrachteten neuen Modelle stellen die sogenannten BEV - Battery Electric Vehicles - d.h. die Fahrzeuge funktionieren so, wie sich der "kleine Maxi" ein Elektroauto vorstellt: Batterie aufladen - Fahren - irgenwann wieder aufladen (oder stehenbleiben), wobei letzteres besonders bitter ist, denn nach Angaben der meisten Hersteller, darf man Elektroautos nicht über weitere Strecken abschleppen, d.h. entweder eine "freundliche Steckdose" in der Nähe oder ÖAMTC-Transporter ...
Wir versuchen die neuen Modelle nach der Größe zu reihen und bitten schon jetzt um Vergebung, wenn wir uns um den einen oder anderen cm geirrt haben.
VW e-Up! Seit Ende letzten Jahres ist der kleinste VW auch als BEV erhältlich, was dem flüchtigen Betrachter vorerst einmal gar nicht auffallen wird, den der e-Up! gleicht seinen "Benzinbrüdern" wie ein Ei dem anderen. Lediglich die Aufschriften sind im für Elektro- und Hybridfahrzeuge charakteristischem Hellblaumetallic gehalten und unter den Scheinwerfern sind zusätzliche bogenförmige LED-Tagfahrlichter und am Heck ebensolche rote Reflektoren.  Im Wageninneren sind die Instrumente an den Elektrobetrieb angepasst und das Navigationssystem hat ein paar zusätzliche Funktionen. Der Wagenboden bei den Rücksitzen ist um 3 cm höher als bei Benziner.
Der kleine Elektromotor leistet 60 kW (82 PS) und verschafft dem e-Up! deutlich spritzigere Werte, als man es vom Benziner gewöhnt ist.  Dafür ist bei 130 km/h aus! Die Reichweite gibt VW mit 150 km an und die Ladedauer mit 7 bis 9 Stunden, und liegt damit im Bereich der Konkurenten. Unter den Mitbewerbern liegt Volkswagen mit dem Preis: EUR 25.350,-
Deutlich länger am Markt ist der (die?) Renault Zoe, die zuletzt unsere Übersicht nur knapp verfehlt hat. Der Renault Zoe ist wie der e-Up!  ein Viertürer, allerdings mit 4,09 m Länge um knapp einen halben Meter länger als der kleine VW. Und er ist ein Fünfsitzer!
ImageDie Reichweite wird mit optimistischen "210 km nach dem NEDC-Zyklus" angegeben, aber im nächsten Absatz ist von 150 km in der PRaxis die Rede.
Der Einstiegspreis scheint mit EUR 20.780,- wesentlich günstiger als der e-Up!, aber Vorsicht: Gerade bei Elektroautos gibt es eine Fülle von Kauf/Leasing/Miet-Modellen und im Falle das Zoe sind die Batterien - nach drei verschiedenen Versionen - zu mieten. Was den Preis in die gleiche Region rückt, aber den mißtrauischen Kunden beruhigen soll: Wie lange halten die Batterien? Egal, im Fall des Falles darf Renault neu installieren ...
Aus dem gleichen Konzern und ebenfalls schon "altbewährt" ist der Nissan Leaf von Konzernschwester Nissan, der weltweit mit mehr als 50.000 verkauften Exemplaren zu den elektrischen Bestsellern gehört.
2013 kam der Leaf bereits in der zweiten Ausführung nach Österreich, die äußerlich dem Vorgänger, dem "Auto des Jahres" von 2011 gleicht.  Unter der Karosserie finden sich hingegen mehr als 100 Detailverbesserungen wie:
- größere Reichweite
- schnelleres Laden
- besseres Recycling
- (ein wenig) mehr Innenraum
Mit ähnlichen Werten - 107 kW, 10 Stunden Ladedauer und eine Reichweite von 150 bis 160 km - kann der Ford Focus Electric, dessen Preis mit EUR 39.900,- in der Preisliste steht.  Zu kaufen gibts den Focus Electric sicher nicht bei jedem freundlichen Ford-Händler "ums Eck". Auf der Webpage von Ford Österreich steht etwas kryptisch "Bei Fragen und Interesse an einem neuen Ford Focus Electric wenden Sie sich bitte an das Ford Kundenzentrum."
ImageMassiv beworben und sehr wohl zu kaufen gibt es hingegen den ersten rein elektrisch angetriebenen BMW, den BMW i3. Das "High Tech Auto" ist das erste Großserienauto mit einer Fahrgastzelle auf kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) und BMW wirbt damit, dass der i3 das erste Elektroauto ist, das von Anbeginn als Elektroauto konzipiert wurde - könnte sein, dass da der eine oder andere Hersteller widerspricht ...
Wie auch immer: Der i3 ist ein "eigenwillig" gestylter - Beauty is in the eye of the beholder - Viersitzer mit vier gegeneinander öffnenden Türen. Nachhaltigkeit, Recycling und Naturfasern werden im Zusammenhang mit dem i3 ganz groß geschrieben.
Einen ausführlicheren Vergleich mit seinem geliebtem 323i liefert unser BMW-Experte Gernot Kronberger ab p.80.  Womit wir zum derzeitigen "Heiligen Gral" der Elektromobilität kommen wollen - dem Tesla Model S P 85.
Als Tesla Anfang 2008 mit der Serienproduktion des Tesla Roadster begann, wurde der Exotenhersteller im kalifornischen Silicon Valley noch vielfach belächelt und mit einer "Halbwertszeit" von 12 Monaten bedacht - heute hat Tesla mit 23 Milliarden US $ den halben Börsenwert vom Riesen General Motors und mit dem Tesla Model S das erste völlig selbst entwickelte Automobil am Markt.
Das Model S ist eine 5+2-sitzige Luxuslimousine, von der 2013 in den US A mehr Stück (18.000) als von der Mercedes S-Klasse (10.932), vom 7-er BMW (10.727) oder vom Lexus LS (6.300) verkauft wurden. In Norwegen war der Tesla Model S in drei Monaten das meistverkaufteste Auto überhaupt. Im März 2014 reichte es mit 1.493 Stück für einen Marksanteil von 10,8%.
ImageDer Tesla Model S unterscheidet sich nicht nur im Preis - je nach Version zwischen EUR 65.000 und EUR 95.000 - sondern auch in der Reichweite, die mit bis zu 500 km angegeben wird, von seinen Konkurrenten Und wie fährt sich das Model S? Das kommt wieder ganz auf die Version an. Während die Basisversion "nur" 306 PS und eine Spitze von 190 km/h kommt das "Model S P 85+" zwar um rund einen BMW i3 teurer, aber dafür sind die Fahrleistungen wirklich atemberaubend - ohne Schaltpause in 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und die führerscheinvernichtende Spitze liegt bei 210 km/h.
Wie fährt sich also das Model S? Saugut, egal in welcher Version!  Seit Anfang des Jahres hat Tesla ein Service Center in Wien und demnächst will uns Tesla mit dem preisgünstigen Familienwagen "Model X" beglücken - wir dürfen gespannt sein!
Gibt‘s da noch eine Steigerung? Hm, wie wäre es mit dem Mercedes SLS Electric Drive, der rund doppelt so viel kostet wie der "gewöhnliche" SLS . Dafür bekommt man 4x 188 PS (das sind 752 falls ihr nicht selber rechnen wollt), denn jedes Rad hat seinen eigenen Motor, und das Drehmoment beträgt 1.000 Nm.
Die theoretische Reichweite beträgt 250 km, aber man munkelt, dass nach einer beherzten Runde um die Nordschleife des Nürburgring die Akkus fast leer sind.  Hallo Mercedes, wir stehen gerne für einen Selbstversuch (und einen vollen Testbericht) bereit!  Anruf oder e-Mail genügt!

Auch Hybrid kann überirdisch sein. Wer allerdings "Supercar" und "Reichweite" verbinden will, für den wäre vielleicht ein Hybrid-Supercar das richtige. Da können wir aktuell zwei empfehlen.  Der BMW i8 wurde auf der IAA 2009 als Konzeptfahrzeug präsentiert und mittlerweile war er schon auf der Vienna Auto Show und bei BMW Wien als Serienmodell zu bewundern.
Angetrieben wird der i8, wie von einem Hybrid zu erwarten, von zwei Motoren - von einem 1,5 Liter Drei(!)zylinder, der dank Twinturbo auf eine Leistung von 231 PS kommt und die Hinterräder antreibt. Assistiert wird der Benziner von einem elektrischen Kollegen von 96 kW (131 PS), der - erraten - die Vorderräder treibt.  Die "Systemleistung" von 362 PS reicht für eine Spitze von (abgeregelten) 250 km/h und für 4,4 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100. Die rein elektrische Reichweite soll bei 20 bis 30 km liegen. Ein Praxistest steht noch aus... Das wie sein kleiner Bruder aus CFK gefertigte Hybrid-Supercar ist überraschenderweise trotz Mittelmotor ein 4-Sitzer, OK, 2+2-Sitzer wie etwa ein Porsche 911 - also genau das richtige für den sportlchen Familienvater. Die Preise beginnen bei relativ günstigen EUR 126.000,-.
Zu billig? Zum schwach? Zu sehr Massenware?  OK, einen haben wir noch: Der McLaren P1 wurde 2012 als Concept Car in Paris präsentiert und im nächsten Jahr stand die Serienversion in Genf - und im Juni 2013 bei McLaren Wien.
Der P1 hat technologische Leckerbissen wie Karbonkarosserie, "RaceActive Chassis Control" zur Absenkung des Chassis, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, Karbon-Keramik-Bremsen (vom gleichen Hersteller, der auch die Bremsen für die McLaren Formel 1 liefert),... Angetrieben wird der Hybridwagen durch einen 3,8 Liter V-8 (abgeleitet vom MP4-12C) mit 737 PS und einem Elektromotor von 179 PS - was sich zu einer "Systemleistung" von 916 PS addiert - verdammt nahe am Bugatt1 Veyron.
Und auch preislich kommt er diesem sehr nahe: EUR 1,1 Millionen. Aber keine Sorge, Ihr könnt jetzt so richtig Geld sparen: Die limitierte Produktion von 375 Fahrzeugen ist schon lange ausverkauft. Angeblich beträgt die aktuelle Warteliste 60 "Bittsteller". Aber nicht traurig sein: Die e-Reichweite liegt eh nur bei 11 km!  Können wir den P1 - 350 km/h Spitze, 2,8 Sekunden auf 100 km/h und einen theoretischirrealen Verbrauch von 8,3 Liter/100 km - noch toppen?

ImageEs geht auch noch anders. Wohl nicht in den Fahrleistungen, aber in der Technologie - mit einem simplen Hyundai. Der Hyundai ix35 FCEV - die neue Abkürzung steht für "Fuel Cell Electric Vehicle", also einem ix35 mit Brennstoffzellen.  Brennstoffzellen sind nichts wirklich neues: 1838(!) bastelte ein gewisser Christian Friedrich Schönbein eine Art Brennstoffzelle, die aus Knallgas (Wasserstoffgas und Sauerstoff) ein wenig Strom erzeugte. Mehr als 100 Jahre später fuhr 1959 ein Traktor von Allis-Chalmers, der durch Brennstoffzellen angetrieben wurde. Ihren ersten produktiven Einsatz hatte die Technologie bei den Apollo-Raumflügen.
Machen wir einen großen Sprung in die Gegenwart - im Sommer vorigen Jahres präsentierte Hyundai den ix35 FCEV in Österreich und man durfte sogar damit fahren. Fährt sich wie ein Elektroauto mit 136 PS (was er ja auch ist), bei dem der Strom allerdings nicht aus der Batterie kommt (diese dient nur zur Zwischenspeicherung) sondern laufend in der Brennstoffzelle erzeugt wird.
Der Wasserstofftank fasst 144 Liter, was immerhin für eine Reise von München nach Wien reicht, wie das Damenteam von Hyundai Österreich bewiesen hat.
Und den Hyundai ix35 FCEV kann man ganz normal kaufen, wurde zumindest bei der Präsentation vollmundig versprochen. Auf die naheliegende Frage "Quanta costa?" gab es ausweichende Antworten und auf der Webpage von Hyundai Österreich steht lakonisch "Sie haben Interesse an unserem Hyundai ix35 Fuel Cell?  Dann wenden Sie sich bitte an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können , um ein enstprechendes maßgeschneidertes Angebot zu erhalten."
 
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