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Freitag, 6. Dezember 2019
Umbria mia (e dintornio) Drucken E-Mail
Geschrieben von Wolfgang M. Buchta   

Heft bestellen - Umbria mia (e dintornio)

Wer „nach Italien“ fährt, fährt ans Meer und isst Pizza - Stimmt‘s?

Ganz und gar nicht, denn Umbrien-Spezialistin Ingrid Hofmeister „entführte“ Ulli und Wolfgang Buchta in die einzige Binnen-Provinz des Landes ...


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Die italienische Region Umbrien ist die vielleicht „un-italienischste“ Region des „Stiefels“, denn als einzige Region - das entspricht in etwa unseren Bundeländern - grenzt Umbrien weder ans Meer noch an ein anderes Land. Und die regionale Kost ist auch von typischer Pizza recht weit entfernt...

Prima Turno - Toskana

Primo Giorno


Die bekanntere und häufiger besuchte Toskana liegt nordwestlich von Umbrien und eignet sich hervorragend zum Rendevous unserer Reisegruppe, die aus allen DACH-Ländern - also Deutschland, Österreich und Schweiz - kommt.

Erste Station und Startpunkt der ersten Etappe ist Querce al Pino mit der herrschaftlichen „Villa il Patriarca“ als Hauptquartier. Alles ist alt und würdig komplett mit Kamin, Himmelbett, Pool und großem, geschotterten Parkplatz unter alten Bäumen.

Nach Imbiss und Kennenlernen beginnt das „harte Tagwerk“: Besuch am Anwesen „Fonte Pico“ von Modedesignerin Rosanna Lucarelli - ein verwunschenes Haus in einem riesigen, verwachsenen aber dezent gepflegten Garten über das zwei Gänse wachen. Und ach ja, wer den Gänsen gut zuredet darf sich auch hier für einen erholsamen Urlaub einmieten...

Der Gartenspaziergang macht hungrig und durstig aber zum Glück hat „Mutter Natur“, äh Tourguide Ingrid als nächstes einen Besuch auf einem Weingut eingeplant.

Das Weingut „Le Buche“ komplett mit „Resort & Spa“ und Restaurant „La Sovana“ wird vom kongenialen Vater und Sohn Duo Riccardo und Giuseppe Olivi geführt. Weinverkostung, köstliches Olivenöl und das Dinner schließen den Tag perfekt ab ...

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Secondo Turno - Umbrien

Secondo Giorno


Weiter geht‘s nach Castello di Reschio. Castello, das wird wohl eine der unzähligen italienischen Burgen sein - weit gefehlt. Castello di Reschio ist viel mehr ein viele Hektar großes Areal mit 60 oder so verfallenen Landhäusern, einem der größten Andalusier-Gestüte Italiens, einer ehemaligen Tabakfabrik, die heute als Rezeption und für Kunstausstellungen dient, einem ausgezeichneten Restaurant, und, und, ...

Der junge Hausherr ist Architekt und die Familie restauriert Haus um Haus um es an neue, glückliche Besitzer zu verkaufen oder auch zu vermieten. Leben im toskanisch-umbrischen Grenzgebiet, dessen Geschichte bis zu den Etruskern zurückgeht...

Ganz ohne Grenzformalitäten geht‘s ins benachbarte Umbrien. Südlich des Lago Trasimeno, des größten Sees des „Stiefels“, liegt das Städtchen Mugnano, das sich von hunderten anderen Orten Italiens durch seine Wandmalereien - derzeit 40, Tendenz steigend - heraussticht, die in- und ausländische Künstler anlässlich des alljährlichen Stadtfestes auf den Wänden hinterlassen ... Na ja, ...

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Terzo Giorno

Kommen wir zum (subjektiven) Höhepunkt des Tages: Castello Monte Vibiano Vecchio ist seit 1892 das Heim der Familie Fasola, deren aktuelle Generation nicht nur ganz reizende Leute sind, die exzellente Weine und fast noch besseres Olivenöl produzieren, sondern dies am ersten CO2-neutralen Weingut Italiens tun - und ausgerechnet hier darf man - geführte Tour - auf elektrischen Quadbikes durch die Weingärten und Olivenhaine „düsen“, Quadbikes, die natürlich mit Solarstrom aus der eigenen Anlage betrieben werden.

Castello Montecelli liegt zwischen dem Lago Trasimeno und Perugia, also sozusagen im Herzen Umbriens, und das seit rund 1.000 Jahren, denn die Geschichte des denkmalgeschützten „Castellos“ mit vier Wehrtürmen und Nebengebäuden geht auf das 11. Jahrhundert zurück. In den lezten Jahren und Jahrzehnten wurde es von der Familie von Ellen Krauser in liebevoller Kleinarbeit stilgerecht restauriert und steht jetzt auch Gästen offen ...

 Rund 35 km südlich des historischen Gemäuers liegt Monte Castello di Vibio, ein wunderbares, typisch italienisches mittelalterliches Städtchen, das durch sein Theater weltberühmt wurde. Das „Teatro del Concordia“ wurde Anfang des 19. Jahrhundert von neun wohlhabenden Familien der Stadt erbaut, und gilt als das kleinste „Theater all’italiana“, also in italienischem Stil erbaut, der Welt.

Das Theater umfasst 99 Sitzplätze und die Bühne ist 50 m2 groß - und wird bis heute regelmäßig bespielt. Theaterdirektor Eduardo Brenci führt interessierte Gäste gerne durch „sein“ Haus und gleich auch auf den naheliegenden „Torre di Porta di Maggio“, dem höchsten Turm der Stadt, der einst gute Aussicht auf anrückende Feinde bot ...

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 Quarto Giorno


Unsere vierte Tagreise führt uns auf gewundenen Pfaden in den Südwesten mbriens nach Orvieto, eine 0.000-Einwohner-Stadt, die zur Gänze auf einem malerischen Burgfelsen - der von nzähligen Kellern, Gängen und Zisternen durchzogen wird - gelegen ist, und deren rsprünge auf die Etrusker zurückgehen.

Aber den besten Blick auf Orvieto  hat man logischerweise vom gegenübergelegenen Locanda Palazzone" - Hotel und Weingut - wo wir uns wieder auf höchst istorischem Boden befinden. Das alte Gemäuer steht auf einem Hügel, umgeben von eingärten und wurde im 13. Jahrhundert auf Anordnung von Papst Bonifatius III als Pilgerherberge erbaut.

Heute dürfen wir - inklusive allem Komfort - dort wohnen und werden vom ausherrn Lodovico Dubini durch Haus und Keller geführt und abschließend mit inem wunderbaren, sechsgängigen Abendmahl verwöhnt.

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Terzo Turno - Marken

Quinto Giorno

Tourguide Ingrid hat uns drei Regionen versprochen, und so soll es auch sein - Arrivederci Umbria, Cia Marken!

Über Norcia, die Stadt der Trüffeln und der Wildschweinwürsten (und gerade noch Umbrien) führt uns der Weg nach Ascoli Piceno (bereits Marken), der „Stadt der 100 Türme“.

Hier treffen wir im „Caffè Meletti“, das schon Drehort einiger Filme war, unseren zweiten Tourguide Moreno Moretti - nein, keine verwandschaftliche Beziehung zu den gleichnamigen Autos und Bieren - der auf die Region Marken spezialisiert ist.

Das letzte Teilstück des Tages führt uns bis nahe an die Adriaküste mitten in die Weinberge von Ripatransone, genauer gesagt ins „Relais del Colle“, ein Landhaushotel mit sechs Gäste-zimmern und einem Abendessen zum Niederknien. Wie wir erfahren konnten, hat das „Relais del Colle“ sogar einen eigenen, ein paar km entfernten Strand am Meer.

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Sesto Giorno

Wie schnell doch die Zeit vergeht - letzter Tag in Umbrien: „Gran Caffè Belli“ in Mandola, Weinverkostung bei „Ciu Ciu“ in San Maria in Carro und ein Besuch im Weingut - Geschmack kann man nicht kaufen - „Il Pollenza“.

Aber bevor es jetzt zu kulinarisch wird führt und das Schicksal - oder waren es vielleicht doch unsere Tourguides? - nach Sarnano, wo am kommenden Wochenende - wir schreiben gerade Freitag - die „Trofeo Lodovico Scarfiotti“ über die Bühne gehen wird. Und die ersten Teilnehmer sind schon am Hauptplatz versammelt ...


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Giro d‘Onore

Und wenn die Reise zu Ende ist, ist noch lange nicht Schluss!

Unsere letzte Etappe, eigentlich schon die Heimreise, führt uns über Rimini nach Modena. Wer bei „Modena“ jetzt reflexartig „Ferrari“ denkt, hat natürlich nicht unrecht, aber in Modena gibt‘s auch (zumindest) noch ein anderes Automuseum.

Umberto Panini, aus der berühmten Fußballer-Pickerl-Dynastie, hat außerhalb von Modena eine der größten Rinderfarmen der Gegend angelegt und erzeugt in der Bio-Käserei „Hombre“ - erraten - den gleichermaßen berühmten wie köstlichen Parmigiano Reggiano, aber den echten!

Und weil in einem Nebengebäude der Käserei noch „ein bisserl Platz“ war, hat Sig. Panini gleich eine Sammlung von Autos und Traktoren dort untergebracht. Herzstück der Sammlung sind rund 20 Maserati, die ehemalige Werkssammlung, die Panini 1993 gerettet hat.

Als Maserati resp. dem damaligen Eigen-tümer Alejandro de Tomaso wieder einmal das Geld ausging, wollte de Tomaso den Inhalt des Werksmuseums bei einer Auktion in London „versilbern“ - was Panini in letzter Minute verhindern konnte, und seither stehen die Presziosen „im Kuhstall“ in Modena ...

Modena hat aber nicht nur Käse, Maserati und Ferrari zu bieten, sondern mit dem „Castello“ auch ein durchaus standesgemäßes Hotel.

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Das Fuhrwerk

Als der Mazda MX-5 1989 präsentierte wurde - die erste Serie NA wurde offensichtlich nach dem Vorbild des Lotus Elan geformt - rümpften alle Freunde britischer Sportwagen ein wenig die Nase - "ein Sportwagen von der Insel, aber von der falschen Insel".

Heute hat sich der MX-5 - mittlerweile in der vierten Generation und mit rund 1.000.000 Stück der mit Abstand meistverkaufteste kleine, zweisitzige Roadster - selbst als Klassiker etabliert.

Zweisitzer, Stoffdach (im Sizen mit einer Hand zu öffnen und schließen), Frontmittelmotor, 131 oder 160 PS. wunderbar zu schaltendes 6-Gang Getriebe, Hinterradantrieb - so haben wir vor 30 Jahre geglaubt, dass unsere britische Lieblinge wären...

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Unsere Gastgeber


Villa Il Patriarca, Chiusi - www.ilpatriarca.it

Locanda Palazzone, Orvieto - www.locandapalazzone.it

Relais del Colle, Ripatransone - www.relaisdelcolle.it

Castello Modena, Modena - www.hotelcastello-mo.it

Agriturismo La Sovana, Sarteano -  www.lasovana.com

Castello di Reschio, Lisciano Niccone - www.reschio.com

Fonte Pico, Sarteano - www.facebook.com/Fontepico-180431245363327

Castello Monticelli, Castiglione della Valle - www.castellomonticelli.com

Monte Vibiano Vecchio, Mercatello di Marsciano - www.montevibiano.it

Il Pollenza, Macerata - www.ilpollenza.it

Teatro della Concordia, Monte Castello di Vibio - www.teatropiccolo.it

Panini Motor Museum, Modena - www.paninimotormuseum.it

Käserei Hombre, Modena - www.hombre.it

Unsere Guides

Ingrid Hofmeister - Umbria Mia - www.umbria-mia.com

Moreno Moretti - Le Marche Holiday - www.lemarcheholiday.net

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