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Freitag, 21. Juli 2017
Einmal Sprite - immer Sprite - 52 Jahre im Besitz Drucken E-Mail
Geschrieben von Karl Roither   

Heft bestellen - Einmal Sprite - immer Sprite - 52 Jahre im Besitz

Text: Karl Roither
Photos: Jelinek, Uwe Kurenbach, Sepp Hofer, Thomas Pütz, Loy, Joschi Mayrhofer, Archiv Roither

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Der kleine Austin Healey wurde in den Verkaufsprospekten als der Sportwagen für Jedermann zum Preis von rund 45.000.- Schilling angeboten. Für mich als 18-Jähriger ein Wunschtraum. Ein Big Healey kostete ja fast 90.000.- Schilling. Der kleine war aber trotzdem nicht so leicht zu verkaufen, so verbrachte er einige Monate im Schauraum der Firma Ing.Völkl. Die einen wollten die aufgesetzten Scheinwerfer nicht, den anderen war die gelbe Farbe zu auffallend und ich hatte leider zuwenig Geld. Aber letztlich fand er doch am 2. April 1959 ein zu Hause, bei einem Arzt in Werfen/Tenneck, mit dem Kennzeichen S 64.333.


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Ich musste natürlich weiter sparen, konnte aber fallweise mit dem Fiat 1100 meines Vaters diverse Spritztouren unternehmen. So brauchte ich auch nicht unbedingt ein eigenes Auto.

Aber am 24. März 1963 war es dann doch  so weit, der gelbe Sprite wird vom Erstbesitzer nach fünf Jahren verkauft. Ich wusste sofort, diesen Sprite muss ich jetzt kaufen. Was ich aber noch nicht wusste, dass ich ihn 2015 noch immer fahren werde und dies mit dem ersten Kennzeichen -S17.843 – 52 Jahre behalten und nie bereut!


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Bei den ersten Ausfahrten zeigten sich aber bald die Grenzen des kleinen Wagens, so erhielt er 1964 eine leichte Motorverbesserung mit Speedwell-Tuning-Parts. Gleichzeitig eine Motor-überholung und die Zylinder auf das zweite Übermaß von 948 ccm auf 979 ccm aufgebohrt.

Obwohl der Sprite bis Ende der 60er Jahre fast mein Alltagsauto war, betrachtete ich den „Froschi“ (Spitzname meines Sprite) irgendwie als Spielzeug. Damit mir nicht ganz fad wurde, fuhr ich noch Wertungsfahrten und Bergrennen von 1964 bis 1969. Schrauben ohne Ende war angesagt. Zu den Bergrennen habe ich ja das Differnzial (kurze Übersetzung) jedesmal auch noch getauscht.


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So wurde es auch ein Hobby, vier Abende unterm Wagen zu liegen, um am Wochenende eine Ausfahrt starten zu können.

In den späten 60er Jahren war die Zeit mit Sprites MK I Bergrennen zu fahren, eigentlich schon längst vorbei. Aber man konnte doch noch ordentlich in die Kurven gehen. Die Speedwell-Technik und eine kurze Übersetzung sorgte auch für den nötigen Vortrieb.

1970 war dann die Entscheidung - der Sprite ist kein Familienauto - aber mein Spielzeug verkaufen, dass war nie ein Thema!


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Anfang 1970 versuchte ich noch einige Umbauten, wie breite Stahlfelgen mit Kotflügelverbreiterungen.

Die Homologierung für OSK-Bergrennen war bereits ausgelaufen, aber als Oldtimer war er mit 14 Jahren wieder zu Jung. So blieb es bei kleinen Ausfahrten und dies nicht nur im Sommer. Mein „Froschi“ hatte aber immer seinen gepflegten Garagenplatz und mit kleinen Teilrestaurierungen brachte ich ihn durch die vielen Jahre.

In dieser Zeit begann auch mein zweites Hobby, das Segeln am Attersee.


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Er ist wieder da! Wie Phönix aus der Asche!

 
Nach meiner Pensionierung wurde es ernst, der „Froschi“ muss wieder zu den Veranstaltungen, in alter Frische. Das Ziel: 2004 beim Gaisbergrennen an den Start zu gehen, wie 1964 bei meiner ersten Gaisberg-Wertungsfahrt. Die Restaurierung wurde von mir in meiner Garage ohne Zeitdruck in ca. 2 Jahren selbst durchgeführt. Neue Schweller, Radläufe hinten gerichtet. Bodenbleche gerichtet und lackiert, die Komplettlackierung in der Originalfarbe Primrose wurde einer Fachwerkstätte übergeben. Am Motor musste ich nur den Zylinderkopf überholen. Alle Speedwell-Parts waren noch bestens.


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Mit meiner Giulietta TI Bj. 1958, die ich seit 2006 besitze, fahre ich ebenfalls sehr viele Veranstaltungen.

Meine Alfetta GTV Bj. 1978, seit 1980 in meinem Besitz, ist noch im Originalzustand.

Seit 2004 bin ich ca. 7.500 km problemlos gefahren. Alle Wartungsarbeiten und Instandsetzungen erledige ich selbst, denn in 52 Jahren habe ja ich bereits an jeder Schraube mehrmals gedreht. Zum Roßfeld-Bergpreis 2013 und 2015 habe ich auch noch das Diff. mit der Bergübersetzung jedesmal gewechselt, wie in alten Zeiten.


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Mein „Froschi“ ist für mich die Erinnerung an meine Jugendzeit. Hält so was nicht auch jung?

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