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Dienstag, 16. Januar 2018
Helmut Retter und Walter Larcher... verzweifelt gesucht Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   

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Zwei Personen und viele offene Fragen: Im Jahr 1955 holten die Österreicher Helmut Retter und Walter Larcher auf Mercedes-Benz 180 D den Klassensieg in der erstmals ausgerichteten Diesel-Klasse. Mit diesem Ergebnis trugen sich die beiden in die ewige Bestenliste des legendären 1.000-Meilen-Rennens ein – als erste Österreicher. Viel wissen wir allerdings heute nicht mehr von den beiden Motorsportlern.

Das sind die vorhandenen Informationen: Der Impuls für die Teilnahme an der Mille Miglia 1955 dürfte auf die Tätigkeit des Innsbrucker Oberingenieurs Retter zurückgehen: Er war Inhaber der Mercedes-Benz Landesvertretung in Innsbruck, Bundesland Tirol. Larcher war einer seiner engsten Mitarbeiter. Es war wohl die Überzeugung von der Langstreckenqualität des erst ein Jahr zuvor präsentierten Typs 180 D (W 120), die das Duo zur Bewerbung für die Mille Miglia bewegte. Nur ein einziges Mal fuhren die Österreicher vor dem Rennen die komplette Strecke ab. Doch im Rennen erwiesen sie sich als unschlagbares Team, das kam, sah und siegte: Die Diesel-Klasse startete als erste und bereits am Vorabend ab 21 Uhr, um das schnellere Feld der Sportwagen und Rennboliden nicht zu behindern. Retter und Larcher fuhren in ihrer grauen Limousine mit der Startnummer 04 ein bravouröses Rennen und kamen nach 16 Stunden, 52 Minuten und 25 Sekunden in Brescia über die Ziellinie. Es war ein echtes Rennen am Limit und gegen die Uhr, so schnell es mit einem nur 29 kW (40 PS) starken und 1.200 Kilogramm wiegenden Fahrzeug eben ging, dessen serienmäßige Höchstgeschwindigkeit mit 110 km/h angegeben wird. Die erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit von 94,65 km/h zeugt davon.

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Zwei weitere 180 D machten sogar den Dreifachsieg in der Diesel-Klasse für Mercedes-Benz komplett. Ein Erfolg, der zum Siegeszug des Diesel-Personenwagens beitrug. Noch im gleichen Jahr setzte Mercedes-Benz mehr als 20.000 Dieselfahrzeuge dieses Typs ab, und bis 1962 verkaufte sich der 180 D immerhin 149.922 Mal – das sind so viele Diesel-Limousinen eines Typs wie nie zuvor. Den einzigartigen Sieg von Helmut Retter und Walter Larcher trägt jeder einzelne davon in sich. 1956 und 1957 kehrten sie mit einem „Ponton“-Typ 220 zur Mille Miglia zurück. Im einen Jahr schieden sie vorzeitig aus, im anderen kamen sie nach 13 Stunden, 29 Minuten und 22 Sekunden als Dritter ihrer Klasse ins Ziel.

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Zu beiden Heroen bleiben vielen Fragen offen. Das beginnt bereits bei den Lebensdaten. Helmut Retter wurde 1909 geboren und starb 1973 – beides vermutlich in Innsbruck, doch kann das jemand bestätigen? Und sind Tag und Monat auch bekannt? Bei Walter Larcher steht man noch mehr im Dunkeln, noch nicht einmal Geburts- und Todesjahr sind bekannt, geschweige denn die Orte. Hat jemand diese Angaben parat? Und kann jemand weitere Hintergründe zur Teilnahme an der Mille Miglia beisteuern ? Bestritten die beiden Mille-Miglia-Sieger danach noch weitere Motorsportveranstaltungen? Gibt es aus ihrem Leben außerdem spannende und erzählenswerte Episoden?

Auch die kleinsten Hinweise bitte unter www.austroclassic.com -> Redaktion an die Redaktion. Wir reichen diese an Mercedes-Benz Classic weiter...

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