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Montag, 25. September 2017
Take It Easy! Drucken E-Mail
Geschrieben von Wolfgang M. Buchta   

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Man kann eine Reise minutiös planen, alle Hotels und  Attraktionen vorbuchen und dann systematisch „abarbeiten“, oder man kann sich eine Woche lang treiben lassen und jeden Morgen von neuem fragen „Und worauf haben wir heute Lust?“– diesmal hat sich Familie Buchta einfach überraschen lassen …

Salisbury muss sein

Salisbury ist eine Stadt im südlichen Wiltshire, deren Besiedlungsgeschichte bis in die Steinzeit zurückgeht. Berühmt ist Salisbury für seine Kathedrale, die über einen von nur vier gotischen Hochtürmen in ganz Europa verfügt (ein anderer ist St. Stefan in Wien, und dann gibt’s noch zwei in Frankreich).

Zumindest ebenso berühmt ist Salisbury aber auch für das „Full English Breakfast“ im „King’s Head Inn“ und das nahe gelegene Stonehenge und dessen kommerzielle Verwertung.

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A Walk in the Park

Der New Forest ist das größte, zusammenhängende Wald- und Heideland im Süden Englands. Der New Forest liegt größtenteils in der Grafschaft Hampshire und seit gut zehn Jahren ist das ehemalige königliche Jagdgebiet zum größten Teil – 571 km2 – ein geschützter Nationalpark, in dem Pferde, die sogenannten „Forest Ponies“ – davon soll es 8.000 geben – und Kühe herumwandern.

Herumwandern können auch die Touristen und Urlauber, denn der New Forest, rund 100 Meilen südwestlich von London, ist ein beliebtes Sommerfrische- und Erholungsgebiet.

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Eine Seefahrt, die ist lustig

...aber auch eine Flusskreuzfahrt kann schön sein. Die historische Marktstadt Wareham in Dorset – die Siedlung geht bis auf die Römerzeit zurück – liegt am Fluss Frome, auf dem sich nicht nur Enten tummeln, sondern auch – moderne und historische – Schiffe und Boote.

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So ganz ohne Autos?

Eine der Attraktionen von England ist – für unsereins – sicherlich das Straßenbild, wo man – abseits aller Museen und Veranstaltungen – nach wie vor eine Fülle interessanter und/oder alter Autos antrifft …

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Müssen wir wirklich...

...eine ganze Woche ohne Auto-Action (über)leben? Da trösten wir uns zumindest mit bedrucktem Papier. Im Städtchen Hook, an der A3 ungefähr auf halbem Weg zwischen New Forest und London gelegen, befindet sich nicht nur ein ausgezeichnetes indisches Restaurant, sondern auch ein ausgezeichnetes Buchgeschäft für Automobil- und Motorradbücher …

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Aber jetzt!

Das „National Motor Museum“ in Beaulieu, zufällig mitten im New Forest gelegen, ist vielleicht mit „nur“ 250 Fahrzeugen nicht das größte der Motormuseen der Welt, aber sicherlich in Präsentation, Archiv und „Wissenschaftlichkeit“ eines der besten.

Meist am ersten September-Wochenende lockt der weltberühmte „Beaulieu Autojumble“ rund 30.000 Besucher aus aller Welt zum „Raubzug“ nach Beaulieu, aber wer hat auf Europas größtem Flohmarkt für Autos und Automobilia Zeit für einen Museumsbesuch?

Aber ein Besuch in der Ruhe eines sonnigen Frühlingstags lohnt sich alle Mal.

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Jetzt sind wir auf den Geschmack gekommen...

...dass wir sogar die rund einhundert Meilen „ins ferne London“ fahren, wo der „Classic Car Boot Sale“ lockt. King’s Cross ist nicht nur einer der größten Bahnhöfe Londons, sondern ist resp. war auch ein „underused industrial wasteland“ oder weniger british elegant ausgedrückt, eine übelbeleumundete, „abgefuckte“ Industriebrache, die kürzlich zum größten Stadtentwicklungsgebiet Londons wurde, wo auf 27 Hektar neue Wohnungen und Büros, Shops, Galerien und Restaurants und sogar eine Universität entstehen.

In dieser schick-dynamischen Umgebung aus konvertierten Industriehallen, modernen Bauten und vielen, vielen Baustellen, ist eine schick-dynamische Veranstaltung wie der „Classic Car Boot Sale“ gerade richtig am Platz.

 „Car Boot Sale“ ist die englische Bezeichnung für einen Flohmarkt, wo die Waren auf dem Kofferraum des Autos, aus dem „Car Boot“ heraus angeboten werden. Hier ist das Angebot hauptsächlich Vintage Mode, Antiquitäten, Schmuck, etc. – Autoteile und Automobilia wird man weitgehend vergeblich suchen – die aus den Kofferräumen von klassischen Autos verkauft werden. Alles sehr schick, stylisch und alles außer muffig und dreckig, aber nicht unsympathisch. Ein Dutzend „Food Trucks“ sorgen für das leibliche Wohl der Besucher.

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Letzter Tag


Den heutigen Tag lassen wir uns sicher nicht von alten Autos verderben – heute gibt’s nur mehr Strand und „good, oldfashioned Amusement“. Höchstens ein schneller Besuch im lokalen Zeitschriftengeschäft, mal schauen, ob die Austro Classic führen. Ja, so wäre es auch fast gekommen, wenn nicht die „beste Ehefrau von allen“ plötzlich gerufen hätte „Da rechts sind irgendwelche alte Autos …“, „Da rechts“ befindet sich, auf einem ehemaligen Flugfeld, im alten Kontrollturm das Museum der „Friends of the New Forest Airfields“ – fonfasite.wordpress.com – das gerne von lokalen Autoclubs für ein Treffen verwendet wird. Ein paar hundert Meter weiter lockt ein handschriftliches Schild „Car Boot Sale“ – nicht schick und stylisch wie in London, sondern mitten „in der Provinz“ und preisgünstig. Beachten Sie die Manschettenknöpfe: Wer könnte da zum Preis von £ 1,- (in Worten ein Pfund!) Nein sagen?


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