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Mittwoch, 22. November 2017
Bayrische Wallfahrt Drucken E-Mail
Geschrieben von Wolfgang M. Buchta   

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Oberammergau gehört zu den drei niederschlagsreichsten Orten Deutschlands, anlässlich der Bavaria-Tour des BMW 02 Club e.V. war allerdings die BMW-Dichte deutlich höher als die Luftfeuchtigkeit.

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Oberammergau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist für die alle zehn Jahre stattfindenden Passionsspiele (zuletzt 2010) bekannt, und die „Herrgottsschnitzer“, die barocken Häuser und das Kloster Ettal im Nachbarort gehören zu den Kleinodien der bayrischen Kultur.

Andere bayrische Kleinodien sind zweifellos die BMW-Modelle der Baureihe 114, besser bekannt als 02-Serie. Die von 1966 bis 1977 gebauten sportlichen Limousinen sind vielleicht die bedeutendsten Modelle von BMW, denn in ihnen vereint sich sportlicher Erfolg - der Block des M10-Motors schaffte es bis in die Formel 1 - mit hoher Alltagstauglichkeit sowie kommerzieller Erfolg - 896.349 Stück - mit Fahrspaß und Exklusivität.


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Und dass die 02er-Modelle der „Neuen Klasse“ zuzurechnen sind und gemeinsam mit den 4-türigen Limousinen und den 6-Zylindern der Baureihen E3 (Limousinen) und E9 (Coupe) BMW gerettet haben, ist dem Mythos der 02er-Modelle auch nicht abträglich ...

Der 1986 gegründete „BMW 02 Club e.V.“ ist der mitgliederstärkste und aktivste Typenclub der Marke und „kümmert“ sich um die Modelle der „Neuen Klasse“ - und veranstaltet „fallweise“ seine Bavaria-Tour in Oberammergau - wodurch bayrische Kulturdenkmäler zusammentreffen...

Die erste „Bavaria-Tour“ fand 2002 - „dem einzigen Jahr, das nach einem Auto benannt wurde“ - statt und lockte 230 Fahrzeuge und 500 Menschen aus aller Welt nach Oberammergau.

2006 - 50 Jahre BMW 02 - führte die Bavaria-Tour bereits 250 BMW in den oberbayrischen Ort, und 2011 galt es die Premiere der „Neuen Klasse“ im Jahre 1961 zu feiern - diesmal mit 299 Teams.


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Und fünf Jahre später, also 2016 galt es gleich mehrere Jubiläen zu feiern: BMW wird 100, der BMW 1600-2 wird 50 und der 02 Club wird 30! Hinreichend Gründe um 662 Enthusiasten mit 326 Fahrzeugen in Oberammergau zu versammeln ...

Die vierte Bavaria-Tour folgte nicht nur mit dem Zentrum im „Ammergauer Haus“ in Oberammergau dem bewährten Muster der Vorgänger.

Donnerstag und Samstag waren die „Fahrtage“, die die Teilnehmer - wegen der großen Anzahl in mehreren Gruppen auf zwei entgegengesetzten Routen - durch die prächtige Bergwelt von Oberbayern und Tirol mit Highlights wie Aachen-see, Walchensee, Bad Tölz, Benedikt-beuren, ... führte.

Lichtschranken, Schläuche und Zeitprüfungen blieben den Teilnehmern erspart - zur Wertung wurden Passierkontrollen und Fragen zu Strecke sowie „Spontanfragen“ verwendet.

Am Freitag stand der traditionelle „BMW Tag“ in München am Programm, der die mehr als 300 Fahrzeuge vor Schloss Schleißheim Aufstellung nehmen ließ, und dann zur Besichtigung verschiedener Stätten der BMW Geschichte - BMW Classic, Flugwerft, BMW Museum und BMW Welt - bat.


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Trotz der hohen Teilnehmerzahl war die Organisation - zumindest aus Sicht der Teilnehmer - perfekt, und nirgends gab es größere Verzögerungen. Dem Team um Andy Andexer kann man dazu nur aus ganzem Herzen gratulieren und hoffen, dass der „letzten Bavaria-Tour“ doch noch eine „allerletzte“ folgen möge - Jubiläen werden sich in der BMW-Historie sicher finden lassen ...

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Der 02-er den keiner kennt


Anfang der 1960er Jahre war Pietro Frua ein vielbeschäftigter Mann - der italienische Stardesigner zeichnete für Fahrzeuge wie den Renault Floride, den Maserati Mistral oder fast die gesamte Modelpalette von Glas verantwortlich. Mit der Übernahme von Glas durch BMW im Jahre 1966 kam dem Meister ein wichtiger Kunde abhanden, da war es irgendwie nahe liegend mit den neuen Hausherren in Dingolfing auch ins Geschäft zu kommen.

Frua erwarb privat einen BMW 2002, versah diesen mit einer viersitzigen Coupé-Karosserie mit Heckklappe, dessen Linie ein wenig an das Fiat Dino Coupé (Bertone) und den Ford OSI (Sartorelli) erinnerte. Von der ursprünglichen Karosserie war nichts Erkennbares erhalten geblieben. Die Mechanik - Fahrwerk, Radstand, Motor des 2002ti mit 120 PS, ... - wurde unverändert vom „Spenderfahrzeug“ übernommen. Einige Teile - Scheibenwischer, Türgriffe, Blinker,... - stammte vom BMW 2800 CS, das Interieur von der E3-Limousine, andere von Fremdfabrikaten, wie etwa die Rückleuchten vom Alfa 1750 Berlina.

Frua präsentierte das Coupé im Herbst 1969 am Autosalon von Paris. Die Besucher der Messe waren angetan - BMW weniger.

Frua ließ sich nicht entmutigen und präsentierte ein Jahr später wieder in Paris ein zweites, leicht überarbeitetes Coupé - vergebens, BMW war auch 1970 nicht interessiert - was wohl auch daran lag, dass mit der Touring-Präsentation 1972 - ein eigenes „Combi-Coupé“ in Arbeit war.

 Das 1969er Coupé blieb vorerst bei Frua, der es 1986 an einen japanischen Sammler verkaufte, wo sich der Wagen (vielleicht) bis heute befindet.

Das 1970er Coupé wurde 1972 vom Schweizer Jakob Bach erworben. Der BMW 2002 GT4 geriet in Vergessenheit ...

2002 entdeckte und erwarb - angeblich um EUR 60.000 - BMW das zweite Coupé restaurierte es komplett und präsentierte es erstmals im April 2007 beim Concorso d’Eleganza in der Villa d’Este.

Seither ist das rare Stück fallweise bei einschlägigen Veranstaltungen zu bewundern ...

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BMW 2002 Hommage. 50 Jahre pure Freude am Fahren.


Auf dem diesjährigen Concorso d’Eleganza Villa d’Este ehrt die BMW Group eines der bedeutendsten Fahrzeuge der BMW-Historie mit einem besonderen Modell: dem BMW 2002 Hommage. Der BMW 2002 Hommage zelebriert insbesondere die außerordentliche Ingenieursleistung des BMW 2002 turbo und interpretiert diese in Form einer Designstudie für die heutige Zeit.

„Vor genau 50 Jahren begann mit der 02er-Reihe eine Ära des Erfolgs für BMW. Dieses kompakte Coupé ist eines der Fahrzeuge, das die Marke zu dem gemacht hat, was sie heute ist”, so Adrian van Hooydonk, Leiter BMW Group Design. „Das Topmodell 2002 war das erste Serien-Fahrzeug mit Turbo-Technologie überhaupt in Europa und machte das Coupé zu einem echten Sportwagen. Gleichzeitig war der BMW 2002 turbo technologischer Wegbereiter der Motorenentwicklung bei BMW. Das alles ehren wir mit dem BMW 2002 Hommage.“

Historische Details, modern interpretiert In Anlehnung an das charakteristische umlaufende Chromband der damaligen 02er-Reihe umschließt ein horizontales Band aus Carbon den BMW 2002 Hommage auf Höhe der Schulter und unterteilt die Karosserie optisch. Der obere Bereich mit Dach, Motorhaube und Heckdeckel ist in Anlehnung an frühere Rennfahrzeuge matt lackiert, um Reflexionen durch Sonneneinstrahlung zu verhindern. Die Linienführung hier ist minimalistisch, klar und fließend. Der untere Bereich dagegen ist hochglänzend lackiert, die Flächen sehr markant und skulptural gearbeitet. Die charakteristische Linienführung verleiht der Seite eine moderne Note. Ihr Verlauf in Richtung Heck betont die angetriebenen Hinterräder. Der Farbton Space Race Metal hüllt den BMW 2002 Hommage wie in flüssiges Metall. Matt wie glänzend: das helle Metallic-Blau changiert je nach Lichteinfall von hell fluoreszierend blau bis grau und verleiht der Flächenarbeit eine dynamische Tiefe. Der gesamte Fahrzeugkörper strahlt dadurch in besonderem Maße Kraft und Energie aus.

Besonders augenfällig in der Seite sind die voluminös modellierten Radhäuser. Wie vier Klammern fassen sie den Fahrzeugkörper ein und geben ihm Statur. Sie zitieren damit die homologierte Version des BMW 2002 turbo, bei dem aufgrund der deutlich breiteren Spur extra verbreiterte Kotflügel auf die Karosserie aufgeschraubt wurden. Das Hommage Fahrzeug interpretiert dieses Detail als harmonisch integrierte Lösung innerhalb der mit viel Hingabe gestalteten Seitenpartie. Die ausgefeilte Flächenarbeit mit präzise modellierten Linien umschließt die kraftvollen Radhäuser und bringt diese dadurch besonders zur Geltung. 20“-Leichtmetallräder in Bicolor-Design runden das Erscheinungsbild zur Straße hin ab. Das modern gestaltete, aufwändig gefräste Vielspeichendesign erinnert an die Motorsport-Felgen vergangener Tage, goldene Bremssättel mit M Logo setzen einen hochwertigen Akzent.

50 Jahre BMW Historie in der Front In der Frontpartie präsentiert sich der BMW 2002 Hommage selbstbewusst und außerordentlich dynamisch. Formal spannt die Frontgestaltung einen zeitlichen Bogen von 50 Jahren und kombiniert die charakteristische, horizontale Grafik der 02er Reihe mit modernen BMW Elementen. Die gesamte Front wird von den ausgeprägten Radhäusern eingefasst. Gleichzeitig geben die breite Spur und der flache Aufbau den großzügigen Flächen viel Raum. Die Motorhaube zitiert in Linien und Form den so genannten Speer, eine längliche Phase in der Mitte der Haube, die zur Niere hin leicht breiter wird und dort das BMW Emblem formal einfasst. Weitere präzise Linien verleihen der matten Oberfläche Struktur und Definition.

Im Zentrum der Front sitzt die typische Doppel-Niere: hier in einer flachen, formal verbundenen Einheit dargestellt, die die frühere Darstellung der Doppelniere als ein zusammenhängendes Element in neuer Interpretation zeigt. Skulpturierte, schwarze Doppelnierenstäbe verleihen der breiten Nierenpartie Finesse im Detail. Wie beim BMW 2002 begrenzen auch beim BMW 2002 Hommage zwei Einzelscheinwerfer die prägnante Frontpartie nach außen. Eingefasst werden die Scheinwerfer von goldfarbenen Reflektoren, die durch ihre Farbe einerseits den „goldenen“ 50. Geburtstag des BMW 2002 andeuten und gleichzeitig an die zu der Zeit im Rennsport üblichen, gelbfarbenen Scheinwerfer erinnern.

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