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Sonntag, 25. Juni 2017
Degen Opel Spezial Drucken E-Mail
Geschrieben von Karl Manschein   

Heft bestellen - Degen Opel Spezial

Die Geschichte des Degen Opel Spezial oder Ein Rennwagen, der keiner sein sollte und auch nur zufällig ein Opel-Herz hatte.


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Man muss sich gedanklich in die Nachkriegszeit versetzen Das Wirtschaftswunder stand noch ganz am Anfang, überall Trümmer, kaum konnten sich die Leute das Notwendigste zum Überleben leisten.

Da fasste ein junger Mann den Entschluss einen Traum, der schon lange in seinem Kopf herumgesponnen hat, zu verwirklichen. Erich Degen wohnhaft in Wien, Sohn eines Fahrraderzeugers wollte ein Automobil nach seinen Vorstellungen bauen. Speichenräder sollte es haben und wie ein Ferrari ausehen. Irgendwann anfangs der 50er Jahre muss das gewesen sein, genau wusste er das Jahrzehnte später nicht mehr. Speichenräder waren damals so gut wie unbezahlbar und so wurde der Wagen praktisch um die vorhandenen Achsen eines Lancia herumkonstruiert.

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Ein Opel Kapitän-Motor war auch verfügbar und wurde in das selbst geschweißte Rohrrahmenchassis eingebaut. Der dem eines Ferrari ähnliche wabenförmige Kühlergrill wurde handgefeilt!

Rennwagen sollte das allerdings keiner werden, sondern ein „Pupperlköder“ wie Degen es formulierte – ein Wagen also um Mädels zu imponieren. Daher war der Degen Spezial auch als Zweisitzer konzipiert.

Durch den Freundeskreis seines Vaters kam der junge Degen eher zufällig dazu mit dem „Pupperlfänger“ auch bei Autorennen zu starten.

Insgesamt nahm Erich Degen an 5 Rennen teil und fuhr unter andrem gegen Kurt Koresch, Otto Mathe und Franz Wurz (Großvater von Alexander).


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Gefahren ist man in der Nachkriegszeit auf diversen Sandbahnovalen, im Radoval des Wiener Fußballstadions und auf diversen Stadtkursen wie zum Beispiel Korneuburg, Stockerau, St. Pölten oder Gmünd/NÖ.

Der Degen Opel musste gegen BMW 327, Veritas Meteor, Denzel 1300 und den diversen Porsche-Rennern antreten.


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Waren die Stadtkurse schon für die Motorräder gefährlich so war es fast unverantwortlich, mit den durchaus schnellen Rennwagen, durch die engen Straßen zwischen Hausmauern oder Bäumen zu hetzen. Da die Rennen gut besucht waren, war die Menschenmenge welche die Strecke säumte ein zusätzliches Gefahrenpotenzial.

In St. Pölten und Korneuburg 1953 verunfallte Erich Degen auch mit seinem Wagen; Gott sei Dank war nur Sachschaden die Folge! Beste Plazierung war ein zweiter Platz in der Krieau.


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Erich Degen baute noch einen zweiten Rennwagen mit Steyr-V8-Motor aus einem LKW.

Das Fahrzeug wurde von Otto Skorepa gefahren, einem väterlichen Freund des jungen Erich Degen.

In späteren Jahren baute Erich Degen noch ein Straßenfahrzeug auf NSU-Basis, das noch heute in Sammlerhand existiert.

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