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Donnerstag, 11. August 2022
Dreischlösserfahrt Drucken E-Mail
Geschrieben von Wolfgang M. Buchta   

Heft bestellen - Dreischlösserfahrt

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Es ist wie bei den Zugvögeln! Diese fliegen zu Winterbeginn in den Süden, und Wolfgang und Ulli Buchta fahren schon ein Quartal früher zu Herbstbeginn in den Westen.  Und da wir im Grunde unseres Herzens „noble Pinkel“ sind, haben wir gleich drei Schlösser auf unsere Reiseroute gesetzt.

Schon der Weg ist das eine oder andere Ziel


Auch diesmal hatte uns Ford ein ganz feines Reiseauto „vor die Tür“ gestellt: Ford Mondeo 2,0 Hybrid Automatic Traveller – Danke Ford! –, der für zwei Personen vielleicht etwas großzügig bemessen ist; da könnten wir doch glatt ins Kleintransport-Gewerbe einsteigen!

Und seither macht Austro Classic auch Hauszustellungen ... gerne auch in Würzburg.

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Die Aero-IG International – www.aero-ig.de – hat 160 Hefte Austro Classic 4/2019 geordert, und da der Postversand des rund 70 kg schweren Papiers ein Vermögen kostet und Würzburg am Weg liegt – bitte sehr, bitte gleich, hier ist Ihre Lieferung!
 
Aber der Weg nach England ist noch weit, das wird eine lange und langweilige Reise. Machen wir doch einmal eine Pause! Gerne, denn an der Mosel in Bernkastel-Kues steht seit kurzem das „Zylinderhaus – Museum für Historische Fahrzeuge“ – www.zylinderhaus.com .

Das Zylinderhaus ist das „Baby“ von Bernd Benninghoven, der das Museum in etwa drei Jahren aus dem Nichts aufgebaut hat.

Mehr als 100 berühmte und auch völlig obskure Fahrzeuge auf vier und zwei Rädern – man konzentriert sich dabei auf deutsche Fabrikate – präsentieren sich heute den Besuchern. Die Palette reicht von den Produkten der Auto Union – Horch, DKW, ..., Borgward Gruppe, Opel oder Mercedes bis zu Raritäten wie dem Victoria Spatz 250, dem Maier LM 0501/35 Leichtbau, aber auch südamerikanischen Modellen der Auto Union wie der DKW-Demag Fissore (aus Brasilien) oder ein DKW 1000 SE Coupé Fissore (aus Argentinien).

Aber das Zylinderhaus, in einem komplett neu gebauten Gebäude, dass ob seiner verklinkerten Fassade einem historischen Industriebau oder Speicher gleicht, bietet auf 5.000 m2 Ausstellungsfläche mehr als Autos und Motorräder. Eine ganze Zeile historischer Geschäfte – von der Apotheke bis zum Spielwarengeschäft – laden leider nicht wirklich zum Einkauf, sondern „nur“ zur Besichtigung ein.

Wirklich einkaufen kann man allerdings im gut sortierten Museumsshop und sich im angeschlossenen Restaurant und Biergarten von den Strapazen der Besichtigung – vielleicht bei einem „Original Wiener Schnitzel“ und einem Gösser Bier mitten in Deutschland – erholen.

Restauriert werden die Museumsfahrzeuge übrigens in der eigenen, im Nachbarort gelegenen Werkstätte, die unter dem Firmennamen „Benarrow Oldtimer Garage“ für das Museum und gerne auch für externe Kunden arbeitet.

Zur „Benarrow Gruppe“ gehören übrigens auch „Benarrow Sale“ wo – erraten – Klassiker zum Kauf angeboten werden und „Benarrow Cars“, wo vor rund zehn Jahren Sportwagen mit Audi-Mechanik gefertigt wurden. Bis jetzt sind vom Benarrow PB5 – der natürlich auch im Museum zu bewundern ist – sechs Stück entstanden, aber das ist eine andere Geschichte.

Nach einer erholsamen Nacht im Hotel zum Weißen Ford, pardon zum Weißen Bär – www.hotel-weisser-baer.de – geht’s quer durch Belgien und mit der lieben Fähre zu den White Cliffs of Dover.


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Aber wir haben Euch doch eine Dreischlösserfahrt versprochen, oder? Bitte sehr!

Blenheim Palace

liegt in der Nähe des Örtchens Woodstock in der Grafschaft Oxfordshire und ist der größte, nicht königliche Adelssitz in Großbritannien.

Das Schloss wurde für John Churchill, 1. Duke of Marlborough als Belohnung für seine Dienste im Spanischen Erbfolgekrieg erbaut. Und daher hat Blenheim Palace auch seinen Namen: John Churchill siegte 1704 in der Schlacht von Höchstädt, die eigentlich beim Ort Blindheim stattfand. Und die französischen Aufklärer sprachen den deutschen Ortsnamen Blindheim so aus, dass die Briten Blenheim verstanden haben ...

Auf einem kleinen Teil der 12.000 m2 Wohnfläche des Palastes wurde einst Winston Churchill geboren. Sein Vater Randolph Churchill war der jüngere Sohn des Schlossherrn.

Aber nicht der bedeutendste britische Staatsmann des 20. Jahrhunderts hat uns hergelockt, sondern der 14. Salon Privé, der jüngst von „The Peninsula Classics“ in den „Best of the Best Award“ ausgenommen wurde und damit in einer Reihe mit Pebble Beach oder dem Concorso d’Eleganza Villa d’Este steht.

Am Salon Privé gibt es alles, was das Herz begehrt: schöne Menschen, feines Essen und Trinken und natürlich vor allem Autos, Autos, Autos. Historische Fahrzeuge, moderne Super Cars, Motorräder, … 25.000 Besucher in drei Tagen wussten all das zu würdigen.

 Das Event hatte jeden Tag ein Thema und Highlight: Donnerstag: Concours d’Elegance, Freitag: Ladies’ Day und am Samstag: Classic & Supercar. Die einzelnen Highlights waren zu viele, um sie alle aufzuzählen:
–       100 Jahre Bentley mit unter anderem der Präsentation des Bentley EXP 100 GT;
–       der 1948er Talbot-Lago T26 GS Fastback Coupé von Figoni, einer von nur 36 gebauten Exemplaren, der von der Jury zum „Best of Show“ gewählt wurde;
–       die Möglichkeit zu Probefahrten mit einigen raren Automobilen, wie etwa Dallara Stradale oder Jannarelly Design 1;
–       moderne Super Cars wie der Austro Daimler Bergmeister ADR 630 Shooting Grand
–       und, und, und, …

2020 wird der Salon Privé – www.salonpriveconcours.com – mit Rahmenprogramm gleich eine ganze Woche vom 1. bis 6. September 2020 wieder in Blenheim Palace stattfinden.

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Hampton Court Palace

More of the Same! Allerdings andere Autos bei einem anderen Schloss, denn England hat durchaus Platz für zwei Weltklasse Concours-Veranstaltungen an einem Wochenende!

Hampton Court Palace liegt in Richmond upon Thames im südwestlichen London. Die Wurzeln von Hampton Court als Landgut gehen auf 1236 zurück und im Laufe der Jahrhunderte wurde das Anwesen zu einem riesigen Palast ausgebaut. Von 1528–1737 war Hampton Court Palace der Hauptsitz der britischen Könige, unter anderem auch von Heinrich VIII., der bis heute hier sehr präsent ist.

Auch hier werden in gediegenem Ambiente 100 Jahre Bentley – unter anderem mit dem Bentley der Queen – gefeiert. Aber auch der Ferrari 166 begeht – mit gleich fünf Exemplaren – seinen 70. Geburtstag, und erstmals sind alle – 16 Modelle – Aston Martin aus dem Hause Zagato vereint.

Raritäten wie ein Ballot 3/8 LC von 1920 (übrigens aus einer österreichischen Sammlung) oder der „erste Minivan der Automobilgeschichte“ der amerikanische Stout Scarb von 1936 ergänzen das Angebot.

Der „Concours of Elegance“ dauerte noch das ganze Wochenende und lockte über 10.000 Besucher an. Der spektakuläre Rolls-Royce Silver Ghost mit Barker-Karosserie aus dem Jahre 1919 wurde zum „Best of Show gekürt“, aber auch viele andere Fahrzeuge gingen nicht leer aus.

Der Termin für den „Concours of Elegance“ – concoursofelegance.co.uk – wurde auch schon für 2020 festgelegt: 4. bis 6. September 2020.

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Beaulieu Palace House


In den Jahren 1203/1204 gründete König John Lackland – bekannt als Gegenspieler von Richard Löwenherz und (nicht ganz freiwilliger) Unterzeichner der Magna Carta – an dem damals noch unbewohnten Platz eine Zisterzienserabtei, deren lateinischer Name „Bellus Locus Regis“ („Der schöne Ort des Königs“), aus dem im Laufe der Zeit „Beaulieu“ wurde. Klingelt’s? „Beaulieu Palace House“ ist doch das englische Herrenhaus, auf dessen Gelände das „National Motor Museum“ steht und wo seit Jahrzehnten im Herbst der legendäre Beaulieu Autojumble – www.beaulieu.co.uk – stattfindet.

„Was man in Beaulieu nicht findet, das gibt es nicht!“, so der selbstbewusste Wahlspruch des seit über 50 Jahren existierenden „Flohmarktes“ – und die erstaunliche Palette reicht von kompletten Autos – Bugatti Typ 44 aus 1928 bei der Aktion von Bonhams – www.bonhams.com – über „running(?) chassis“ meist britischer Automobile, Kinder- und Modellautos, Literatur, Werkzeug und Teile.

Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte hat sich der Beaulieu Autojumble von „nur“ einem Flohmarkt (mit heuer 2.276 Ständen!) zu einem Wochenende voller Attraktionen entwickelt:

Zur bereits traditionellen Auktion von Bonhams kamen heuer das „Golden Oldies Display“ – eine Präsentation von über 50 Autos der Jahre 1920–1960, von denen einige aus dem fernen Schweden angereist sind –, der „Best Stand Award“, der Präsentation des „Morgan Sports Car Club“ und – speziell für Schnäppchenjäger – die „Trunk Traders“, Amateuranbieter, die nur am Sonntag besonders günstige Raritäten feil boten. Aber keine Sorge: Die 33.293 Besucher haben uns auch ein paar Kleinigkeiten übrig gelassen ...

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