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Montag, 11. Dezember 2017
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Geschrieben von Christian Spatt   

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Anlässlich unseres Besuches zum Tag der offenen Garagentüre im Motorradmuseum Sulz durften wir die BMW nineT probefahren, um uns standesgemäß zwischen den Oldtimer tummeln zu können.

Die nineT ist, wie man auch aus der Namensgebung bereits ableiten kann, der Beitrag von BMW zur um sich greifenden Rückbesinnung auf historische Werte im Motorraddesign. Ein Motorrad, das sich in Bewegung absolut modern verhält, aber die optischen Vorzüge eines Youngtimers bietet.

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Modern in terms of Motorrad muss jetzt aber nicht heißen, daß wir es mit einem kantenfreien, jederzeit beherrschbaren, gemütlichen Teil zu tun hätten. Im Gegenteil. Der normale GS-Fahrer (BJ 2000) kann über so viel Berufsjugendlichkeit bei einem Untersatz nur staunen, man ist nicht im Pionierzeitalter unterwegs, sondern in den wilden 60ern. Hier will tatsächlich jemand herausfinden, „ob sie wissen, was sie tun“, um mit Jim Stark zu sprechen.  Soll nicht heißen, daß man ein wackliges, gefährlich übermotorisiertes Teil, das sich nicht dem Willen des Fahrers beugt, unter sich hat, aber ein bisserl ungehobelt und räudig ist sie schon.

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Das Fahrwerk ist trotzdem neutral und der Grenzbereich durch den normalen Fahrer nicht erreichbar, Kraft ist mehr als ausreichend und auch die Höchstgeschwindigkeit ist weder mit Verkehrsregeln noch mit dem Luftwiderstand des ungeneigten Fahrers zu vereinen.

Der Motor ist noch nicht jener der 2013er GS, aber der verbaute ist ja auch kein schlechter. Hinten schmückt ein Akrapovic und sorgt so für ein sehr fesches Popscherl, das sich auch durchaus zu artikulieren weiß.


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BMW selbst schreibt von selbst von einem Motorrad, das die ideale Basis für Customising ist. Das trifft den Kern des Geräts: Ideal, um mit einem großen Auftritt vorzufahren, wunderbar um es gern zu haben und ihm Aufmerksamkeit in Form von Handanlegen zu geben. Nicht so ideal, um tausende Kilometer abzuspulen zwischen Scheibbs und Nebraska.  ABER, und das ist wirklich zu betonen: Es darf nicht nur die braven und weniger braven Lastentiere, die Nutzfahrzeuge geben, es muss auch die Schönen geben, deren Existenz sich schon ausschließlich aus der sichtbaren Existenz rechtfertigt.

Allerdings, so als kleine Nebenmeinung: Da sind bereits so viele kleine Schnuckeligkeiten eingebaut, so viel Liebe zum Detail zu sehen, daß ich Verbesserungen ja schon fast als Majestätsbeleidigungen einstufen würde...

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Technische Daten:
Motor:
2Zylinder Boxer Motor
Hubraum: 1170 cm³
Kühlung: Luft/Öl
Leistung: 81 kW (110 PS) bei 7.500 U/min
Max Drehmoment: 119 Nm bei 6.000 U/min
Max Geschwindigkeit: > 200 km/H
Eigengewicht (fahrfertig, vollgetankt): 222 kg
Zul. Gesamtgewicht: 430 kg
Tankvolumen: 18 l
Verbrauch: 4,5 l (90 km/H) 5,8 l (120 km/H)
Länge: 2.220 mm
Radstand: 1.476 mm
Breite: 890 mm
Sitzhöhe: 785 mm

 
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