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Samstag, 14. Dezember 2019
Die Limousine der Könige - die Königin der Limousinen Drucken E-Mail
Geschrieben von Christian Vanik   

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Es ist einzigartig in der Automobilgeschichte, dass ein Modell über ein Vierteljahrhundert nach dem Produktionsende, noch dazu von einer seit über zehn Jahren eingestellten Marke, nach wie vor Nummer 1 bei den Königshäusern ist. Wie es dazu kam, warum dies so ist und bleiben wird, erzählt diese Geschichte.

 

Die renommierten Vorgänger

Daimler, gegründet 1896 in Coventry, ist die älteste Automobilmarke Großbritanniens. Wie der Name vermuten lässt, wurden zu Beginn Motoren nach der Lizenz von Daimler/Stuttgart gefertigt, doch schon nach kurzer Zeit emanzipierte man sich von der deutschen Technik und überflügelte sie sogar. Daimler aus Coventry war 1926 der erste europäische Hersteller von 12-Zylinder-Motoren, drei Jahre vor Maybach, fünf Jahre vor Horch, neun Jahre vor Rolls-Royce und zehn Jahre vor Mercedes-Benz. Daimler/Coventry war aber vor allem die bevorzugte Marke der Königshäuser weltweit, die sich stark am britischen Königshaus orientierten. Dort hatte Daimler von 1900–1950 eine Monopolstellung.
 
König George VI. hatte einen offiziellen Fuhrpark bestehend aus sechs Daimler Straight Eight (DE 36, 8-Zylinder in Reihe, 5,5 Liter Hubraum), vier mit Landaulet-Karosserie und zwei als viertürige Cabriolets ausgestaltet, dazu kam sein privates zweitüriges Daimler 2½litre Cabriolet. Alle Karosserien stammten vom renommiertesten Englischen Coachbuilder, Hooper & Co. in London. Hooper war ein Tocherunternehmen von Daimler, fertigte aber auch Karosserien auf Rolls-Royce- oder Bentley-Fahrgestelle. Rolls-Royce brachte seinen Fuß nicht in die Tür des Königshauses, einzig bei indischen Maharadschahs war man hoch im Kurs.

In England galt lange die Einschätzung, dass der Adel Daimler fahren würde und Rolls-Royce die Marke von Neureichen wäre. Dieses Bild brachte erst Prinz Philip ins Wanken, der gleich nach der Heirat seiner Gattin und Thronfolgerin des Vereinigten Königreichs eine Rolls-Royce Phantom IV-Limousine als Privatwagen schmackhaft machte. Als sie ihrem Vater 1952 nachfolgte, nahm sie den Privatwagen in den offiziellen Fuhrpark auf. Damit begannen Jahre der Wende für Daimler – man hatte nun einen Rivalen im Kampf um königliche Aufträge. Die erste nach dem Zweiten Weltkrieg präsentierte Baureihe „DE 27/DE 36“ war bei Royaler Kundschaft sehr erfolgreich. Neben den schon erwähnten sechs Straight Eight im Vereinigten Königreich, wurden auch 18 Exemplare für die Besuche des Königshauses in Südafrika, Australien und Neuseeland gefertigt. Neben dem Monarch des Vereinigten Königreiches wollten auch König Bhumibol Adulyadej von Thailand, König Mohammed Zahir Shah von Afghanistan, Kaiser Haile Selassie von Äthiopien, Königin Wilhelmina der Niederlande und Fürst Rainier von Monaco einen Daimler Straight Eight.

Der schwedische König gab sich etwas bescheidener und begnügte sich mit der kleineren Four Litre-Variante mit kürzerem Radstand (DE 27, 6-Zylinder in Reihe, 4,1 Liter Hubraum).

Diese Aufzählung zeigt, dass der Daimler DE 27/36 dem vielgerühmten Rolls-Royce Phantom IV bei royalen Staatsoberhäuptern überlegen war, denn dieser hatte diesbezüglich nur den Schah von Persien, den Emir von Kuwait und den König des Irak vorzuweisen. 1952 war die Produktion des DE 27 und im Jahr darauf auch die des DE 36 ausgelaufen.

Die Automobilwelt hatte sich komplett geändert, die Hersteller hochpreisiger Chauffeurlimousinen mit Spezialkarosserien waren mit einem rapide schrumpfenden Markt konfrontiert, während die Massenmotorisierung im wahrsten Sinn des Wortes Fahrt aufnahm. Alfa Romeo etwa hatte sich wie Daimler dieser Umorientierung zu stellen und wie die Geschichte zeigen sollte, das recht gut hinbekommen. Man baute Vierzylinder statt Sechszylinder, aber mit sportlichem Anspruch und auch wenn die Karosserien nicht mehr so individuell waren wie vor dem Krieg, so war doch durch eine Vielzahl an Coupé- und Cabriolet-Varianten für ein vielfältiges Erscheinungsbild gesorgt. Alfa Romeo hatte freilich auch das Glück, keinen nennenswerten Gegenspieler im neu entdeckten Marktsegment in Italien zu haben. Daimler hatte ihn sehr wohl. Der neue Daimler mit Pontonkarosserie, der 1951 präsentierte „Regency“, war mit 5 Meter gleich lang wie der Jaguar Mk.VII. Er sah aber nicht so gut aus wie der Jaguar, hatte einen schwächeren Motor, war damit langsamer und kostete um über ein Drittel mehr (2.335 GBPs gegenüber 1.693 GBPs). In vier Jahren (1951–1955) wurden nicht einmal 400 Exemplare des Regency verkauft, vom Mk.VII über einen gleich langen Zeitraum (1950–1954) hingegen fast 21.000. Dieselbe Diagnose muss man für den Daimler Special Sports im Vergleich zum Jaguar XK 120 treffen. Daimler hatte es somit nicht geschafft, in der gehobenen Mittelklasse erfolgreich anzukommen. Tragischerweise wiederholte man den falschen Ansatz auch in der Luxusklasse. Die Limousine „Regina“ von 1954 war mit einem 4,6 Liter Reihen-Sechszylinder und Pontonkarosserie von Hooper objektiv um nichts schlechter als die drei Jahre später vorgestellte Mercedes 300d Pullman-Limousine. Die hatte jedoch keinen stilistisch großen Vorgänger, aus dessen Schatten sie treten musste. Daimler bemühte 1955 auf gleicher technischer Basis Carbodies um einen alternativen Karosserie-Entwurf, der deutlich individueller ausfiel und das spätere typische London-Taxi von 1958 erahnen ließ. Auch er sollte jedoch ein Einzelstück bleiben, das Serienmodell des „DK 400“ von Carbodies war noch hausbackener als der Regina.

Dann war wieder Hooper an der Reihe, wo man im zweiten Anlauf 1955 ein Karosseriedesign für den DK 400 schuf, das die Königin-Mutter ansprach. Mit dem König von Afghanistan, der ein viertüriges Cabriolet auf dieser Basis orderte und 1957 erhielt, konnte zumindest ein regierender Monarch ebenfalls überzeugt werden. Das ungleiche Match zwischen Daimler und Jaguar setzte sich in den nächsten Jahren fort. Jaguar brauchte bald mehr Platz, um die Produktion der Nachfrage anzupassen und übernahm schließlich 1960 das Daimler-Werk, während Daimler vor der Übernahme kein echtes Erfolgsmodell mehr gelang.

Der Majestic Major war der letzte Aufguss des hausbackenen Regency, einzig sein 4,6-Liter-V8-Motor machte ihn bemerkenswert.

Die 1959 unter der Bezeichnung DR 450 präsentierte verlängerte Limousinen-Version war der schnellste Achtsitzer seiner Zeit. 220 PS ermöglichten einen Sprint auf 100 km/h in nur 12 Sekunden und 190 km/h Höchstgeschwindigkeit. König Hussein von Jordanien bestellte gleich vier der schnellen Limousinen, die speziell für den Transport von Würdenträgern und Gästen vorgesehen waren und bis 1975 zum Einsatz kamen. Der König von Thailand orderte 1963 einen DR 450 für den persönlichen Gebrauch als Staatskarosse. Dazu wurde dieser als einziges Exemplar zum Landaulet umgestaltet. Auch wenn er motorisch dem Straight Eight des Königs von 1949 gewachsen war, optisch war er es ihm wahrsten Sinn des Wortes nicht. Der DR 450 sollte wieder verschwinden, während das ältere Landaulet auch noch dem heutigen König dient.

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Die neue Ära

 

 Jaguar-Chef Sir William Lyons hatte rasch erkannt, dass der nach wie vor gute Ruf der Marke Daimler Chancen bot, das ohnehin schon hochwertige Segment, das Jaguar abdeckte, nochmals nach oben zu erweitern.

Den Anfang machte 1962 das Erfolgsmodell Jaguar Mk.2, das mit im Wesentlichen zwei Veränderungen zum Daimler 2½litre V8 wurde. Außen wurde der Kühlergrill, wie bei Daimler Tradition, im oberen Bereich gewellt gestaltet und unter der Motorhaube kam kein 6-Zylinder XK-Motor von Jaguar, sondern ein 2,5 Liter V8 von Daimler zum Einsatz. Diese interessante Kombination ersetzte den braven Daimler „Conquest“, traf damit voll den Geschmack der Daimler-Kunden und wurde mit 17.884 Stück zum bis dahin erfolgreichsten Modell der Marke Daimler. William Lyons war dadurch ermuntert, ein weiteres Daimler-Modell ins Leben zu rufen. Der Daimler Sovereign von 1966 entsprach bis auf den Kühlergrill dem Jaguar 420, der noble Ruf der Marke Daimler machte es aber möglich, für ihn fast 7% mehr zu verlangen. Auch er wurde zu einem großen Erfolg – fast jeder dritte Käufer griff zum Daimler. An der Spitze der Jaguar-Palette war seit 1961 der Mk.X, der ab 1966 die Bezeichnung 420 G erhielt. Er war hinreißend schön und mit 5,13 m für damalige Verhältnisse auch riesengroß – eine Steigerung schien nicht vorstellbar.

Sir William Lyons hatte Jaguar aber 1966 mit der British Motor Corporation (BMC) fusioniert, die eine breite Markenpalette vom Mini bis zur Vanden Plas 4litre Princess Limousine hatte. Die erste Version dieses Spitzenmodells, die Austin 135 Princess 4litre Limousine hatte mit zwei Exemplaren 1952 sogar Einzug in den Fuhrpark des britischen Königshauses gefunden, indem die beiden ersten Vorserienmodelle der Königin zum Geschenk gemacht wurden. In der Vanden Plas 4litre Princess Limousine hatte Sir William Lyons das Modell gefunden, das er mit einem eigenen Entwurf übertreffen wollte. Den Antrieb dazu hatte er mit dem 4,2 Liter XK-Motor schon im Regal, das Chassis des Mk.X war exzellent und, um 53 cm verlängert, auch geeignet, eine Limousinen-Karosserie aufzunehmen.

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Der neue Stil


Sir William Lyons machte sich daran, für diese Technik einen Design-Entwurf zu gestalten. Er hatte schon bei den Stil-Ikonen XK120, Mk.VII und E-Type seine Hände im Spiel, er sollte auch zum Gestalter der neuen Daimler Limousine werden. Die Front musste vier Scheinwerfer haben, um das „corporate design“ von Jaguar 420 und 420 G auf der nächsten Ebene fortzusetzen. Da von einer Limousine für Repräsentationszwecke aber ein erhabener Aus- und Einstieg gefordert ist, musste die Karosserie nicht nur 61 cm länger, sondern auch 23 cm höher sein als der 420 G. Im Vergleich zur DR 450 Limousine war sie nur 1 cm höher, aber 10 cm länger, im Vergleich zum Rolls-Royce Phantom V war sie 30 cm kürzer und 14 cm niedriger. In der obersten Automobilliga ist das Entscheidende das Erscheinungsbild. Um es kurz zu machen, Sir William Lyons sollte sich beim Styling wieder einmal selbst übertreffen. Er verband das moderne Jaguar-Design mit traditionellen Daimler- und Coachbuilder-Karosserieelementen. Das Ergebnis war gleichermaßen imposant, elegant und komfortabel. Von den Proportionen wie vom Styling war die neue Daimler Limousine perfekt zwischen einem Jaguar und einem Rolls-Royce angesiedelt. Sein Entwurf der Daimler Limousine war so überzeugend, dass der Entwurf des anderen Konzernteils für ein Nachfolgemodell der Vanden Plas Princess Limousine ohne Diskussion zurückgezogen wurde.

Damit sind wir auch schon beim Namen, den das neue Modell bekommen sollte. Die Daimler-Modelle trugen nach dem Zweiten Weltkrieg neben einem Modellnamen für die Öffentlichkeit auch interne Kurzbezeichnungen. Dabei stand der erste Buchstabe D für Daimler, der zweite war fortlaufend, die Zahl dahinter für die Steuer-PS oder den Hubraum, zumindest näherungsweise. Für den Nachfolger des DR 450 (Majestic Major Limousine, 1961–1968) war daher die Kurzbezeichnung DS 420 prädestiniert. Der Modellname für die Öffentlichkeit war brilliant einfach bzw. einfach brilliant. Da es kein fünfsitziges Modell gab, das verlängert wurde und auch keinen anderen Siebensitzer im Programm von Daimler, konnte man sich auf „Limousine*“ als Modellname beschränken. Es kam zur Entscheidung, bei Vanden Plas in London-Kingsbury die Lackierung und die komplette Innenausstattung vornehmen zu lassen, was zumindest drei Wochen in Anspruch nahm. Das war ökonomisch sinnvoll, weil dieser Flächen- und Zeitbedarf im florierenden Jaguar-Geschäft wie aus einer anderen Welt gewirkt hätte. Es war aber auch prestigemäßig klug, denn Vanden Plas war einer der renommiertesten Karosseriebauer neben Hooper, H. J. Mulliner, Park Ward oder Martin Walter. Der volle Name des neuen Modells lautete daher Daimler DS 420 Vanden Plas Limousine. Bei Vanden Plas hatte man auch die Spezialisten für die Erfüllung von Sonderwünschen der anspruchsvollen Kundschaft. Damit waren alle Voraussetzungen gegeben, wieder die allerhöchste Liga zu betreten.

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Die Rivalen


Ganz oben hatte sich in dem Vakuum, das Daimler nach dem Straight Eight 1953 hinterließ, Rolls-Royce einen Platz erobert. Nicht so dominant, wie oft vermeint, aber doch bemerkenswert. Für den Phantom V konnte Rolls-Royce fünf „nicht bürgerliche Herrscher“ gewinnen: Königin Elizabeth II. von Großbritannien, Kaiser Hirohito von Japan, König Hussein von Jordanien, Emir Sabbah III. von Kuwait und den Kalif Isa ibn Salman von Bahrain. Eine überarbeitete Version stand als Phantom VI knapp vor der Vollendung und wurde 1968, im selben Jahr wie der neue Daimler, präsentiert. Der Jaguar Slogan „Grace – Space – Pace“ war auch bei der Daimler DS 420 Limousine oberste Richtschnur. Sie sollte nicht nur höchsten Fahrkomfort bieten, sondern auch höchste aktive Fahrsicherheit. Für die neue Daimler Limousine waren daher Scheibenbremsen im Pflichtenheft im Unterschied zum Rolls-Royce Phantom V und Phantom VI, die sich mit Trommelbremsen begnügten. Es war gewiss das einzige Automobil dieser Klasse, das je forciert über eine Formel- 1-Strecke bewegt wurde sowie das Vorserien-Exemplar in Silverstone. Als Ergebnis daraus bot die Daimler Limousine höchsten Fahrkomfort für die Passagiere, war aber nicht so butterweich abgestimmt, dass man bei flotter Fahrt seekrank geworden wäre. Seekrank ist der passende Ausdruck, denn selbst Rolls-Royce-Bücher beschreiben den Phantom VI als einen fein tapezierten Öltanker. Der Rolls-Royce hatte das Fahrverhalten eines LKW und der Chauffeur musste bremsen, ehe die Fahrer der vorausfahrenden Fahrzeuge auch nur daran dachten. Die sanfte Dynamik war der große Unterschied des Daimler DS 420 zum Rivalen Rolls-Royce Phantom VI. Der Rolls-Royce hatte einen 6,2-Liter-Motor, brauchte aber 14,2 Sekunden, um 100 km/h zu erreichen, während der Daimler mit 2 Liter Hubraum weniger die 100 km/h-Marke nach 13 Sekunden überschritt. Der Daimler verband die Imposanz eines Rolls-Royce mit der Dynamik eines Jaguar. Bei höherer Fahrdynamik kam der Daimler auf 20 Liter Verbrauch für 100 Kilometer, der Rolls-Royce brauchte 25 Liter dafür. Der Daimler war ab 4.425 Britischen Pfund inklusive Steuern zu haben, beim Rolls-Royce waren 12.843 Pfund das Mindestgebot.

Das einzige Automobil, das diesen beiden Ikonen nahekam, war die optisch einfache Stretch-Limo Mercedes 600 mit 6,3 Liter V8-Motor, die ungefähr dazwischen lag mit umgerechnet 8.571 Britischen Pfund.
Die Daimler DS 420 Limousine wurde am 11. Juni 1968 präsentiert und das zweite Modell der Produktion war ein Modell mit einem kleinen im Dach integrierten Blaulicht – das britische Statussymbol, das nur Automobile des Königshauses tragen durften. Diese Zielgruppe hatte Lyons also von Anbeginn unverhohlen im Auge. Der Wagen wurde als Werkswagen für spezielle Kundschaft zur Verfügung gehalten.

König Frederik IX. von Dänemark


Der erste König, der bereits im April 1968 in genau dieser Vorführ-Limousine mit dem Kennzeichen MDU 808F fuhr, war Frederik IX. von Dänemark, als er zusammen mit Königin Ingrid anlässlich der Ausstellung „Denmark in Britain“ in London war. Er fand Gefallen an dem Modell und bestellte ein Exemplar im Laufe des Jahres 1969, welches im März 1970 an den König übergeben wurde. Es war ein Vorführmodell ohne Blaulicht am Dach mit schwarzer Lackierung. Das Passagierabteil war mit grauem Stoff ausgekleidet, das Fahrerabteil in schwarzem Leder. Die Glas-Trenn-wand dazwischen war händisch zu bedienen wie auch die Fensterheber. Die Fahrzeuge des dänischen Königshauses haben alle eine spezielle Nummerntafel mit einer Krone als Symbol.

 Das ranghöchste Modell trägt nur eine große Krone, wird aber nur etwa ein halbes Dutzend Mal pro Jahr eingesetzt. Alle weiteren Modelle haben ein Kennzeichen mit kleiner Krone und einer Nummer. Die Daimler Limousine erhielt die Nummer „1“. Daraus ergibt sich, dass der Daimler die ganzjährige Repräsentationslimousine des Königs bis zu seinem Tod 1972 war.

Fürst Rainier III. von Monaco


war unter den ersten Bestellern des Daimler Straight Eight unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg und erhielt seine Limousine mit Karosserie von Hooper noch im November 1945. Sie wurde von einem Rolls-Royce Silver Cloud abgelöst, der 1970 selbst in die Jahre gekommen war.

Die neue Daimler Limousine gefiel dem Fürsten so gut, dass er sie am 12. November 1970 in England selbst abholte und mit einem Transportflugzeug nach Südfrankreich bringen ließ. Da der Daimler danach nur mehr im Fürstentum und zu offiziellen Zeremonien bewegt wurde, ist er wohl das Exemplar mit der geringsten Laufleistung weltweit.

Die Limousine des Fürsten hatte ein Blaulicht am Dach und war in zwei Farbtönen lackiert. Motorhaube, Dach- und Heckpartie waren in einem hellen Farbton gehalten, der die Bezeichnung „Seide“ trug und wie eine Mischung aus Gold, Silber und Blassgrün wirkt, der Rest Schwarz. Es war exakt der gleiche Farbton wie beim Silver Cloud. Die Sitzbank im Fahrerabteil war mit schwarzem Leder bezogen, das Abteil für den Fürsten war mit West of England-Stoff im Farbton „Fawn“ (beige) ausgekleidet.

Die DS 420 Limousine sollte bis zum Tod des Fürsten im Jahre 2005 das State Car bleiben.

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Königin Elisabeth, die Königin Mutter des Vereinigten Königreichs


Zu Jahresende 1970 konnte sich Daimler auch über eine Lieferung an das britische Königshaus freuen. Die Königin Mutter („Queen Mum“) hatte nach dem Tod ihres Mannes, König Georg VI. im Jahre 1952 stets Daimler als Privatwagen.

Zunächst zwei Straight Eight Landaulettes von 1949 aus dem Fuhrpark des verstorbenen Königs, die ihr bis zu Beginn der 60er-Jahre dienten. 1955 kam dann eine „4½litre“ Limousine dazu – sie war damit quasi ein Stammkunde von Daimler. Sie besuchte sogar das Werk von Vanden Plas, um ihre DS 420 Limousine in der Endphase der Produktion zu besichtigen und letzte Änderungswünsche zu deponieren. Ihr Modell sollte sich in zahlreichen Details von den anderen unterscheiden. Es hatte hinter dem Blaulicht auf dem Dach eine Halterung für ihr Wappenschild. Auf der Motorhaube über dem Kühlergrill wurde eine Halterung für die spezielle Kühlerfigur, den britischen Löwen, vorgesehen. Sie stammte noch von König George VI. Über der vorderen Stoßstange war im Bereich des Kühlergrills eine kleine Stange angebracht, um weitere Abzeichen anbringen zu können.

Die Königin Mutter fand, dass die Regenrinnen besser nicht verchromt, sondern schwarz lackiert sein sollten und auch die beiden Chromleisten, die sich über die Wagenseiten spannten, wollte sie durch einen Lackstreifen ersetzt wissen. In dieser letzten Änderung sahen auch die Produktionsverantwortlichen einen Vorteil und änderten wenig später dieses Detail bei allen Modellen.

Bei der Lackierung entschied sich die Königin Mutter für die traditionelle Zweifarb-Kombination des britischen Königshauses von Schwarz und einem dunklen Rot-Ton („Royal Claret“). Am Wagen der Königin Mutter waren dabei die Motorhaube, das Dach und der Kofferraum schwarz, die anderen Teile in Royal Claret gehalten. Für das Fahrerabteil wurde dunkelblauer Stoff der höchsten Güte (West of England Cloth) gewählt, so wie er auch im Passagierabteil zum Einsatz kam, hier freilich im Farbtown „Fawn“.

König Hussein von Jordanien


hatte vom Daimler DR 450 vier Stück aus 1959 in seinem Fuhrpark, 1961 kamen zwei Rolls-Royce Phantom V dazu. 1970 gab der König über die Jordanische Botschaft in London die Bestellung für eine DS 420 Limousine ab, die am 8. Dezember fertiggestellt wurde und vermutlich nur wenig später der Botschaft übergeben wurde.

Die Lackierung trug die Farbbezeichnung „Sand“ und entsprach jenem Farbton, der für alle offiziellen Fahrzeuge des Königshauses zum Einsatz kam. Im Inneren wie gewohnt West of England-Stoff im Farbton „Fawn“ im Königsabteil, während der Fahrer auf nicht gerade temperaturfreundlichem schwarzen Leder seiner Aufgabe nachgehen musste. Die bestand unter anderem darin, mit der DS 420 Limousine die Söhne des Königs, Abdulah und Faisal zur Schule zu bringen.

Abdulah ist seit dem Tode seines Vaters im Jahre 1999 König von Jordanien und hat dem Andenken an seinen Vater ein Automobilmuseum gewidmet, in dem die schönsten Modelle, die der Automobilenthusiast König Hussein über die Jahre gesammelt hat, präsentiert sind. Dort kann man heute auch die DS 420 Limousine bewundern. Die DS 420 des Königs von Jordanien war nicht die erste in der Region. Da Qatar aber erst 1971 seine Unabhängigkeit erlangte, muss die zuvor erfolgte Lieferung einer Limousine mit zahlreichen Goldverzierungen an Scheich Ahmad bin Ali Al Thani hier ausgeklammert werden.

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Großherzog Jean von Luxemburg


Die Daimler Limousine fand nach Dänemark, Monaco und Großbritannien auch in Zentraleuropa großen Gefallen. Großherzog Jean von Luxemburg bestellte ebenfalls noch im Jahre 1970 eine DS 420, die am 7.1.1971 fertiggestellt und am 15.3.1971 über den belgischen Automobilimporteur „Belgium Motor“ ausgeliefert wurde.

Die Innenausstattung war die beliebteste Kombination von schwarzem Leder im Fahrerabteil und „Fawn“ West of England-Stoff im Passagierabteil. Die Lackierung war dunkelblau bzw. ganz präzise „Westminster Blue“. Für die Limousine kamen zwei Kennzeichen zur Anwendung.

Bei Anlässen von besonderer Bedeutung wie etwa der Parade am Nationalfeiertag oder bei Staatsbesuchen kam alleine eine Tafel mit einem Krone-Symbol zum Einsatz, im alltäglichen Dienst für den Großherzog trug der Daimler das Kennzeichen mit der Nummer „1“.

Sultan Qabus ibn Sa’id Al Sa’id von Oman

 

 war der nächste Kunde unter blaublütigen Staatsoberhäuptern. An ihn wurden im Jänner 1972 gleich zwei Limousinen mit den Chassis-Nummern 1M 20051 und 1M 20052 ausgeliefert. Sie hatten schwarze Lackierung, schwarzes Leder im Fahrerabteil und „Fawn“-Stoff im Passagierabteil. Leider war von diesen beiden Limousinen kein Bildmaterial aufzutreiben.

Königin Margarethe II. von Dänemark


Das Jahr 1972 begann für Dänemark mit einem Schock, der beliebte König Frederik IX. war am 14. Jänner im Alter von 72 Jahren und nach einer fast 25-jährigen Regentschaft gestorben. Nun musste seine erst 31-jährige Tochter Margarethe seine Nachfolge antreten. Damit ging auch der Fuhrpark des Königs auf sie über, darunter die Daimler Limousine von 1969.

Der gleichermaßen repräsentative wie alltagstaugliche Daimler war nun noch mehr gefragt. Margarethe II. hatte vor knapp fünf Jahren geheiratet und zwei Söhne im Alter von drei bzw. zwei Jahren. Daneben sollte die DS 420 Limousine auch der Witwe des verstorbenen Königs weiter zur Verfügung stehen, wenn sie offizielle Termine wahrnahm. Die Königin kam bald zu dem Entschluss, dass eine zweite Daimler Limousine notwendig ist und gab eine entsprechende Bestellung ab. Das Modell, das im Juni 1974 an sie übergeben wurde, erschien wie eine Kopie des ersten Daimler am Dänischen Hof. Ebenfalls in schwarz lackiert und mit schwarzem Leder im Fahrerabteil ausgekleidet, war alleine der Wechsel von „Grey“ zu „Fawn“ im Passagierabteil die einzige Änderung der Ausstattung. Von außen waren die beiden Limousinen nur an einem Detail zu unterscheiden, das im Zuge der Modellpflege im Sommer 1972 geändert wurde.

Die DS 420 bot anfangs die Möglichkeit, alle drei Seitenfenster abzusenken. Da auch die beste Abdichtung an der Unterseite eines Fensters nicht alles Regenwasser abhalten kann, haben Türen auf der Unterseite Auslauflöcher. Die Fenster in der dritten Reihe waren aber nicht Teil einer Tür und es hätte Austrittslöcher im Wagenboden gebraucht, um Korrosion zu verhindern. Stattdessen entschied man sich, das letzte Seitenfenster zu einem großen Ausstellfenster zu machen, was vorteilhaft war für eine zugfreie Entlüftung. Huldvolles Winken aus dem geöffneten Seitenfenster gehörte damit aber der Vergangenheit an.

Ein anderes Potential der DS 420 Limousine kam dafür für die junge Königin zum Tragen. Die aus- und einklappbaren Zusatzsitze in der zweiten Reihe waren von ihrem zierlichen Format wie geschaffen für die beiden Söhne, Kronprinz Frederik und Prinz Joachim, die sie mit dem Daimler zur Schule bringen ließ.

Königin Ingrid (die Königin Mutter) von Dänemark


Die Witwe des verstorbenen Königs hatte ab 1974 die Daimler Limousine von 1969, die ihr Mann 1970 übernommen hatte, zu ihrer alleinigen Verfügung. Sie sollte ihr noch über ein Vierteljahrhundert dienen, bis zu ihrem Tod im November 2000.

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König Yahya Petra Ibni Almarhum Ibrahim von Malaysia


In Malaysia wird der Monarch gewählt, aber nicht vom Volke, vielmehr machen die Herrscher der Teilregionen einen aus ihrer Mitte durch Wahl zum Oberhaupt, dem „Yang di-Pertuan Agong“. Er nimmt damit den Rang eines Königs ein. Der 1975 in diesen Rang erhobene Sultan von Kelatan, Yahya Petra Ibni Almarhum Ibrahim war der erste Monarch aus dem Fernen Osten, der eine Daimler DS 420 Limousine bestellte. Sein Modell mit der Chassis-Nummer 1M 3494 BW wurde am 30. August 1977 fertiggestellt und in der Folge an ihn ausgeliefert. Auch von diesem Modell ist leider kein Bildmaterial verfügbar.

Produktionsverlagerung


1979 entschloss sich British Leyland das Vanden Plas-Werk zu schließen. Die Daimler Limousine wurde fortan bei Jaguar in Browns Lane Coventry gefertigt.

Sultan Hassanal Bolkiah von Brunei


Der Sultan von Brunei ist bekannt für seine Automobil-Sammelleidenschaft, die ganze Hallen füllt.

Sein Fuhrpark wäre nicht komplett ohne eine DS 420 Limousine. Das Modell, das ihm zugeschrieben wird, stammt von 1981 und war in England zugelassen, wo der Sultan mehrere Wohnsitze hat. Die Außenfarbe ist dunkelblau, der Stoff im Passagierabteil grau.

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Nachbestellungen


Die DS 420 Limousine war noch keine zehn Jahre am Markt und hatte schon sieben regierende Monarchen als Besteller gewonnen. Einige wurden nur zu besonderen Anlässen und auf Kurzstrecken benutzt, wie etwa das Exemplar des Fürsten von Monaco, andere waren fast täglich im Einsatz und kamen so auf eine respektable Laufleistung.

Die Limousine der Königin Mutter des Vereinigten Königreiches hatte 1978 bereits 70.000 Meilen erreicht und nachdem ihre Majestät äußerst zufrieden war mit dem Modell, bestellte sie ein Modell in der gleichen Spezifikation als Ersatz.

Das sollte sich unter den gleichen Voraussetzungen 1983 und 1986 wiederholen. Die einzigen Unterschiede, die man ausmachen kann, sind die allgemeinen Änderungen, welche die Limousine im Laufe der Jahre erfahren hatte. Die Stoßfänger waren zierlicher geworden, Blinker und Lufteinlässe an der Front rechteckig statt zuvor rund und auf dem Kofferraumdeckel war der Griff breiter geworden über einer länglichen statt zuvor quadratischen Kennzeichenhalterung. Spätestens das Modell von 1986 hatten am Wagenboden eine ausfahrbare Stufe, um der Königin Mutter den Ein- und Ausstieg zu erleichtern.

Auch Königin Margarethe II. von Dänemark ersetzte 1986 eine der beiden Daimler Limousinen durch ein neues Modell und zwar überraschenderweise nicht das ältere von 1969, sondern das jüngere von 1974. Das ältere Modell, das noch ihr Vater angeschafft hatte und das nun von Königin Ingrid genutzt wurde, stand quasi unter emotionalem Denkmalschutz, während ihre Limousine von 1974 in häufigem Einsatz war und gewiss eine deutlich höhere Laufleistung aufzuweisen hatte.

 as Ersatzmodell wählte sie in der etwas weniger formellen Farbe „Westminster Blue“. Bei der Innenausstattung blieb sie bei West of England-Stoff in „Fawn“, den sie nun aber auch ihren Begleitern im Fahrerabteil gönnte. Dort freute man sich auch über einen weiteren Vorteil, denn seit 1985 hatte die durchgängige Sitzbank zwei Einzelsitzen mit Kopfstützen Platz gemacht.

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Königin Elisabeth II. des Vereinigten Königreichs


Monarchen auf der ganzen Welt fahren Daimler Limousinen, doch was ist mit Königin Elisabeth II.? Dass eine Bestellung für eine Daimler DS 420 Limousine durch die Königin lange auf sich warten ließ, hatte einen ganz einfachen Grund. BMC hatte Ihr 1972 die beiden letzten Exemplare der 1968 ausgelaufenen Produktion der Vanden Plas Princess 4litre Limousine zum Geschenk gemacht und damit die Notwendigkeit, Daimler Limousinen zu bestellen, herabgesetzt.

Fast könnte man meinen, es war späte Rache der Austin-Leute an Sir William Lyons, der für das Produktionsende ihres Modells verantwortlich war.

Deshalb setzte Queen Elizabeth II. lange Zeit nur auf anlassbezogene Verstärkung ihres Fuhrparks durch Daimler DS 420 Limousinen. Mitglieder des Königshauses konnten stets auf eine vom Werk zählen und Daimler Hire hatte die Limousine in mehreren Dutzend vorrätig und half bei Staatsbesuchen aus. Eigens für einen Besuch der Königin in Jamaica wurde von der dortigen Regierung die teuerste aller DS 420- Limousinen in Auftrag gegeben. Vanden Plas sollte eine Landaulette herstellen. Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen wurde die Landaulette doppelt so teuer wie eine Limousine. Es verwundert nicht, dass Vanden Plas nur mehr einen weiteren Auftrag zur Umgestaltung erhielt. Jamaica konnte sich zumindest damit trösten, die Landaulette bei zwei Besuchen der Königin 1975 und 1983 nutzen zu können.

1984 war es dann aber soweit, das erste Exemplar für Königin Elisabeth II. hielt am 10. Februar Einzug in die Hofstallungen „Royal Mews“. Die Lackierung war „Black“ und „Royal Claret“, wobei im Unterschied zu den Limousinen der Königin Mutter auch Motorhaube und Kofferraum in Royal Claret lackiert waren. Das Passagierabteil hatte wieder einmal Stoff im Farbton „Fawn“. Die erste Ausfahrt machten Prinz Charles und seine Ehefrau Diana, welche der Jaguar/Daimler-Fabrik in Coventry einen Besuch abstatteten, wo der Wagen gebaut wurde.

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Ein neuer Auftritt


1968, im selben Jahr wie die Daimler DS 420 Limousine, hatte Jaguar eine weitere Ikone der Designgeschichte präsentiert, den Jaguar XJ. Dieses Modell wurde optisch zweimal deutlich überarbeitet, sodass man offiziell von Series 1 bis 3 spricht.

Die Serie 1 hatte wie die DS 420 massive Stoßfängerhörner, die Serie 2 ab 1973 nur zwei kleine Gummi-Auflagen an der vorderen Stoßstange. Die Limousine wurde 1977 dieser Optik angepasst. Das letzte Facelift für den XJ von Pininfarina im Jahre 1979 hatte dem Modell massive Kunststoff-Stoßfänger eingetragen, was mit anderen Farben als schwarz kein besonders gutes Bild abgab. Als man die Limousine 1987 auch modernisierte, nahm man diese Serie 3 zum Vorbild. Für die Limousine fiel das Ergebnis wesentlich harmonischer aus, was nicht zuletzt daran lag, dass die meisten Exemplare ohnehin schwarz waren und der schwarze Kunststoff somit nicht auffällig in Erscheinung trat. Die Unterkante der nun massiveren Stoßfänger blieb auf derselben Höhe, die Oberkante war höher angesiedelt. Der Kühlergrill, der bisher hoch aufragend war, wurde zum Ausgleich dafür nun auf ein fast quadratisches Format gebracht. Das Resultat war sehr gelungen. Die Limousine wirkte mit einem Mal modern, ohne irgend etwas an Würde einzubüßen.

Die Limousine zum 35-jährigen Thronjubiläum


Die Neugestaltung der Daimler Limousine 1987 fiel zeitlich günstig, denn das Regentschaftsjubiläum von Queen Elizabeth II. war Anlass für eine weitere Modernisierung des Fuhrparks durch eine zusätzliche, neue Daimler Limousine. Die erste von 1984 hatte technisch ihre Bewährungsprobe bestanden, aber bei der Ausstattung hatte man im Königshaus andere Vorstellungen. Das Rolls-Royce State Car von 1978 hatte blaugrauen Stoff mit der Bezeichnung „Baroda Blue“, die neue Daimler Limousine sollte ebenso ausgekleidet sein. Das gewährleistete eine harmonische Erscheinung, wenn die beiden Limousinen gemeinsam im Einsatz waren wie etwa bei Royal Ascot, der Parlamentseröffnung, Staatsbesuchen oder dem Besuch der Ostermesse, wenn die Königin von ihrer Familie begleitet wurde. Die neue Daimler Limousine (Body Nr. 2003) wurde so rasch zur ersten Wahl für den Prince of Wales und seine Familie zwischen Windsor und dem Sommersitz in Balmoral, sowie für die Duchess of York (Sarah Ferguson).

König Carl XVI. Gustav von Schweden


Daimler Coventry war bereits seit 1909 Lieferant für den schwedischen Hof, im Jahre 1950 wurde eine Daimler 4 litre Hooper Limousine von 1948 zur schwedischen Staatslimousine, die bis heute im Besitz des Königshauses ist und bei der Hochzeit der Thronfolgerin Kronprinzessin Viktoria im Jahre 2010 auch 60 Jahre später noch faszinierte. Als man am schwedischen Hof 1987 die überarbeitete DS 420 Limousine sah, erging sofort eine Bestellung. Der am 19.10.1987 fertiggestellte Wagen (Body Nr. 2070) war außen schwarz und innen wie jener der Queen ebenfalls mit Stoff in Baroda Blue ausgestattet.

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Weitere Nachbestellungen


Die Überarbeitung der Limousine von 1987 sprach nicht nur neue royale Kundschaft an, auch wer schon eine Limousine hatte, dachte über einen Wechsel nach. Königin Elisabeth II. des Vereinigten Königreichs bestellte ein zweites Exemplar in fast identer Ausstattung wie ihr Modell von 1987. Die Limousine (Body Nr. 2128) wurde im August 1988 an sie ausgeliefert. Die Königin hatte somit ein ebenso modernes wie formschönes Limousinen-Paar. Damit war das Ende für die beiden Vanden Plas-Limousinen von 1968 gekommen. Die Limousine von 1988 mit dem Kennzeichen F728 OUL hatte ihren größten Auftritt beim Begräbnis von Prinzessin Diana, als diese Limousine den Leichenwagen (übrigens ebenfalls ein Daimler auf DS 420-Basis) über gesperrte Straßen von London bis zum Familiensitz der Spencers in Althorp begleitete.

Nach über 17 Jahren treuer Dienste für den Großherzog Jean von Luxemburg machte auch die Limousine von 1971 am 9.9.1988 einem modernen Exemplar Platz. Es war wieder in Dunkelblau (Westminster Blue) gehalten und hatte wieder West of England-Stoff in „Fawn“.

Letzte Lieferungen zum Produktionsende

 

 Bereits 1990 hatte Rolls-Royce die Produktion der Phantom VI-Limousine eingestellt und 1991 auch das Werk von Mulliner Park Ward geschlossen. Auch für Daimler war klar, dass die Produktion der Limousine einem Ende entgegenging. Grund war nicht mangelndes Interesse der Kundschaft – allein von 1989–1991 entstanden fast 400 Exemplare und damit mehr als vom Phantom VI in dessen gesamter Produktionszeit (374). Schuld am Ende waren vielmehr die gesetzlichen Auflagen für Neuwagen. Den Abgasnormen wurde der XK-Motor nicht mehr gerecht und auch in Sachen Crashtest waren die Anforderungen gestiegen. Die Daimler Limousine grundlegend zu modernisieren, wäre unwirtschaftlich gewesen. Für die treue und vor allem prestigeträchtige königliche Kundschaft wollte Daimler aber noch vorsorgen und so wurden drei der vier letzten Modelle 1992 nach den Spezifikationen des Britischen Königshaus gefertigt und diesem zum Geschenk gemacht: ein Modell für die Königin Mutter und zwei Modelle für Königin Elisabeth II. Das Modell der Königin Mutter trug traditionell das Kennzeichen „NLT 2“ und ersetzte das Modell von 1986. Die beiden Limousinen der Königin erhielten die Kennzeichen „NGN I“ und „NGN 2“. Nicht ersetzt, aber nach Schottland versetzt wurde das Modell von 1987, die Limousine von 1988 wurde in die Reserveposition zurückgenommen, die beiden Modelle von 1992 hatten nun die Bühne. Sie beförderten Familienmitglieder bei Todesfällen (1997 Prinzessin Diana und 2002 Queen Mother) wie Hochzeiten (1999 Prince Andrew mit Sophie Rys-Jones und 2011 Prince William mit Kate Middleton).

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Kein Ende der Nachfrage in Sicht


Was dann passierte, verfestigte den Ruf einer Legende. Die königliche Kundschaft wollte schlicht und einfach nicht zur Kenntnis nehmen, dass ihr Lieblingsmodell nun nicht mehr verfügbar war. Königin Margarethe II. von Dänemark hatte 1994 den dringenden Wunsch nach einem weiteren Exemplar. Ihre Mitarbeiter hielten in ganz Europa Ausschau und sollten schließlich in Schweden fündig werden. Dort hatte der Importeur 1987 gleich zwei Modelle (Body Nr. 2070 und 2071) bestellt – das eine in Schwarz mit schwarzem Leder im Fahrerabteil das andere in Westminster Blue mit blauem Stoff im Fahrerabteil. König Carl XVI. Gustav machte das schwarze Modell zur Staatslimousine, die blaue Limousine blieb beim Importeur und kam nur sporadisch zum Einsatz. Nach sieben Jahren hatte sie gerade mal eine Laufleistung von 1.500 km aufzuweisen. Das war ein doppelter Glücksfall, denn einerseits war nicht nur der Zustand wie neu, auch die Farbe war ganz nach dem Wunsch der dänischen Königin, die ja bereits eine blaue Daimler Limousine von 1986 hatte. Diese Limousine der letzten Generation sollte zur neuen Nummer 1 werden und bis heute bleiben. Symbolhaft für diese enge familiäre wie motorische Verbindung der Königshäuser von Dänemark und Schweden ist die Eröffnung der Storebaelts-Brücke zwischen Dänemark und Schweden am 14. Juni 1998 auf spektakuläre Weise, indem der Daimler das Eröffnungsband beim Durchfahren trennte. Wenn der Daimler als State Car fungiert, trägt er eine Tafel mit goldener Krone.

Im Umfeld der Queen fiel seit 2002 eine Limousine mit dem Kennzeichen „KLL I“ und seit 2012 eine mit dem Kennzeichen „K326 EHV“ auf. Da aber keine weiteren Lieferungen vom Königshaus oder von Jaguar zugegeben werden, ist vom bloßen Wechsel von Kennzeichen auszugehen. „NGN I“ und „NGN 2“ wurden auf XJ Stretch-Limousinen übertragen, die der Königin 2012 von Jaguar zum Geschenk gemacht wurden in der Hoffnung, sie würde damit Jaguar anstelle der 2008 von Jaguar stillgelegten Marke Daimler noch mehr Glanz verleihen. Freilich vergebens, denn nicht eine einzige Nutzung durch ein Mitglied des Königshauses in sechs Jahren ist dokumentiert.

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Royale Nachfolge


Anders als bei den typischen Wegwerf-Produkten des aktuellen Automobilmarktes, wo der Hersteller nach spätestens drei Jahren mit Facelifts einen Neukauf „anregt“, können bei zeitlosen Designs Automobile ihre Besitzer überdauern.

Großherzog Jean von Luxemburg war so vorausschauend, im Jahre 2000 sein Amt und damit auch die Staatslimousine an seinen Sohn Henri noch zu Lebzeiten zu übergeben. Die Daimler Limousine ist nunmehr auch schon über 30 Jahre ununterbrochen im Einsatz für das Staatsoberhaupt!

Als Fürst Rainier von Monaco 2005 verstarb, kam seine Daimler Limousine noch für die Amtseinführung seines Sohnes, Prinz Albert, zum Einsatz. Wenig später wurde sie nach 35 Jahren außer Dienst gestellt. Heute kann die ehemalige Staatslimousine im Automobilmuseum des Fürstenhauses besichtigt werden.

Die nächste Herrscher-Generation


Die Daimler Limousinen müssen nicht befürchten, von der nächsten Monarchen-Generation zum alten Eisen gelegt zu werden. Vielen hat sie bei ihrer Hochzeit gedient. Tatsächlich gibt es wohl kein besseres Automobil, um im üppigen Fußraum der zweiten Reihe bei weggeklappten Notsitzen eine extralange Schleppe aufzunehmen. Auch gibt es kein Auto, dem eine Frau würdevoller entsteigen kann. Am 14. Mai 2004 durfte die älteste DS 420 an Königshäusern, das Modell von 1969 mit dem Kennzeichen „1“ zunächst Kronprinz Frederik von Dänemark und wenig später seine Braut Mary Donaldson zur Kirche in Kopenhagen bringen. Am 19. Oktober 2012 brachte die Limousine des Großherzogs von Luxemburg Stepanie de Lannoy zur Hochzeit mit dem Thronfolger Guillaume. Das Kennzeichen war dabei in den Farben des Hauses Nassau-Weilburg gehalten – blau und orange.

Austro-Daimler


Auch Österreich fehlt nicht in der Liste von Hochzeiten mit königlichen Daimler Limousinen! Erzherzog Christoph von Habsburg-Lothringen ist der zweite Sohn von Prinzessin Marie-Astrid von Luxemburg und Erzherzog Carl-Christian von Habsburg-Lothringen. Der Großherzog von Luxemburg ist sein Onkel und Taufpate. Dieser überraschte seinen Neffen damit, dass er ihm für die Hochzeit mit Adélaïde Drapé-Frisch am 28. Dezember 2012 in Nancy seine Daimler DS 420 Limousine zur Verfügung stellte. Bemerkenswert war, dass dabei auch ein spezielles Kennzeichen zum Einsatz kam, welches die Farben des Hauses Habsburg-Lothringen trug – schwarz-gelb.

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Die übernächste Herrscher-Generation


Auch die Enkel und Urenkel der herrschenden Monarchen sind schon sehr geübt im Daimler Limousine-Fahren. Dieser Umstand wird durch die kleiner dimensionierte mittlere Sitzbank gefördert, die für junge Prinzen und Prinzessinnen wie maßgeschneidert ist. Deshalb hält die Daimler Limousine auch den royalen Passagierrekord: Das 1987er-Modell des dänischen Hofes beförderte anlässlich der Trauerfeierlichkeiten für Prinz Henrik, den verstorbenen Gatten von Königin Margarethe II., am 20. Februar 2018 IKH Kronprinz Frederik, Prinzessin Mary, Prinz Christian, Prinzessin Isabella, Prinz Vincent und Prinzessin Josephine zugleich im Passagierabteil. Das 1986er-Modell transportierte dahinter IKH Prinz Joachim, Prinzessin Marie, Prinz Nikolai, Prinz Felix, Prinz Henrik und Prinzessin Athena. Kein anderes Modell ermöglicht familiäre Verbundenheit derart stilvoll und dennoch volksnahe zu zelebrieren.

 Das konnte man auch bei der Hochzeit von SKH Prinz Henry („Harry“) und Meghan Markle beobachten, als die drei Daimler Limousinen von Queen Elizabeth II. von 1988–1992 Pagen und Brautjungfern zu Windsor Chapel vorfuhren. An der Spitze waren begleitet von ihrer Mutter, der Herzogin von Cambridge, IKH Prinz George und Prinzessin Charlotte, Nummer 3 und 4 in der Thronfolge nach ihrem Großvater Prinz Charles und ihrem Vater Prinz William. Die jungen Royals waren kurz davor, dem Hochzeitspaar die Show zu stehlen und es ist durchaus im Bereich des Möglichen, dass sie bei ihrer Hochzeit in einem Vierteljahrhundert auch noch mal die Daimler Limousinen im Einsatz erleben werden.

Der Daimler 4litre des schwedischen Königshauses hat 2010 ja bewiesen, dass 60 Jahre Dienstzeit dem nicht entgegenstehen.

Die Nummer 1 aller Zeiten


Daimler hatte mit dem DE 36 sechs herrschende Monarchen erreicht, der DS 420 sollte dies mit zehn (Frederik IX. von Dänemark, Hussein von Jordanien, Margarethe II. von Dänemark, Yahya Petra von Malaysia, Elisabeth II. des Vereinigten Königreichs, Carl XVI. Gustav von Schweden, Fürst Rainier von Monaco, Großherzog Jean von Luxemburg, Sultan Quabus ibn Sa’id al Sa‘id von Oman und Sultan Hassanal Bolkiah von Brunei) noch übertreffen und zur mit Abstand beliebtesten Limousine aller Zeiten unter monarchischen Herrschern werden.

Der fast gleich lang produzierte Rolls-Royce Phantom VI (1968–1991) wurde nur von König Bhumibol Adulyadej von Thailand und Sultan Hassanal Bolkiah von Brunei geordert, Königin Elizabeth II. von Großbritannien nahm zwei geschenkte Exemplare wohlwollend an.

Der Mercedes 600 wurde an Kaiser Hirohito von Japan, König Baudoin von Belgien und Schah Reza Pahlavi geliefert.

Wie bereits weiter vorne erwähnt, brachte es auch der überschätzte Rolls-Royce Phantom IV nur auf drei monarchische Staatsoberhäupter. Neben dem Phantom V war der Silver Wraith LWB mit ebenfalls fünf Lieferungen für König Frederik von Dänemark, Königin Juliana von den Niederlanden, König Paul von Griechenland, Kaiser Hirohito von Japan und Kaiser Haile Selassie von Äthiopien – ex aequo – der beliebteste Rolls-Royce unter Monarchen, den Spitzenwert der Daimler DS 420 Limousine erreichte aber auch er nicht.

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Unser Photomodell – die Limousine Ihrer Majestät von 1987


1987 sah das 35. Jahr der Regentschaft

von Queen Elizabeth II., was Anlass war, ihren Fuhr-park zu verjüngen. Zum 25-jährigen Thronjubiläum hatte sie 1977 von der britischen Automo-bilindustrie einen Rolls-Royce Phantom VI mit erhöhtem Dachaufbau als neues Statecar bekommen. Wie schon im Hauptbeitrag erwähnt, war die Daimler Limousine von 1987 (Fahrgestellnr. 200970/Karosserienr. 2003) die erste, deren Gestaltung bei der Stofffarbe am State Car ihrer Majestät orientiert wurde, um ein besonders harmonisches Paar für zahlreiche gemeinsame Auftritte abzugeben. Bei der Bedeutung dieser Order verwundert es nicht, dass man auf der Unterseite der Rückbank die Signaturen der stolzen Mitarbeiter finden kann, welche den Innenraum gestalten durften. Die Übergabe an die Königin erfolgte Anfang Juli.

Im Regelfall war dieser Daimler die Nummer zwei im automobilen Protokoll und wurde von der engsten Verwandtschaft der Königin genutzt. Dazu gehörten von Anbeginn Prinz Charles, Prinzessin Diana sowie ihre Söhne die Prinzen William und Henry (Harry). Der ersten belegten Fahrt mit dieser Limousine am 30. August 1987 sollten weitere folgen. Ab 1988 wurde die Limousine unzählige Male von Sarah, der Herzogin von York (Sarah Ferguson) für Repräsentationstermine, genutzt. Bei Staatsbesuchen gab es ein differenziertes Protokoll. Wenn die Staatsoberhäupter adelig waren, wurde für die Ehegatten ein weiterer Rolls-Royce aufgeboten, wenn sie bürgerlich waren, folgte die Daimler Limousine mit Prinz Philip und der Gattin des eingeladenen Staatspräsidenten, etwa Danuta Walesa, dem State Car. Wenn es zu nationalen Terminen ging, waren oft der Privatsekretär Sir William Heseltine, die „Lady in Waiting“ Mary Morrison oder die „Mistress of the Robes“ die Herzogin von Grafton in der Daimler Limousine im Gefolge. Eine sehr elitäre Gesellschaft, die im Fond dieser Limousine befördert wurde.

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Als Daimler die Produktion der Limousine 1992 einstellte


und zwei der letzten Exemplare der Königin zum Geschenk machte, waren die Modelle von 1987 und von 1988 noch viel zu gut, um in Ruhestand zu gehen. Das Modell von 1988 wurde behalten und ist bis heute im Einsatz für die Königin. Das Modell von 1987 wurde an W. L. Sleigh Ltd. übergeben, einem Unternehmen in Edinburgh, welches Chauffeurdienste nicht zuletzt für das Königshaus leistet und dafür auch die Auszeichnungen der Königin, der Königin Mutter und des Prinzen von Wales trug. Die Daimler Limousine behielt deshalb das Blaulicht, nur „Royal Claret“ und die Wappen der Königin wurden mit schwarz übermalt. Mit neuem Kennzeichen beförderte sie weiterhin hochgestellte Persönlichkeiten als Flaggschiff der Flotte von Sleigh, etwa auch im Zuge eines EU-Gipfels in Edinburgh. 2002 kam diese zweite hochrangige Karriere der Limousine zu einem Ende und sie schied mit knapp 70.000 Meilen gegen Jahresende aus offiziellen Diensten aus. Durch diesen abgestuften Wechsel in private Hände entging die geschichtsträchtige Limousine der üblichen Anonymisierung und so sind Blaulicht und Wappenhalter im Originalzustand erhalten geblieben. Heute steht die Limousine von 1987 genauso prächtig da, wie ihre drei Schwestermodelle, die noch im Dienst der Königin stehen. Alle zusammen konnte man bei der Hochzeit von Prinz Harry 2018 erleben, mit IKH Prinz George und Prinzessin Charlotte, Nummer 3 und 4 in der Thronfolge, begleitet von ihrer Mutter, der Herzogin von Cambridge ...

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Für solche Unikate gibt es keinen Listenpreis

 


Man kann sich nur an Versteigerungserlösen orientieren. Im September 2018 wurde von Bentley ein Rolls-Royce Phantom IV Landaulet zur Versteigerung gebracht, das bei zwei Auslandsreisen 1961 nach Ghana und Sierra Leone der Königin gedient hatte. Es wechselte um 800.000 GBPs (EUR 886.000) den Besitzer. Anfang Dezember 2018 kam die ehemalige österreichische Staatslimousine, ein Mercedes 600 SEL, unter den Hammer, die bei ihrem Staatsbesuch in Österreich 1969 ebenfalls der Queen gedient hatte. Sie war dem neuen Besitzer EUR 384.000 wert. Eine von insgesamt vier Rolls-Royce Silver Wraith Limousinen, die bei Besuchen in Australien von der Queen benutzt wurden, hat im August 2019 um umgerechnet EUR 118.000 in Neuseeland den Besitzer gewechselt. Um die-sen Betrag bekommt man auch unzählige Fahrzeuge mit viel weniger Geschichte …

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