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Samstag, 18. November 2017
Rundes Jubiläum: 50 Jahre ARBÖ-Pannendienst Drucken E-Mail
Geschrieben von Wolfgang M. Buchta   

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Vor genau fünf Jahrzehnten startete der Automobilklub ARBÖ mit seinem Pannendienst. Grund genug, dieses Jubiläum gebührend zu feiern.

Auch Regen konnte die gute Stimmung auf dem Wiener Rathausplatz am Samstag, den 16.  September 1967, nicht trüben. 37 Techniker – damals noch ausschließlich Männer – standen mit stolz geschwellter Brust vor ihrem neuen Arbeitsgerät: einem Puch 500, angetrieben von einem Motor mit sage und schreibe 16 PS, ausgestattet mit sämtlichen Werkzeugen und Geräten, um liegengebliebene Fahrzeuge auf Österreichs Straßen wieder flott zu machen.  Es war die Geburtsstunde des ARBÖ-Pannendienstes.

Im Laufe der folgenden fünf Jahrzehnte entwickelte sich der Pannendienst zu einer der wichtigsten Säulen des ARBÖ, wie folgende Zahlen belegen: insgesamt wurden die ARBÖ- Pannenhelfer 7 Millionen mal gerufen um Hilfe zu leisten. Dabei legten die „weißen Bernhardiner“, so der liebevolle Name für die Pannenfahrzeuge, mehr als 130 Millionen Kilometer zurück, was 170 mal der Strecke zwischen Erde und Mond gleichkommt.

Heute sind mehr als zehnmal so viele ARBÖ-Pannenhelfer für die schnelle Hilfe in ganz Österreich verantwortlich: 400 Techniker sind rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr unterwegs um Pannen zu beheben. Damals wie heute sind es nahezu die gleichen Gebrechen die behoben werden müssen: Seit Jahrzehnten rangieren streikende Batterien, Reifenschäden und Elektrikprobleme auf den Top-3-Plätzen des Pannenrankings. Zu den Technikern auf der Straße kommen nochmals so viele Mitarbeiter, die in den Prüfzentren, in der Verwaltung oder im Contact Center um bestes Mitgliederservice bemüht sind. Apropos Contact Center: Dieses wurde Anfang 2017 in Wien zentralisiert. Rund 20 Mitarbeiter koordinieren den reibungslosen Einsatzablauf, wobei die Pannenannahme im Durchschnitt gerade einmal 2,5 Minuten dauert und der Pannenfahrer in 30 bis 45 Minuten vor Ort ist. Das heißt, nach nicht einmal einer Stunde setzen ARBÖ-Mitglieder größtenteils ihre Fahrt fort, denn 9 von 10 Pannen können von den ARBÖ-Technikern direkt an Ort und Stelle behoben werden. Dazu sind die Pannenautos mit modernstem Equipment ausgestattet, das heute insgesamt rund 200 Teile umfasst.

Schnelle Hilfe ist heute gefragter denn je, wie KommR. Mag. Gerald Kumnig, ARBÖ- Generalsekretär, weiß: „Unsere Mitglieder verlassen sich darauf, dass wir alles Erdenkliche unternehmen um die Weiterfahrt möglich zu machen. Das ist auch der große Unterschied zu anderen Mobilitätsdiensten und ein Grund, warum uns zufriedene Mitglieder seit Jahrzehnten ihr Vertrauen schenken. Eine aktuelle Umfrage bestätigt diese Aussage, denn die meisten Kunden empfehlen den ARBÖ weiter. Bei uns hat der betroffene Fahrer im Pannenfall – und eine Panne ist stets eine Ausnahmesituation – persönliche Betreuung. Bis hin zu Ersatzfahrzeugen, die wir unseren Mitgliedern zur Verfügung stellen, oder Versicherungsangeboten die wir anbieten. Dies zeigt, wie wichtig unsere Dienstleistung ist und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Wir gehen davon aus, dass künftig das Pannenaufkommen aufgrund der komplexen Technologien der Fahrzeuge steigen wird.“

Auch wenn der ARBÖ jetzt dieses runde Jubiläum feiert, so ist der Blick stets in die Zukunft gerichtet, wie KommR. Mag. Gerald Kumnig weiter ausführt: „Mobilität heißt Bewegung, undals Mobilitätsklub dürfen auch wir nicht stehenbleiben, sondern müssen die Herausforderungen annehmen.“ So werden beispielsweise sämtliche ARBÖ-Standorte nach und nach mit E-Ladepunkten ausgestattet, und Teile des Fuhrparks, wenn auch noch nicht die Pannenautos, auf Elektroantrieb umgestellt. Im städtischen Bereich setzt der ARBÖ seit kurzem auch ein Elektro-Pannenrad ein.

Für den ARBÖ gehört aber nicht nur der klassische Pannendienst zum Mitgliederservice sondern auch die Vertretung aller mobilen Menschen in der Öffentlichkeit: „Die Hilfe im Pannenfall ist ein wichtiger Aspekt. Ebenso wichtig ist aber die Vertretung aller Menschen, die auf individuelle Mobilitätslösungen angewiesen sind oder oftmals auch nicht darauf verzichten möchten. Gerade Autofahrer haben es derzeit nicht leicht, weshalb es umso wichtiger ist, dieser Personengruppe auch in den kommenden 50 Jahren eine starke Stimme zu geben“, so Kumnig abschließend.

Die Geburtsstunde des ARBÖ schlägt am 30. April 1899 im Gasthaus „Zur roten Brez’n“ im 16. Wiener Gemeindebezirk mit dem Zusammenschluss von 1.300 Mitgliedern zum „Verband der Arbeiter- Radfahrervereine Östereichs“. Beim 15. Verbandstag vom 22. Bis 24. Mai 1926 in Linz wird der Name auf Arbeiter-Radfahrerbund Österreich (A.R.B.Ö.) geändert und um eine Motorradsektion erweitert.  Knapp sechs Jahre später kommt es abermals zu einer Namensänderung: Ab 5. Jänner 1932 heißt der Verein „Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund Österreichs“, und erstmals erscheint auch die Abkürzung ARBÖ am Cover der Verbandszeitung. Noch vor der bis heute gültigen Umbenennung in „Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs“ im Rahmen des Bundestags am 7. und 8. April 1962, wird der Vorläufer des heutigen Pannendienstes ins Leben gerufen: Mit dem 1957 eingeführten technischen Dienst werden erstmals Fahrzeuge überprüft. Am 16. September 1967 nimmt schließlich der professionelle Pannendienst im Rahmen eines Festaktes auf dem Wiener Rathausplatz mit 37 Puch 500 seinen Betrieb auf.

www.arboe.at

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