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Dienstag, 24. November 2020
Unbelievable Universal-Motor-Gerät Drucken E-Mail
Geschrieben von Thomas Villinger   

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Ein Motorgerät, das alle anfallenden Arbeiten in der Land- und Forstwirtschaft bewältigen kann, sollte der Unimog werden.  Und er sollte da fahren können, wo ein Pferd gehen kann.

Ein Fahrzeug, das zum herkömmlichen Traktor immer eine Alternative gewesen ist und viele zusätzliche Möglichkeiten erschlossen hat. Mittlerweile soll es ca. 2.000 Anbaugeräte für den Unimog geben.


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Die Vorteile des Unimog im Kurzen:

- Hohe Geschwindigkeit, 50 km/h war für einen Schlepper ungewöhnlich
- Gefederte Achsen
- Allradantrieb
- Ausgeglichene Gewichtsverteilung, kein Aufbäumen im Zugbetrieb
- Alle Räder gebremst
- Geschlossenes Fahrerhaus mit Verdeck
- Ladefläche für Transportzwecke

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Eine unglaubliche Geschichte möchte ich Euch aus Südtirol erzählen, die mich verblüfft hat und die die Qualität des Unimogs noch unterstreicht.
 
Vor ca. 2 Jahren habe ich gehört, dass der Südtiroler Oldtimerclub „Motor-Cycles-Classic“ in Bozen einen gehorteten Unimog Bj. 1953 retten will. Das Ding sollte auf einem Bauernhof nahe Bozen stehen. Dem Klub war der Unimog eigentlich schon lange bekannt, es war jedoch bis zum damaligen Zeitpunkt nicht möglich, an das Fahrzeug heranzukommen. Hubert, der Besitzer des Bauernhofes und auch des Unimogs lebt seit gut 10 Jahren in  Chile. In seinem früheren südtiroler Leben war Hubert ein Sammler. Er hatte in Bozen ein gut gehendes Geschäft und kaufte gewinnbringend schöne und gute Fahrzeuge, aber auch andere Dinge ein. Den Bauernhof hatte er damals günstig kaufen können, hat aber nie darin gewohnt. Den Unimog hat er 1972 gekauft und ist kein einziges Mal damit gefahren. Verwandte, Bekannte und Passanten wollten ihm den Unimog damals abkaufen, als er noch gut in Schuss und vor allem noch sichtbar war. Huberts Antwort war immer die gleiche: „Den mogsch grad stehn lossn“! Seit Hubert in Chile und das Fahrzeug mehr und mehr zugewachsen war, wusste eigentlich nur mehr die Motor-Cycle-Classic Group aus Bozen von der Existenz des Fahrzeugs. Sie rafften sich auf noch einmal den Hörer in die Hand zu nehmen und Hubert um den Unimog zu fragen. Das taten sie nicht etwa um den alten Racker wieder flott zu machen, nein, sie wollten ihn lediglich vor dem Klublokal als Blickfang hinstellen.  

Sebastian, der immer einen guten Draht zu Hubert gehabt hatte, bekam schlussendlich die Erlaubnis den Unimog zu holen. Mit zwei Traktoren, einer Kettensäge und ähnlich Erfolg versprechenden Werkzeugen versuchten sie das „Dornross“ zu bergen.


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Nach den intensiven Schneidearbeiten wurde der Unimog an den Traktor gehängt. Die Klubmitglieder sollten vorerst recht behalten, das Ding schien wirklich nur mehr als Blickfang zu taugen; - alle vier Räder waren fest. Mit der ganzen Kraft des Traktors und der vorhandenen Manpower wurde die Landmaschine aus dem Morast gezerrt. Der Unimog wehrte sich bis zum Schluss, bis er schließlich auf dem Anhänger landete. Auf dem Hof von Sebastian wurde der Unimog abgeladen und gereinigt.

Im Zuge der intensiven Beschäftigung mit dem Uralt-Teil, reifte der Gedanke, den Unimog doch noch zu aktivieren. Schon 43 Jahre stand das Ding auf ein und demselben Platz; -  schutzlos ausgesetzt, Wind und Wetter.

 So still wie die Räder auch standen, der Motor ließ sich drehen; - Wahnsinn! So etwas kann wahrscheinlich nur ein alter Mercedes oder ein ähnlich geschnitztes Fahrzeug. Mit dieser Hoffnung, auch andere Partien des Unimogs in ähnlicher Art vorzufinden, legte der ganze Klub Hand an; -  eine andere Partie war dann noch das Getriebe. Alle anderen mechanischen Teile mussten mit zeitweiliger Lagerung in Diesel-/Ölgemisch und in Abständen durch ein paar beherzte Schläge gängig gemacht werden.


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Die Truppe um den Unimog hatte trotz allem viel Glück. Eine Annonce eines Schweizers in einer Oldtimerzeitung beschrieb eine Fahrerkabine des gesuchten Baujahres mit allen Anbauteilen um relativ günstiges Geld. Weiters hat mein Bruder Kontakt zur alteingesessenen Einspritzpumpen-Fachwerkstätte Klingler in Innsbruck. Herr Klingler, selbst ein leidenschaftlicher Mercedes-Fan und Unimog-Eigner, hatte eine überarbeitete Einspritzpumpe für dieses Baujahr auf Lager.  Mit den weiteren Demontagearbeiten hat sich gezeigt, dass in der Vergangenheit irgendwann ein falscher Mercedesmotor OM 636 eingebaut worden war. Dieser Motor stammt aus einem Personenfahrzeug, der einige Unterschiede zum OM 636I-U des Unimog aufweist. Er erreicht höhere Drehzahlen, bedingt durch den Einspritzdüsenversteller, der bei zunehmender Drehzahl den Einspritzzeitpunkt nach vorn verlegt. Eine andere Ölwanne, die dem 30° geneigten Einbau des Motors beim PKW geschuldet ist. Und ein anderer Öl- und Luftfilter. Das ist für die Restaurateure Grund genug, den Motor, der ja von 1947 bis 1990 gebaut und vom PKW bis zum Gabelstapler eingebaut wurde, zu tauschen.

Der Vorbesitzer Hubert hat den Unimog von einem Obstbauern (Erstbesitzer) in Bozen Rench (nördlich von Bozen) gekauft. Der Bauer hat seine verschiedenen Obstanlagen in Überetsch und im Unterland erreichen müssen. Ein Traktor wäre dafür ungeeignet gewesen. In den 50er-Jahren war der Unimog so ziemlich das einzige landwirtschaftliche Fahrzeug, mit dem man längere Distanzen gut bewältigen konnte. Dieser Unimog war mit einer Druckluftanlage bestückt, die der Bauer damals für die Bremse des Anhängers mitbestellte. Der Erstbesitzer soll mit dem Gespann bis zu 180 Steigen Äpfel  geliefert haben. Der Unimog wurde auch fürs Pflügen eingesetzt.

Das Geheimnis des „falschen“ Motors wird vermutlich ewig ein Geheimnis bleiben.

Bevor das alte Triebwerk ausgebaut wurde, wagten die unerschrockenen Klubkollegen einen Startversuch. Der glückliche Umstand, dass die Vorglühzeit zum Starten zu kurz gewählt wurde verhinderte vermutlich Ärgeres. Die Kolbenringe konnten sich neben anderen bewegten Teilen nach 43 Jahren wieder an Bewegung im sich aufbauenden Öldruck gewöhnen. So gelang das unglaubliche; -  der Motor begann zu laufen. Vermutlich hält so ein Vorgehen auch nur ein alter Mercedes aus. Zu Beginn mit starker Rauchentwicklung, jedoch später, den Umständen entsprechend manierlich dieselte der Unimog wie in wirklich alten Zeiten.

Nach dem Intermezzo ist der Motor ausgebaut worden und es wurde mit der Restaurierung begonnen. Sie dauert ja bis zur Stunde noch an und wird vermutlich im Frühling abgeschlossen sein. Es ist bei der Restaurierung versucht worden, möglichst alle Bauteile des Fahrzeugs aufzuarbeiten, der Authentizität und natürlich auch der Kosten wegen. Wie auf den neuesten Abbildungen zu sehen, ist die Karosserie auf dem Fahrwerk aufgesetzt und der neue Motor verbaut. Nach Fertigstellung werdet Ihr die Fotos in der  Austro Classic zu sehen bekommen.


Das Ergebnis der Weihnachts-Anstatt-Aktion 2015 des Entwicklungshilfeklubs kann ich Ihnen aber jetzt schon präsentieren.

Bericht Weihnachts-Anstatt-Aktion 2015 "Licht des Lebens"


Bericht über Mutter-Kind-Betreuung in entlegenen Dörfern von Ghana Mit unserer Anstatt-Aktion 2015 wollten wir dazu beitragen, die kritische Situation für werdende Mütter und Kinder zu verbessern. Denn die Mütter- und Kindersterblichkeit ist vor allem in den abgelegenen Dörfern sehr hoch. Unser Einsatz hat sich gelohnt: Dank vieler verkaufter Weihnachts-Billetts zugunsten dieses Projekts und dank großzügiger Unterstützung von 682 Spenderinnen und Spendern, die von Oktober 2015 bis September 2016 insgesamt 107.470,- Euro aufgebracht haben, hat sich schon viel getan in der Upper East Region, wie Sie dem Fotobericht entnehmen können. Seit Projektbeginn konnten neben der Errichtung und Ausstattung von zwei neuen Geburtsstationen bereits  viele werdende Mütter betreut werden.

In Zahlen ausgedrückt gab es:
- 443 neue Anmeldungen für vorgeburtliche Betreuung
- 2.254 Schwangere, die Geburtsvorbereitungskurse besuchten
- 371 durch Hebammen begleitete Geburten

Herzlichen Dank im Namen der Frauen und Kinder, deren Leben nun durch umfassende Betreuung während der Schwangerschaft und bei der Entbindung geschützt wird.

 Im Anschluss möchte ich Sie dringend aufrufen die Weihnachts-Anstatt-Aktion 2016 zu unterstützen.

Weihnachts-Anstatt-Aktion für hungernde Schulkinder in Niger


Liebe Freundinnen und Freunde! Mit unserem alternativen Weihnachtsgeschenk möchten wir wieder gemeinsam mit Ihnen die Tradition des Schenkens zu Weihnachten mit der Hilfe für Menschen in Not verbinden.

Heuer geht es um hungernde Schulkinder in Niger: Die unter- und mangelernährten Kinder sind zu schwach, um in die Schule zu gehen und zu lernen. Das soll sich mit unserer Weihnachts-Anstatt-Aktion ändern:

10,– Euro kostet ein besonderes Weihnachtsbillett, das eine kleine Papierlaterne enthält. Mit diesem Betrag kann einem Schulkind täglich eine warme Mahlzeit und nahrhafte Ziegenmilch zwei Monate lang zur Verfügung gestellt werden. Ein Billet als kleines Geschenk, mit dem Sie Freude bereiten und gleichzeitig mithelfen, dass Kinder in Niger nicht mehr hungern und regelmäßig die Schule besuchen können. Der für die Billetts eingezahlte Betrag wird als Spende verbucht und ist somit steuerlich absetzbar. Wie immer leiten wir 100 % der Spenden an das Projekt weiter.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie Ihre Weihnachtswünsche in eines unserer Billetts verpacken. Bestellen können Sie online, telefonisch (01-720 51 50) oder per E-Mail.

Bitte helfen Sie mit! Wenn unsere Weihnachtslaterne leuchtet, wird aus dem Schatten des Hungers auf dem Gesicht eines Kindes in Niger ein heller Schein von Freude und Zuversicht.
Frohe Weihnachten - auch für Andere!

 

 
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