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Dienstag, 24. November 2020
Tanz der Ventile Drucken E-Mail
Geschrieben von Christian Sandler   

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Der 1. Oktober 2016 verspricht ein besonders schöner Herbsttag zu werden - werden mit Temperaturen wie im - Sommer.  Was macht man an so einem -wunderbaren -Samstag? Wandern mit Freunden -oder Familie, vielleicht ein Museum besuchen - womöglich ein Oldtimer-museum oder eine Rennwagenausstellung...

Der besonders Kluge im Land, der konnte an diesem Tag alles an einem Ort erleben – „Ventilspiel 2016“ am Red Bull Ring, der schönsten Rennstrecke Europas, ist angesagt. Für die Kinder wurde eigens ein kleiner Spielplatz aufgebaut, die Mütter hatten nochmals Gelegenheit ihre Sommergarderobe auszuführen. Den Männern war die Entscheidung vorbehalten entweder auf das Geschehen am Ring zu achten oder den Anblick der Damen zu genießen. Viele der Teilnehmer und Zuschauer meinten dies war die beste Veranstaltung am Ring des ganzen Jahres und man kann denen nur beipflichten. Erstaunlicherweise war nicht einmal Eintritt zu bezahlen. Die Mannschaft rund um Organisator Roland David stellte ein Event auf die Beine wo vom Monoposto über Tourenwagen bis zum Prototypen sämtliche Rennwagenkategorien antraten. Die Fahrzeuge waren in 4 Gruppen eingeteilt. Pro Gruppe gab es je einen Trainingslauf und 3 Wertungsläufe. Der Teilnehmer setzte sich in jedem der 3 Wertungsläufe in Runde 4 seine Referenzzeit, die er in den folgenden Runden 5 bis 8 zu treffen versuchte,  Abweichung:  1/1000 sec = 1 Punkt (Strafpunkt) Alles klar? Allgemeines Credo der Fahrer war das Dabeisein und nicht das Ergebnis. „Just for fun“ war hier das Motto, sich mit Gleichgesinnten zu treffen, sich auszutauschen und unter Rennbedingungen dem begeisterten Publikum seine Kostbarkeiten zu zeigen.

Wahre Schätze wurden aus den klimatisierten Garagen geholt und in die Steiermark verfrachtet. Einzelstücke wie der wunderschöne Nomad GT Mk1 in „Britisch Racing Green“ aus dem Jahre 1967 mit Kay Rimmele am Steuer waren ebenso zu finden wie der Rover Jet R1 von Georg Mayr-Harting. Bei diesem Wagen handelt es sich um eine Nachbildung des legendären Turbinenwagens von Rover aus den späten 1940er-Jahren. Als Basis diente, wie beim Original, das Fahrgestell eines Rover P4, versehen mit einer Gasturbine mit etwa 150 PS.

Alles was Rang und Namen in der Monoposto- und Prototypen-Szene hat konnte man in Gruppe 1 bewundern. Die Protagonisten waren klingende Namen wie Lotus, Lola, Van Diemen, Merlyn, Ralt, Reynard und natürlich Kaimann.

Johann Haas, der sympathische Mühlviertler aus Altenberg, brachte nicht nur seinen bestens präparierten Lotus Formel Atlantic aus dem Jahre 1977 nach Spielberg, sondern auch viel gute Laune und Eisgekühltes für seine treuen Fans.

Der Wiener Radiologe Dr. Günter Alth stellte seinen March 701 (Chassis 9 von 11) an den Start. Mit exakt diesem Auto fuhr der Franzose Jean-Pierre Jarier beim GP von Monza 1971 sein erstes Formel 1-Rennen. Alth  wurde damit FIA Historic Cup Winner 2009.

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Sämtliche Fahrzeuge die Männerherzen höher schlagen ließen, konnte man komprimiert in den Gruppen 2 bis 4 in Renn-Action sehen. Amerikanische Big Blocks wie Ford GT 40, AC Cobra, Plymouth Barracuda und Chevrolet Corvette drehten unter infernalischem Getöse ihre Rennrunden und sorgten so für den richtigen Augen- und Ohrenschmaus. Die Tourenwagen der 1970er- und 1980er-Jahre lieferten sich ebenso tolle Rad an Rad-Gefechte. Die Palette reichte hier von ALFA über Abarth, BMW, Ford, Opel und Porsche bis hin zu Volvo und VW Käfer in sämtlichen Variationen.

 „Ecurie Vienne“ und Johannes Huber, zwei Namen die im österreichischen Motorsport nicht mehr wegzudenken sind, rollten einen KMW-Porsche SP20 und einen Argo JM19 Buick aus dem Transporter. Bobby Brown setzte diesen, erstmals in Österreich zu sehenden Boliden 1987 in der amerikanischen IMSA-Serie ein.

Ein weiteres Highlight dieser gelungenen Veranstaltung hatten wir der Firma „Hödlmayr Classics“ zu verdanken. Sie rollten einen Porsche 917K, Replica, im Design des Le Mans-Siegers 1971, aus dem Transporter (siehe Austro Classic 5/2016). Gesteuert wurde dieses Ungetüm von niemand anderen als der BMW-Rennfahrer-Legende Sepp Manhalter. Übrigens kann man dieses Auto auch käuflich erwerben, ein 917 mit Straßenzulassung wäre sicher eine Option für richtige Männer.

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Procar-feeling aus den Jahren 1979 und 1980 kam auf als Marco Wagner, Franz Ostermaier, Axel Hagemann und Gotthard Mayr mit ihren seltenen BMW M1 beherzt um den Ring donnerten. Namen wie Dieter Quester, Marc Surer und Christian Danner kämpften einst in diesen Boliden um die Lorbeeren, auch hier in Zeltweg.

Eine wahre Sensation für die zahlreichen Kenner der Szene war ein Alfa Romeo TZ2 aus dem Jahre 1965. Von diesem Wagen, der an Schönheit und Eleganz kaum mehr zu überbieten ist, wurden insgesamt nur 12 Exemplare gebaut, einer davon hat seine Heimat in der Steiermark gefunden.


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Fernöstliche Exotik mit geballter Kraft vereint der Datsun 240Z „Rebello“. Ursprünglich war dieser Wagen aus dem Jahre 1973 in Holland im historischen Motorsport unterwegs, kam dann über den Schauspieler Roland Düringer nach Österreich und wurde heuer bei SC-Automobil KG in Vösendorf fachgerecht neu aufgebaut.
Diese Liste ließe sich ewig fortsetzen aber irgendwo muss Schluss sein. Freuen wir uns aufs nächste Jahr – Ventilspiel 2017. www.ventilspiel.at

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